Der "Löwe von Sindschar" erhebt schwere Vorwürfe gegen die YPG

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Der "Löwe von Sindschar" erhebt schwere Vorwürfe gegen die YPG

November 06, 2015 - 01:52
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Qasim Şeşo, auch der Löwe von Sindschar genannt, wirft der PKK vor, die Befreiung der Stadt Sindschar vom Islamischen Staat zu verhindern.

Der Löwe von Sindschar, Qasim Şeşo, ist ein Angehöriger der Jesiden im Irak. Der seit der Abwehrleistung im Sindschar-Gebirge zum General avancierte Jeside erhebt nun erneut schwere Vorwürfe gegen die PKK, die mit der Mitgliederorganisation YPG auch in Syrien aktiv ist. Laut Qasim Şeşo verhindert die PKK die Rückeroberung der Stadt Sindschar, die seit August 2014 in der Hand des Islamischen Staates (IS) ist und wirft dasselbe auch der YPG in Syrien vor. In der "Al-Araby Al-Jadeed", ein in London ansässiges Medienunternehmen, erklärte Qasim Şeşo in einem Interview, die "PKK steht an der Seite der IS" und warf ihnen vor, der IS indirekt zu ermöglichen, im Nordirak und in Syrien weiterhin die Oberhand zu behalten.

Im Interview sprach Qasim Şeşo auch von einer Beendigung einer gemeinsamen Strategie gegen die IS. Es sei nicht zu erklären, wieso die PKK zögere, Sindschar zurückzuerobern und geplante Angriffe im nachhinein ohne Grund verschiebe. Streit zwischen dem General und seiner Peschmerga-Einheit gab es schon zuvor während einer Sommeroffensive der Terrororganisation Islamischer Staat im vergangenem Jahr. Im so genannten Flaggenstreit wollte die YPG Ende August 2014 an der Pilgerstätte Sherfedin ihre Flagge hissen. Daraufhin wollten die Peschmerga auch ihre Flagge hissen. Der damals zum General avancierte Qasim Şeşo legte klar, dass selbst die Jesiden an diesem heiligen Ort nicht ihre Flagge hissen würden. Daraufhin sperrte die YPG die Grenze und die Hilfslieferungen nach Sherfedin konnten nicht mehr ankommen. In einem Interview erklärte General Şeşo, dass sich die Jesiden auch gegen die PKK/YPG erheben würden, wenn die Blockade der Hilfslieferung nicht aufgehoben werde. Der Streit wurde danach beigelegt.

In den Monaten Juli und August 2014 flohen Tausende von in Sindschar lebenden Jesiden vor den IS-Kämpfern vor allem in den Höhenzug des Dschabal Sindschar, zum Teil auch in die Türkei oder in die Autonome Region Kurdistan. Während der Sommeroffensive der Terrororganisation Islamischer Staat gründete Qasim Şeşo am 30. Juli 2014 die jesidische Bürgerwehr Hêza Parastina Şingal. Am 20. Oktober wurde er mit Kämpfern der jesidischen Bürgerwehr in der Pilgerstätte Sherfedîn eingekesselt und führte diese bei der Schlacht um Sherfedîn an. Seinen Beinamen "Löwe von Sindschar" erhielt er vom jesidischen Volk während dieser Schlacht.

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