"Apoisten-Jugend" bekennt sich zum Brandanschlag in Stuttgart

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

"Apoisten-Jugend" bekennt sich zum Brandanschlag in Stuttgart

Dezember 16, 2015 - 21:07
Kategorie:
0 Kommentare

Wie schon in der Vergangenheit hat sich die sogenannte "Initiative der Apoistischen Jugend" zum Brandanschlag auf die DITIB-Moschee in Stuttgart bekannt.

In dem Bekennertext der im Internet in den frühen Morgenstunden auf einem Blog veröffentlicht wurde, bekennt sich die sogenannte "Initiative der Apoistischen Jugend" zum Brandanschlag auf die Türkisch-Islamische Union (DITIB) im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach. In der Nacht zum Dienstag hatten vier vermummte Personen erst die Scheiben des Buchladens der DITIB eingeschlagen und danach mit Brandsätzen sowie einem Explosivstoff beworfen. Auf einem von der DITIB veröffentlichten Szene einer Überwachungskamera sind die mutmaßlichen vier Jugendlichen zu erkennen.

Bei dem Brandanschlag gab es laut Polizei und Feuerwehr einen Sachschaden von rund €80.000,-. Die Polizei hatte kurz nach der Tat einen politischen Hintergrund nicht ausgeschlossen. Bereits in der Vergangenheit wurden mehrmals türkische Vereine oder Moscheen Ziel von Brandanschlägen und Schmierereien, darunter auch das türkische Konsulat in Stuttgart. Am Montag hatte eine kurdisch-nationalistische Gruppierung Demonstrationen in Stuttgart sowie in Heilbronn organisiert. In Heilbronn  kam es dabei laut Polizeiangaben auch zu Festnahmen. 

Der DITIB-Vorstandsvorsitzende in Württemberg, Erdinc Altuntas, sagte am Dienstag: "Wir verabscheuen diese Art von Anschlägen". Man wisse nicht, welche Motive dahinterstehen. "Das schürt natürlich gewisse Ängste bei den Muslimen." Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs, die katholische Gemeinde und die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs zeigten sich schockiert und drückten ihre Solidarität aus. Noch am Dienstag besuchte die Integrationsministerin Bilkay Önay den Tatort und verurteilte den politisch motivierten Anschlag. Auch Winfried Kretschmann, Baden-Württembergs Ministerpräsident verurteilte die Tat aufs schärfste.

Auf dem Internetblog hatte sich die Apoistische Jugend bereits für den Brandanschlag in Köln-Porz bekannt, bei der die Fassade und die Eingangstür der Moschee stark beschädigt wurden. Das Bekennervideo wurde nur wenige Tage nach dem Vorfall auf dem Blog veröffentlicht. Auslöser für das Wiederaufkeimen der Gewaltwelle ist ein Aufruf an die kurdische Jugend zu militanten Aktionen gegen türkische Einrichtungen im Ausland, die auch von PKK-nahen kurdischen Vereinen in Deutschland verbreitet wurde. In der Türkei hat die Jugendorganisation der Terrororganisation PKK in zahlreichen südöstlichen Stadtgebieten das öffentliche Leben zum erliegen gebracht. Manche Viertel in Diyarbakir, Cizre oder Mardin sind Menschenleer, weil die Bevölkerung vor der Gewalt der Jugendorganisation geflohen ist. Bislang bemüht sich die Polizei ohne große Razzien in kleinem Maße der Gewaltwelle entgegenzutreten, ohne dabei Zivilisten in Mitleidenschaft zu ziehen. Dennoch starben in den letzten Wochen dutzende Menschen, die zwischen die Fronten gerieten oder der PKK ihre Unterstützung verweigerten. Teilweise sollen Bewohner davon abgehalten worden sein, die Gegend zu verlassen. In manchen Häuserreihen haben sich die Terroristen regelrechte Schießscharten, Fluchttunnels und Waffendepots eingerichtet, um die Polizei daran zu hindern, die aufgerissenen Straßen zu reparieren bzw. Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dabei kamen bislang mehr als 162 Sicherheitskräfte ums Leben. Erst gestern starben bei einem Bombenanschlag in Diyarbakir 2 Polizisten.

Werbeanzeige