Terror in Paris: Zusammenhalt ist unsere Antwort

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Terror in Paris: Zusammenhalt ist unsere Antwort

November 15, 2015 - 15:42
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Der Bundesverband der DITIB, der Zentraltrat der Muslime sowie die Milli Görüs Gemeinschaft haben den Terror in Paris vom vergangenem Freitag scharf verurteilt und ihre Solidarität mit den Angehörigen der Opfer bekundet.

DITIB:

Der DITIB-Bundesverband, all seine DITIB-Landesverbände und DITIB-Ortsgemeinden sind zutiefst getroffen von den niederträchtigen Mordtaten in Paris. Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir die Angriffe und Anschläge in Paris vernommen, welche wir als Angriffe auf unsere Menschlichkeit aufs Schärfste verurteilen. Dies gilt gleichermaßen und uneingeschränkt für alle terroristischen Akte weltweit.

Die Kaltblütigkeit sowie die Umsetzung der an mehreren Standorten durchgeführten Angriffe, bei denen nach aktuellen Kenntnissen mindestens 120 Menschen ihr Leben verloren haben, zeugen von unmenschlichem Hass und schaffen eine besondere Atmosphäre der Angst und des Terrors. Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Opfern und ihren Angehörigen und mit dem gesamten französischen Volk.

Diese Angriffe sind -wie jeder terroristischer Akt und wo immer er sich auch ereignen möge- auch ein Angriff auf unsere Gesellschaft und unsere Werte. Wir dürfen nicht schweigen. Deutlich müssen wir uns diesen und allen Terroristen entgegenstellen und deutlich machen, dass wir als Gesellschaft stark genug sind, um uns nicht von ihnen einschüchtern zu lassen. Kein Muslim kann solche Verbrechen teilnahmslos hinnehmen, geschweige denn religiös legitimieren. Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens. Allah ist nicht ihr Verbündeter – gar keine Religion kann dies rechtfertigen oder legitimieren - Er ist mit allem, was er offenbart hat, ihr Gegner.

Wir, die Muslime in Deutschland, werden es nicht zulassen, dass Verbrecher glauben, sie handelten nach dem Willen Gottes. Und wir Muslime wissen: Unser Schöpfer ist mit uns, wenn wir uns der Gewalt und dem Hass mit unserem Glauben entgegenstellen.

Alle Menschen in unserer Gesellschaft, gleich ob Muslime oder Nichtmuslime, stehen geeint in ihrer Liebe zu ihrem Nächsten, in ihrer Achtung vor dem Leben und in ihrer Entschlossenheit, sich über die Grenzen des Glaubens oder der Herkunft hinweg füreinander einzusetzen und sich der Gewalt in den Weg zu stellen.

ZMD:

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt diese schrecklichen und orchestrierten Kriegsattacken gegen die Menschlichkeit gestern Nacht (13.11.2015) in Paris aufs Schärfste. 

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek sagte dazu in einer ersten Reaktion: „Wir sind tief erschüttert über diesen feigen und perfiden Massenmord. Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs und trauern um die vielen Opfer und sind in Gedanken und Gebeten bei den Familienangehörigen.“ 

Diese Terroristen führen Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam. Ihr Ziel, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu säen, wird niemals aufgehen, wenn wir wachsam, entschlossen und vor allem gemeinsam handeln. Wir appellieren insbesondere an Medien und Politik den Terroristen nun nicht auf dem Leim zu gehen, indem ihre pseudo-religiösen Begründbarkeiten einfach unkritisch übernommen werden und damit der Vereinnahmung des Islam weiter Vorschub geleistet wird. 

Milli Görüs:

"Die Terroranschläge in Paris erschüttern, sie machen fassungslos, sie schockieren, sie stürzen uns in tiefe Trauer. Das Festhalten an unseren freiheitlich pluralistischen Werten ist das Gebot der Stunde“, so der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Kemal Ergün, anlässlich der Terrorangriffe in Paris. Kemal Ergün weiter:

"Die Anschläge sind gegen uns alle gerichtet, wer immer die Täter sind und aus welchen Motiven sie gehandelt haben. Umso mehr sind in diesen schweren Stunden Stärke, Ruhe und Zusammenhalt geboten. Keinesfalls darf Misstrauen unsere Reaktion auf diese feigen Angriffe sein. 

Wir begehen ohnehin eine schwierige Zeit mit vielen Hürden und Herausforderungen. Wir tragen gemeinsam Verantwortung und sind gemeinsam verpflichtet, diese mit vereinten Kräften zu meistern. Angst und Hysterie sind da fehl am Platz. 

Unsere Antwort auf Anschläge dieser Art muss lauten: Noch stärker zusammenrücken und unbeirrt an dem festhalten, was uns stark macht: unsere freiheitlich pluralistischen Werte. 

Möge Allah den Hinterbliebenen viel Kraft und Geduld geben. Ihnen gehört unser Mitgefühl."

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