Kölner Polizei geht von bis zu 50.000 Teilnehmern aus

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Kölner Polizei geht von bis zu 50.000 Teilnehmern aus

Juli 31, 2016 - 19:06
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Die bisherigen Schätzungen der Polizei gingen von bis zu 30.000 Teilnehmern bei der Kundgebung mit dem Titel „Ja zur Demokratie – Nein zum Staatsstreich“ aus. Laut jüngsten Meldungen ging man bereits um etwa 16 Uhr von bis zu 50.000 aus. Zu der Versammlung von Türken und türkischstämmigen Deutschen am rechten Kölner Rheinufer hatte eine "Plattform für Demokratie – gegen Staatsstreich“ unter dem Motto "Ja zur Demokratie - Nein zum Staatsstreich!" aufgerufen, der mehr als 100 Vereine und Gruppen angehören. Die Kundgebung endete friedlich und ohne Vorkommnisse.

Köln / TP - Die Großkundgebung ist nach Worten von Sport- und Jugendminister Akif Cagatay Kilic, der ebenfalls aus Ankara angereist war, als Signal der Geschlossenheit gegen die Putschisten zu verstehen. "Wir sind hier, weil unsere Landsleute in Deutschland für Demokratie und gegen den versuchten Militärputsch in der Türkei einstehen“, sagte der in Deutschland geborene Minister vor Journalisten in Köln. "Die Botschaft, die von der Veranstaltung ausgehen soll, ist, dass in der Türkei alle Parteien und Nichtregierungsorganisationen zusammen gegen den Putsch stehen und die Demokratie verteidigen wollen.“

Der türkische Sportminister Kilic sagte im Rahmen seiner eigenen Rede auf dem Gelände der Deutz Werft "Wir haben geschlossen gezeigt, dass wir für die Demokratie einstehen. Deswegen lasst niemanden einen Keil zwischen uns treiben. Das ist ein wichtiger Test für unser Land“, sagt er. Das sei aber auch ein wichtiger Test "für die türkischen Freunde" gewesen - doch diese hätten den Test wegen des Videoverbots nicht bestanden. "Die Reaktionen der Kanzlerin haben uns enttäuscht“, sagte Kilic weiter. 

Kritik wird in der Rede des Ministers und der Veranstalter auch an der Berichterstattung über den Putschversuch geübt. Deutschen Medien werden "einseitige und voreingenommene Berichte“ vorgehalten, in denen "sogar Trauer“ über den gescheiterten Putsch mitschwinge. In der Erklärung werden zugleich die jüngsten teils extremistischen Gewalttaten in Deutschland und Europa gegenüber Moscheen und türkischen Einrichtungen verurteilt. "Ganz gleich, aus welcher Motivation heraus diese abscheulichen Taten begangen wurden, sie sind eine Schade für unsere freie und friedliche Zivilisation.“

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Live-Übertragung einer Rede des türkischen Staatspräsidenten während der Kundgebung, die dem Verbotsantrag der Kölner Polizei aus formalen Gründen statt gab, wurde eine Redeschrift Erdogans von Veranstaltern selbst verlesen. Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, verurteilte das Verbot der Live-Zuschaltung türkischer Politiker auf der Kundgebung in Köln scharf.

Das sei ein "inakzeptabler Zustand", teilte der Sprecher Ibrahim Kalin in Ankara mit. Die Veranstalter waren gerichtlich in einem Eilverfahren gegen das Verbot vorgegangen, dass türkische Politiker wie Erdogan live zugeschaltet werden, scheiterten am Samstag aber vor dem Bundesverfassungsgericht wegen Verfahrensfehler.

Die bisherigen Schätzungen der Polizei gingen von bis zu 30.000 Teilnehmern bei der Kundgebung aus. Laut Meldung um 16 Uhr, geht man aber mittlerweile von bis zu 50.000 Teilnehmern aus, die auch weit über den Beginn der Kundgebung hinaus in Köln eintrafen und sich auf den Weg zum Gelände machten.

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