Im Nordosten Syriens sitzt das Assad-Regime fest im Sattel

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Im Nordosten Syriens sitzt das Assad-Regime fest im Sattel

März 14, 2016 - 23:44
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Baschar al-Assad hat im Norden Syriens weiterhin das Sagen. In Qamischli haben rund einhundert Sympathisanten des syrischen Regimes gegen die Entscheidung der Golfstaaten protestiert, die Hisbollah als terroristisch einzustufen.

Diyarbakir/TP - Seit dem Konflikt in Syrien steht der größte Teil der Stadt Qamishli eigentlich unter der Kontrolle kurdischer Milizen der Volksverteidigungseinheiten (YPG). Der bewaffnete Arm der PYD (Partei der Demokratischen Union) unter dem Vorsitz von Salih Muslim kontrolliert die Stadt und umliegende Bezirke, den Flughafen und den Grenzübergang zur Türkei. Die PYD hatte die Stadt zur Hauptstadt des kurdischen Kantons Cizire ernannt und wird vom Westen als Speerspitze gegen den Islamischen Staat (IS) bezeichnet und entsprechend militarisiert.

Doch die Rolle der PYD wird von Tag zu Tag zwielichtiger. Wie eine kurdische Menschenrechtsorganisation jetzt mitteilt, hielten Anhänger des syrischen Regimes von Baschar al-Assad in der Stadt Qamishli eine Demonstration gegen die terroristische Einstufung der libanesischen Hisbollah durch die Golfstaaten. Die Kundgebung soll am Montag in der Stadtmitte von Hunderten Sympathisanten besucht worden sein. 

Laut dem Bericht trugen die Demonstrationsteilnehmer Plakate mit Bildern von Baschar al‑Assad und Hasan Nasrullah, dem Generalsekretär der Hisbollah.

Die selbe Menschenrechtsorganisation, die Human Rights, Reporter ohne Grenzen sowie Amnesty International werfen der PYD im Norden Syriens systematische Vertreibungen und Häuserzerstörungen sowie Menschenrechtsverletzungen vor. Ganze Dörfer in dem von der Kurden-Partei PYD kontrollierten Gebiet seien niedergerissen worden, hieß es in einem ai-Bericht. Tausende seien vertrieben worden. Die Organisation berief sich unter anderem auf Augenzeugenberichte und Satellitenbilder. Auch Human Rights wirft der PYD systematische Menschenrechtsverletzungen vor. Laut dem kurdischen Bericht werden Mitglieder des Zentralkomitees der PDK-S, einer konkurierenden Kurdenbewegung systematisch entführt. Es sollen Zwangsrekrutierungen in zahlreichen Städten im Kanton Cizire staatfinden. Junge Männer würden durch YPG-Milizen von der Straße aufgesammelt und gegen ihren Willen eingezogen werden. Kritische Medien sollen bereits durch Beschlüsse verboten worden sein, heißt es in weiteren Berichten der Kurdwatch, die in Berlin ansässig ist.

Die Hisbollahist eine schiitische Partei und Miliz im Libanon. Seit 1992 ist die Hisbollah auch in der libanesischen Nationalversammlung vertreten. Sie stellt zurzeit etwa ein Dutzend Parlamentsabgeordnete und war schon in mehreren Kabinetten der libanesischen Regierung vertreten.

An ihrer Spitze stehen geistliche Gelehrte, als oberste geistliche Autorität wird der Revolutionsführer der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Sejjed Ali Chamene’i angesehen. Hassan Nasrallah ist ihr Generalsekretär und auch Oberbefehlshaber der Hisbollah-Milizen.

Drei Staaten – Israel, Kanada und die Vereinigten Staaten – stufen die gesamte Hisbollah als Terrororganisation ein. Im März 2016 erklärte die Arabische Liga die Hisbollah zu einer Terrororganisation.

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