Dresden: Molotowcocktail auf Moschee der Ditib 

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Dresden: Molotowcocktail auf Moschee der Ditib 

September 27, 2016 - 08:21
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In der vergangenen Nacht wurde die Fatih-Moschee in Dresden Ziel eines Brandanschlags oder gar eines Sprengstoffanschlags. Es entstand Sachschaden in bislang unbezifferter Höhe.

Dresden / TP - In der vergangenen Nacht wurde die Fatih-Moschee der Ditib Ziel eines Brandanschlags oder gar eines Sprengstoffanschlags. Der unbekannten Täter hatte im rückwärtigen Teil des Gebäudes sich an der Gebäudetür zu schaffen gemacht, danach habe es geknallt, teilte der Imam der Moschee mit, der in dem Gebäude wohnt. Es entstand erheblicher Sachschaden an der Fassade, Haustür und Treppenbereich.

Der Vorfall soll sich laut der Betreuer der Fatih-Moschee um ca. 21:50 Uhr in der Hühndorfer Straße ereignet haben, konnte jedoch rechtzeitig vom Imam entdeckt werden, der mit seiner Familie im Obergeschoss wohnt. Der Brand konnte rasch gelöscht werden, auch weil nichts brennbares in Flammen aufging und nicht in das Gebäude gelangen konnte. Die Polizei riegelte den Bereich großräumig ab und wertet zur Zeit die Videoüberwachungsanlage aus. Laut den Betreuern der Moschee soll in den Videoaufnahmen ein Mann zu erkennen sei. Jüngsten polizeilichen Meldungen zufolge soll es sich um ein Sprengstoff gehandelt haben, die die Gebäudetür nach innen gedrückt habe.

Zeitgleich ereignete sich eine Detonation auch vor dem Internationalen Congress Center. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schließt einen Zusammenhang der Anschläge nicht aus und hat die Überwachungen der Dresdener Moscheen noch in der Nacht verstärkt.

Die Moschee die südlich des Dresdner Güterbahnhofs liegt, hatte erst am vergangenen Sonntag im Rahmen der interkulturellen Tage die Dresdner eingeladen, um die dortige Gemeinde bei einem Kaffee näher kennenzulernen. Während der interkulturellen Tage, die zwischen dem 18. September und 2. Oktober stattfinden, haben die Dresdner die Möglichkeit, genauer hinter die Kulissen der Dresdner Moscheen zu schauen.

Nach dem Ende der interkulturellen Tage, die am 2. Oktober mit einer Feier zum islamischen Neujahr und einer Festveranstaltung im Rathaus zu Ende gehen, öffnen dann am Tag der deutschen Einheit alle drei Dresdner Moscheen sowie die Ahmadiyya-Gemeinde ihre Türen. In den muslimischen Gotteshäusern sind Fragerunden, Führungen und vieles mehr geplant. Vor allem soll es darum gehen, den Dresdnern den oft fremden Glauben zu erklären.

Laut der Opferberatungsstelle RAA-Sachsen ist Dresden mit 116 Attacken nach wie vor die Hochburg rechter Gewalt in Sachsen. Demnach seien die gezählten Straftaten im Jahr 2015 im Land Sachsen um 86 Prozent auf insgesamt 477 gestiegen. Auch die Zahl der Opfer stieg auf 654. "Mittlerweile gehören rechtsmotivierte und rassistische Straftaten in Sachsen zum Alltag“, so die RAA-Sachsen. 

Brandanschlag auch in Bebra - Staatsschutz ermittelt

Auch auf einen türkisch-islamischen Kulturverein in Bebra (Hessen) kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem Brandanschlag. Die Polizei zieht auch ein fremdenfeindliches Motiv in Betracht. Verletzt wurde niemand, es entstand aber ein Sachschaden von € 10.000.

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