Kurdische YPG setzt Angriffe auf Rebellen fort

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Kurdische YPG setzt Angriffe auf Rebellen fort

Februar 25, 2016 - 13:59
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Die kurdische YPG setzt ihre Angriffe auf die nördlich von Aleppo gelegene syrische Stadt Afrin fort, die von Oppositionsgruppen gegen das Assad-Regime und den Islamischen Staat gehalten wird.

Stuttgart / TP - Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) die von westlichen Allierten weiterhin als zuverlässiger Akteur in Syrien angesehen und mit Waffen sowie logistischer Unterstützung versorgt werden, setzen ihre Angriffe auf die von oppositionellen Kräften gehaltenen Bezirk Afrin fort. Die Stadt die südlich an die türkische Provinz Kilis und östlich an die türkische Provinz Hatay angrenzt, gilt als der letzte Korridor zwischen der Türkei und der syrischen Großstadt Aleppo, in der eine humanitäre Katastrophe befürchtet wird.

Aleppo wird zur Zeit von russischen Kampfbombern angegriffen, während der Islamische Staat (IS) östlich des Gouvernements von Aleppo in Kämpfe mit der FSA (Freie Syrische Armee), der SIF (Syrische Islamische Front) sowie in einem schmalen Bereich mit der regulären syrischen Armee des Assad-Regimes verwickelt ist. Im Norden von Aleppo hält die FSA zusammen mit SIF-Rebellen die Position gegen die stark expandierende YPG, die von Nordwesten her in das Verwaltungsbezirk von Afrin vorgedrungen ist und sich Kämpfe mit den Rebellen sowie der IS liefert.

Beobachter befürchten, dass die YPG mit ihrem Vorstoß von Nordosten des Landes einen Gürtel entlang der syrisch-türkischen Grenze schaffen will, um so Druck auf den Kurdischen Nationalrat auszuüben, aus der sie mit ihrer politischen Führung PYD vor kurzem ausgeschlossen wurden. Der Kurdische Nationalrat ist neben der Syrischen Opposition und der Islamischen Front einer der drei Oppositionskräfte, die gegen das Assad-Regime kämpfen, aber gleichzeitig den Islamischen Staat angreifen. Zur Zeit befindet sich die YPG laut Beobachtern kurz vor der Stadt Mari, zehn Kilometer östlich von Tall Rifat gelegen. Sollte es der YPG gelingen, diese Gebiete zu kontrollieren, hätte sie damit den Keil vergrößert, den die Offensive der syrischen regulären Armee (Assad-Regime) Anfang des Monats südlich von Aleppo zwischen die von den Rebellen um Azaz noch gehaltenen Gebiete getrieben hat. Damit befände sich die YPG direkt mit Assad-Truppen auf einer Linie. Die oppositionellen Rebellen wollen das unter keinen Umständen zulassen, da seit geraumer Zeit bekannt ist, dass die YPG u.a. Luftunterstützung durch russische Kampfjets und das Assad-Regime erhält. Ausserdem wurde bekannt, dass die YPG und PYD aktiv mit dem Regime zusammenarbeiten.

Die Türkei als direkter Unterstützer der Rebellengruppen und der Islamischen Front, versucht seit mehr als zwei Wochen mit ununterbrochenem Artelleriebeschuss die in die Bezirke Tall Rifat, Azaz und Afrin vordringenden YPG-Einheiten aufzuhalten und so die Oppositionsgruppen zu unterstützen. Laut berichten wurden die YPG-Stellungen seit dem 19. Februar mit Artelleriebeschuss belegt. Ausserdem soll die türksiche Armee Boden-Boden-Raketen auf Ziele um Afrin abgefeuert haben.

In Qamishli im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei, die von der YPG/PYD kontrolliert wird, hat sich unterdessen ein Bündnis unter der PYD gebildet. Mehrere Kurdische Splitterparteien sollen nach dem Ausschluss aus dem Kurdische Nationalrat sich unter einem Kurdischen Nationalbündnis vereint haben. Der Schritt wird als ein Versuch gewertet, die kurdischen Splitterparteien die bislang im Nationalrat vereint waren, in der PYD aufgehen zu lassen bzw. die Ziele der PYD zu unterstützen. Der YPG/PYD werfen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights und Reporter ohne Grenzen Verbrechen und demokratische Defizite vor.

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