Türkei-Mardin: 2 tonnen Material für Sprengstoff

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Türkei-Mardin: 2 tonnen Material für Sprengstoff

März 17, 2016 - 23:53
Kategorie:
0 Kommentare

In einem Haus im Südosten der Türkei stoßen Sondereinsatzkräfte der Polizei auf über 2 Tonnen Basismaterial für Sprengstoff. Es ist eines der größten Funde in diesem Jahr.

Mardin/TP - Einer Sondereinsatzgruppe der Polizei gelang es am Donnerstag, in einem Haus in Mardin im Südosten der Türkei, über 2 Tonnen Ammoniumnitrat in einem Versteck im Keller aufspüren. Den Hinweis dazu fanden Ermittler der Polizei nach einer Verhaftungswelle in Zusammenhang mit mehreren Bombenanschlägen in der Provinz Mardin. 

Die Polizei in Mardin hatte nach einer Verhaftung mehrerer Verdächtiger in Zusammenhang mit Bombenanschlägen vom 29. Dezember 2015 und 3. März in Mardin eine Randnotiz bei einer Verdächtigen entdeckt. Nach weiteren Befragungen der Frau konnte die Polizei eine Adresse ermitteln. In den frühen Morgenstunden griffen Sondereinsatzkräfte der Polizei in dem besagten Haus zu. 

Laut Angaben der Polizei sollen in dem Haus ein Beamter des städtischen Ordnungsamtes und ein Mitglied der DBP (Demokratische Partei der Regionen - einer Schwesterpartei der prokurdischen HDP) zusammen leben, die sich aber seither auf der Flucht befinden. Unter den zuvor insgesamt 15 Verhafteten befinden sich auch die Co-Vorsitzenden der DBP in der Provinz Mardin. Ihnen wirft die Generalstaatsanwaltschaft vor, an drei Bombenanschlägen (22. Sep. 2015 in Artuklu, 2. Dez. 2015 in Savur und 29. Dez. 2015 in Mardin vor einem Mädcheninternat) beteiligt gewesen zu sein, bei denen insgesamt 10 Personen, darunter 5 Soldaten schwer verletzt wurden. Beim letzten Bombenanschlag in Nusaybin mit einem anschließenden Gefecht vor einem Wohnheim der Polizei starben am 3. März 2016 2 Polizisten, über 35 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Ermittler entdeckten im Keller des Hauses über 2 Tonnen Ammoniumnitrat, einem Grundstoff für Düngemittel und Sprengstoff. Daneben fanden die Ermittler über 800 kg Lebensmittel und Vorräte die in Portionen aufgeteilt bereitgestellt wurden. Laut Polizei handelt es sich um eines der größten Funde an reinem Sprengstoffmaterial in diesem Jahr. 

Ammoniumnitrat darf in der EU aber auch in der Türkei im Handel nicht in großen Mengen und nur in verdünnter Form, meist Kalkzusatz, verkauft werden. Die selbe Menge wie in Mardin wurde u.a. beim Bombenanschlag in Oklahoma City im Jahre 1995 verwendet (ANNM). Anders Behring Breivik verwendete 2011 beim Bombenanschlag von Oslo ein Gemisch aus Ammoniumnitrat und Dieselöl (ANFO) mit rund 950 kg Gesamtgewicht. 

Werbeanzeige