Aiman Mazyek - Der Angriff auf die Verfassung

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Aiman Mazyek - Der Angriff auf die Verfassung

April 19, 2016 - 02:11
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Mit der Ankündigung eines Anti-Islam-Kurses stößt die AfD auf harsche Kritik. Der Zentralrat der Muslime sieht parallelen zu Hitler-Deutschland, berichtet der NDR nach einer Reportage mit dem Vorsitzenden Aiman Mazyek.

Köln/TP - In einer Reportage mit dem NDR erklärte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, dass die "AfD auf einer Welle der Islamfeindlichkeit" schwimme. Die Alternative für Deutschland (AfD) hatte mit der Ankündigung eines Anti-Islam-Kurses für Aufsehen erregt, die sie in zwei Wochen auf ihrem Parteitag in Stuttgart in Zusammenhang mit einem Parteiprogramm erörtern will.

Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch hatte in der Franfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärt, der Islam sei eine politische Ideologie. Sie sei daher mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Auch der Parteivorsitzende Alexander Gauland hatte vor einer "Islamisierung Deutschlands" gewarnt. Zwar würden viele Muslime zu Deutschland gehören, nicht aber der Islam zu Deutschland, so Gauland.

Aiman Mayzek sieht dagegen einen Angriff auf den Kern der Verfassung Deutschlands: die des Grundrechts der Religionsfreiheit. Mayzek erkärte, dass die AfD eine andere Republik wolle. Um das zu verwirklichem werde sie aber die freiheitlich-demokratische Grundordnung "letztendlich abschaffen". Es gehe der Partei daher gar nicht um den Islam, sondern um eine andere "Republik". "Hier wird der Islam nur missbraucht, eingesetzt als Projektion, um letztendlich eine ganz andere Republik zu haben.", sagte Mayzek dazu. Die AfD bediene sich dabei den vorhandenen Vorurteilen und spreche somit auch die Islam- und Migrationsgegner an.

Die Äusserungen der Parteispitze der AfD haben auch eine schizophren anmutende Schutzbehaupung wie, "viele Muslime gehören zu Deutschland, aber der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Das erinnert an finstre Zeiten, denn die Rhetorik der Islamgegner erinnert stark an die antisemitischen Äußerungen der letzten Jahrhunderte. Wahrscheinlich wird in Stuttgart darüber debattiert, ob und inwiefern man den "Islam" aus den Augen, aus dem Sinn wegverordnen kann.

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