Nach PEGIDA-Geburtstagparty: Akif Pirincci enttarnt sich als BND-Spitzel

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Nach PEGIDA-Geburtstagparty: Akif Pirincci enttarnt sich als BND-Spitzel

Oktober 20, 2015 - 11:07
Kategorie:
0 Kommentare

Alles nur gespielt, alles nur um die PEGIDA zu "zerstören". Akif Pirincci, der am gestrigen Abend vor einer Menschenmasse in Dresden eine Rede abhielt, hat in einem aktuellen Statement bekannt gegeben, er sei nur ein Informant des BND.

Dresden - Genau ein Jahr war es am gestrigen Tag her, als sich mehrere Tausend Kundgebungsteilnehmer gegen die Islamisierung des christlichen Abendlandes in Dresden einfanden und die PEGIDA aus dem Boden stampften. Am gestrigen Abend trafen sich die Teilnehmer mit einer Vielzahl neuer Anhänger in Dresden, um das einjährige Bestehen der PEGIDA zu feiern. Eingeladen hatte sich auch Akif Pirincci, der ein deutsch-türkischer Schriftsteller ist und ursprünglich durch Kriminalromane, beginnend mit Felidae, Bekanntheitsgrad erlangte. 

Als Vorletzter Redner, sprach Akif Pirincci dann in einer 25-minütigen langatmigen, feuerigen und emotionalisierten Rede von Grünen als "Kinderfickerpartei", von Politikern die "Gauleiter gegen das eigene Volk" seien und von einer "Umvolkung" in Deutschland, die geradezu forciert werde. Die Flüchtlinge, die in die Bundesrepublik kommen, bezeichnete er als "Invasoren". Danach schwadroniert Pirincci von Muslimen, die "Ungläubige mit ihrem Moslemsaft vollpumpen" und einer drohenden "Moslemmüllhalde" in Deutschland. Nach der 25-minütigen Rede musste gar Pegida-Organisator Lutz Bachmann einschreiten; es war auch Bachmann zuviel des guten. 

Wie aktuell berichtet wird, soll sich Akif Pirincci als Informant des BND geoutet haben. "Alles nur gespielt, alles nur um die PEGIDA zu zerstören", schreibt Pirincci in einer kurzen Pressemitteilung. Er sei vom Bundesnachrichtendienst bereits 2001 angeworben worden, um in der rechtsextremistischen Szene als "Haustürke" Fuß zu fassen. Danach habe er, um seine Tarnung aufrechtzuerhalten, mehrere Interviews und Leserartikel in bekannten Online-Nachrichtenportalen abgegeben. So habe sich mit der Zeit eine enge aber intensive Beziehung mit der Szene entwickelt. Am gestrigen Tag habe Pirincci zum letzten Akt geläutet, die PEGIDA auf der eigenen Geburtagsparty "zerstört", berichtet auch die DTN. Pirincci weiter: "dass mit dem KZ´s war so ein Signal an die BND, den Platz zu stürmen, aber sie kamen nicht...".

Auf die Frage eines telefonischen Rückrufs, was er jetzt zu tun gedenke, sagte Pirincci: "Jetzt ist die LEGIDA dran, auch Sie werde ich mit meiner Rede in Grund und Boden stampfen." Der BND wollte auch nach mehrmaligen Anfragen kein Kommentar abgeben. Auf einer Nebenstraße in Pullach, unweit des BND-Hauptquartiers, fanden aber Journalisten der Speichel in den frühen Morgenstunden mehrere Geheim-eingestufte Aktenordner, auf denen Etiketten mit der Aufschrift "PEGIDA" klebten. Wie die Ordner dorthin kamen, konnte man auf erneute Anfrage nicht erklären. Es könne sich, so ein BND-Sprecher, um ein Expose über Dresdens-Immbolien handeln. Ohne Einsicht in die Akten werde man keinen weiteren Kommentar abgeben.

Schon einmal hatte der BND in einem aufsehenerregenden Fall ein Giftgas-Angriff in letzter Sekunde verhindert. Der irakische Informant Rafed Aljanabi hatte dem BND die Standort der Massenvernichtungswaffen des Diktators Saddam verraten und den USA so ermöglicht, vor dem UN-Sicherheitstribunal einen Vorsorgekrieg gegen Saddam durchzusetzen. Damit hat der BND seit ihrer Gründungszeit zusammen mit der erfolgreichen Zerschlagung des NSU-Terrornetzwerks drei erfolgreiche Operationen vorzuweisen.

Werbeanzeige