Nach Anschlägen in Dresden: Ditib beunruhigt

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Nach Anschlägen in Dresden: Ditib beunruhigt

September 27, 2016 - 22:59
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Aufgrund der in letzter Zeit steigenden Anzahl von Moscheeanschlägen und Moscheeschändungen ist nicht nur die Türkisch-Islamische Union, sondern auch die BIG Partei beunruhigt.

Dresden / TP - Nach den Sprengstoffanschlägen in Dresden vor einer Ditib-Moschee und dem internationalen Kongresscenter in der vergangenen Nacht, ist die Türkisch-Islamische Union (Ditib) beunruhigt über die in letzter Zeit gestiegenen Anzahl an Anschlägen und Schändungen von Moscheen. 

Die Ditib-Zentrale in Köln erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Serie von Angriffen auf Moscheen in Dresden, Schwäbisch Gmünd und Bebra entschieden verurteilt werden und man als Verband gegen jegliche Form von Gewalt und Angriffen gegen Gebetshäuser ist. Gleichzeitig hoffe man, dass die Täter zeitnah zur Verantwortung gezogen werden, so der Verband.

Wie ernst man die derzeitige Lage inzwischen wahrnimmt, konnte man an den kurzfristigen Stipvisiten des türkische Generalkonsul von Berlin, Ahmet Başar Şen, sowie des Religionsattachés Ahmet Fuat Çandır erkennen. Zugleich war auch Dr. Bekir Alboga, Generalsekretär im DITIB-Bundesvorstand, angereist, um sich einen Überblick zu verschaffen und dem Iman sowie seiner Familie seine Betroffenheit zu bekunden.

Die Serie von Anschlägen und Schändungen betrifft bundesweit alleine in 14 Tagen mehrere Moscheen. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen, da die meisten Moscheevereine befürchten, erst Recht in den Fokus islamfeindlicher Extremisten zu rücken. Am vergangenem Sonntag wurde eine Moschee in Schwäbisch Gmünd Ziel rechtsradikaler Schmierereien. Zeitgleich wurde im hessischen Bebra eine Moschee Ziel eines Brandanschlags. Letzte Woche wurde eine DITIB-Moschee in Essen Opfer eines islamfeindlichen Angriffs.

Die BIG-Partei, eines der ersten von Muslimen gegründeten Parteien Deutschlands, erklärte, dass der Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden ein Novum sei und zeige, wie die "Gefährlichkeit und Brisanz der fremdenfeindlichen Stimmung immer weiter zunimmt."

Weiter heißt es in der Presseerklärung: "Diese Art von Gewalt erinnert uns an den Beginn der nationalsozialistischen Ära Deutschlands, insbesondere an die Novemberpogrome 1938, bei der viele Synagogen in Flammen aufgingen und mehrere davon völlig vernichtet wurden. Was dann kam, wissen wir Alle."

Die Gewalt mit fremdenfeindlichem Hintergrund steigt in Deutschland weiter drastisch an. Seit Jahresbeginn registrierte die Polizei nach Angaben des Bundesinnenministeriums 507 Fälle wie Körperverletzung oder Brandstiftung – damit hat sich deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Die Türkisch-Islamische Union, die inzwischen selbst seit 2013 eine Statistik führt, hat alleine 99 islamfeindliche Angriffe im Jahr 2015 festgestellt, womit im Vergleich zu den Vorjahren erneut ein Höhepunkt erreicht wurde. Inzwischen sprechen Experten wie Vizechef des Hannah-Arendt-Institutes der TU Dresden, Uwe Backes, Rechtsextremismus-Experte Bernd Wagner oder Terrorismus-Experte Guido Steinberg offen von "Rechtsterrorismus" und nicht mehr allein von "Rechtsextremismus".

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