Syrische Turkmenen flüchten in Richtung Türkei

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Syrische Turkmenen flüchten in Richtung Türkei

November 21, 2015 - 00:46
Kategorie:
0 Kommentare

Unbestätigten Angaben zufolge, sind mehrere tausend Turkmenen in Syrien auf der Flucht vor der regulären syrischen Armee und russischen Kampfflugzeugen. 

Im syrischen Gouvernement Latakia häufen sich Meldungen, wonach die syrische Armee mit Bodentruppen, die russische Luftwaffe mit Kampfflugzeugen auf die von mehrheitlich Turkmenen bewohnten Siedlungen und Dörfer vorrückt und massiv bedrängt. Bei den Angriffen mit Mörsern, Granaten und Bomben kamen jüngsten Angaben zufolge bislang über 60 Zivilisten um, etliche hundert sollen verletzt sein. Viele Verletzte sollen bereits über die Grenze in die Türkei gelangt sein. Laut jüngsten Berichten steht der Fall einer strategisch wichtigen Bergregion im Norden des Gouvernements Latakia unmittelbar bevor, die von oppositionellen turkmenischen Milizen gehalten werden. An der nahegelegenen syrisch-türkischen Grenzstadt Yayladagi in der Provinz Hatay werden bereits Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen getroffen. Zivile Hilfsorganisationen hatten dazu aufgerufen, der Katastrophenschutz AFAD und der Rote Halbmond haben ebenfalls Zelte und Nahrung in die Region entsandt.

Die Lage im Nordwesten Syriens spitzt sich seit drei Tagen immer weiter zu. Laut einer turkmenischen Nachrichtenagentur haben die regulären syrischen Assad-Einheiten mithilfe von russischen Luftschlägen mehrere von mehrheitlich Turkmenen bewohnten Gebiete angegriffen. Es sollen sich um bislang 40 Dörfer handeln. Dabei sollen nach bisher unbestätigten Angaben über 60 Zivilisten umgekommen sein. Aus der an der Grenze zum südlichsten Zipfel der Türkei angrenzenden Region wird ein Flüchtlingsstrom erwartet. Das gaben Hilfsorganisationen in der Türkei bekannt und riefen die Bevölkerung um Hilfe auf. Das türkische Aussenministerium in Ankara reagierte bislang mit einer Einbestellung des russischen Botschafters in Ankara. Laut Medienberichten, warnte die Türkei Russland vor weiteren militärischen Maßnahmen gegen Turkmenen in Syrien, ohne genauere Angaben zu machen.

Der Sprecher des Generalsekräters der Vereinten Nationen, Stephane Dujarric erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi, das aufgrund der russischen Luftschläge in den betroffenen syrischen Regionen nachwievor eine politische Lösung angestrebt werden müsse. Die Luftschläge würden vielmehr die Zivilbevölkerung treffen, Leid und Schmerz seien die Folgen so Dujarric weiter. Der UN-Gesandte für Syrien Staffan de Mistura betonte in einer gestrigen Pressesitzung, dass die jetzigen Angriffe vielmehr der Versuch sei, vor einem erneuten Friedensgipfel Tatsachen zu schaffen. 

Werbeanzeige