Türkisches Militär setzt Operationen in Nusaybin fort

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Türkisches Militär setzt Operationen in Nusaybin fort

März 16, 2016 - 13:15
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Seit dem 14. März hält nun die Ausgangssperre in Nusaybin an, während das türkische Militär langsam in die Stadt in der Provinz Mardin vorrückt. Ein Polizist wurde bislang bei Straßenkämpfen getötet.

Mardin/TP - Das türkische Militär rückt mit Panzern und gepanzerten Mannschaftswagen in die 110.000 Einwohnerstadt Nusaybin in der Provinz Mardin langsam vor. Sondereinsatzkräfte der Polizei durchsuchen derweil in Häusern und Gebäuden nach Terroristen, die insgesamt 6 Stadtbezirke besetzt halten, Straßensperren errichtet und Gräben ausgehoben haben. Bei Gefechten in der Nacht zu Mittwoch wurde ein Polizist der Sondereinsatzkräfte getötet, hieß es in den Morgenstunden. Auch am Tag sind immer wieder Explosionen und Schüsse zu hören.

Seit 24. Dezember 2015 war eine 10-tägige Ausgangssperre aufgehoben worden, als die Übergriffe der PKK gegen Polizei und Gendarmerie erneut zunahmen und der Provinzgouverneur von Mardin für den 14. März erneut eine unbestimmte Ausgangssperre verhängen ließ. Sicherheitskreise vermuten in insgesamt 6 Stadtbezirken von Nusaybin, davon zwei an der Grenze zu Syrien, über 350 Terroristen, die sich verschanzt haben. Mit Sprengfallen und über 400 Straßenblockaden rechnen die Sicherheitsbehörden. Vor allem vermutet man im Süden und Südosten der Stadt mit erheblichem Gegenwehr und Tunnels, die über die nahe Grenze zur syrischen Grenzstadt Qamishli führen sollen. In den Morgenstunden gab es nach Agenturmeldungen eine Razzia in einem Gebäude nahe der Grenze, in der so ein Tunnel vermutet wird.

Bereits kurz nach der Ankündigung der Ausgangssperre zum 14. März, verließen über 80.000 Menschen die Stadt und sollen sich in benachbarten Städten oder nach Istanbul und Ankara niedergelassen haben. Vor allem die Stadtteile Abdulkadirpasa, Firat, Dicle und Yenisehir sind fast menschenleer. Die Stadtverwaltung hat für den Zeitraum der Ausgangssperre laut eigenen Angaben ausreichend Trinkwasser, Arzneimittel und Nahrung gelagert, um die noch verbliebene Bevölkerung versorgen zu können. Das staatliche Krankenhaus ist laut Medienberichten weiterhin in Betrieb. 

Sondereinsatzkräfte versuchen dennoch, die noch immer in ihren Häusern ausharrenden Menschen in Sicherheit zu bringen. Mit Megaphonen wird die Bevölkerung gebeten, die umkämpften Gebiete unter Begleitung der Polizei zu verlassen. Gleichzeitig werden die Terroristen aufgefordert, sich zu ergeben.
 

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