Peschmerga und PYD: Die neuen Architekten des Mittleren Ostens

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Peschmerga und PYD: Die neuen Architekten des Mittleren Ostens

November 13, 2015 - 23:52
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Die neuen demografischen Architekten im Norden Syriens und Iraks verunsichern immer mehr Araber und Turkmenen, nach dem auch kurdische Oppositionsgruppierungen Ziel der Peschmergas im Irak und der PYD in Syrien werden.

Berichte über gewaltsame Auflösungen von Demonstrationen durch die PYD mit Hilfe der Volksverteidigungseinheiten (kurdische Milizen - YPG) in al-Malikiya verunsichern immer mehr Araber, Turkmenen und jetzt auch Kurden. Im syrischen Gouvernement al-Hasaka verdichten sich Hinweise, wonach die Repräsalien gegen oppositionelle Gruppen überhand nehmen. Zu den Demonstrationen kam es in der Stadt al-Malikiya im äussersten Nordenosten des Landes, nach dem laut dem Syrischen Oberserver umstrittene Zwangsrekrutierungen unter jungen Männern und Frauen stattfinden sollten sowie durch Aktivisten, die durch die PYD in der Stadt eingesetzt worden seien, um extremistische Ideologien zu verbreiten, die unter der Kontrolle der PYD stehen.

Die Unterdrückung von Demonstrationen in al-Malikiya sollen laut dem Koalitionsmitglied Fouad Alliko durch Kontrollpunkte rund um die Stadt erfolgen, die Demonstrationsaufkommen erst gar nicht ermögliche. Ausserdem werde die Kommunikation gestört und unterbunden, damit Nachrichten von ausserhalb nicht eindringen und auch nicht nach aussen gelangen, so der kurdischstämmige Ausschussmitglied der Freien Syrischen Koalition weiter. Laut Alliko würde die PYD sogar sympathisierende Gegendemonstranten aus kontrollierten Gebieten in die Stadt strömen, um die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Die kritische Situation betreffe nicht nur die Araber, Christen, Turkmenen, sondern und vor allem die Kurden selbst, so Alliko weiter. Alliko wies ferner darauf hin, dass die kurdische Gruppe in al-Malikiya von ihren Forderungen nicht abrücken werde, die legitime Kraft selbst zu stellen und warnte vor einer Eskalation der Gewalt, die von der PYD und deren YPG-Milizen hervorgehe.

Unterdessen hat sich auch der britische Verteidigungsminister Michael Fallon zur PYD und deren ethnischen Säuberungspolitik ausgesprochen. In Ankara teilte Michael Fallon mit, er verurteile solche Praktiken aufs schärfste. Die PYD/YPG kämpfe zwar gegen den Islamischen Staat, verfolge aber in den von der IS zurück eroberten Gebieten einen demografischen Wandel zu ungunsten der Turkmenen und Araber. Das sei inakzeptabel. Noch deutlicher wurde das us-amerikanische Aussenministerium. Das Ministerium warnte die PYD vor einer Errichtung einer autonomen Region in Syrien. 

Bereits vor Monaten warnten turkmenische Oppositionsgruppen vor einer Eskalation der Gewalt in Zusammenhang mit der PYD und deren Praktiken. So bezeichnete der Vorsitzende der Turkmenischen Partei in Syrien, Riyaz Sarikahya, die Situation in Tall Abyad als besorgniserregend. Die PYD versuche nicht nur in den befreiten Gebieten Kantone auszurufen, sie vertreibe Turkmenen und Araber aus ihren angestammten Gebieten und versuche durch diese ethnischen Säuberungen zusammenhanglose Gebiete zu vereinen. Die selbe Politik betreibe die Peschmerga auch im Norden des Iraks. Die Lage werde dann zur Bedrohung aller, wenn diese Kantone aus beiden Ländern sich zu einer gemeinsamen Autonomie entschließen, so Sarikahya weiter. Die Lage wird durch die Äusserungen des turkmenischen Parlamentsabgeordneten Abdurrahman Mustafa nicht weniger dramatisch. Mustafa sagte in einer Pressemitteilung, dass die Turkmenen eine von der PYD anberaumte Demokratische Syrische Bewegung nicht anerkennen werde. Diese Bewegung verfolge anderweitige Ziele, als die einer Gesamtbewegung gegen den Islamischen Staat.

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