Türkei: In den Öffentlich rechtlichen Satire oder doch schon Hetze?

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Türkei: In den Öffentlich rechtlichen Satire oder doch schon Hetze?

März 29, 2016 - 16:08
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Das türkische Außenministerium hat wegen eines „NDR-Beitrags“ den deutschen Botschafter Martin Erdmann einbestellt, berichtet der Spiegel. „Es geht nicht um Satire“, sagen ranghohe Vertreter im türkischen Außenministerium. In der Satiresendung extra 3 vom 17. März wird mit einem Lied „Erdowi, Erdowo, Erdoğan“ der türkische Präsident Erdoğan mit „Hass auf Kurden“ bezichtigt.

Ankara/dtz - Das türkische Außenministerium hat wegen eines „NDR-Beitrags“ den deutschen Botschafter Martin Erdmann einbestellt, berichtet der Spiegel. „Es geht nicht um Satire“, sagen ranghohe Vertreter im türkischen Außenministerium. Von beiden Seiten bestätigt und damit als sicher gilt, bei der Unterredung ging es um die politische Satiresendung extra 3 vom 17. März. In dieser wurde mit einem Lied „Erdowi, Erdowo, Erdoğan“ der türkische Präsident Erdoğan mit „Hass auf Kurden“ bezichtigt.

"... Kurden hasst er wie die Pest, die bombardiert er auch viel lieber als die Glaubensbrüder drüben beim IS..,"

Gilt der Text „Kurden hasst er wie die Pest“ noch als Satire? Nein, sagt ein Mitarbeiter des türkischen Außenministeriums der Deutsch Türkischen Zeitung (DTZ). Dies sei keine Satire mehr, sondern grenze an Volksverhetzung. Es sei hinlänglich bekannt wie Medien in Europa den Anti-Terrorkampf der Türkei als „Kampf gegen die eigene kurdischstämmige Bevölkerung“ verkauften. „Dass nun noch ein öffentlich-rechtlicher Sender, gedeckt durch Satire, diese schon länger währende manipulative Meinungskampagne gegen Präsident Erdoğan unterstützt ist ein Skandal“, so der Mitarbeiter des türkischen Außenministeriums.

Wie manipulativ die Medien seien, erkenne man schon anhand des betreffenden Spiegel-Beitrags. Mit keinem Wort sei erwähnt, dass es bei der Einbestellung um den „geschmacklosen Vorwurf“ von „Hass auf Kurden“ ging. Der Spiegel-Bericht lege nahe, dass es sich vordergründig um „die Kritik an der Meinungsfreiheit in der Türkei“ ginge. In der Tat hat Spiegel die für Kritik sorgenden Textstellen weggelassen und berichtet, es gehe in diesem satirischen Lied um Texte wie „Er lebt auf großem Fuß, der Protz vom Bosporus“ und „Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdoğan nicht passt, ist morgen schon im Knast“.

Satirische Beiträge mit derartigen Texten wie sie Spiegel abgedruckt seien, gebe es täglich in der Türkei und sie seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt, so der ranghohe Beamte weiter. Doch solche unfassbaren Unterstellungen, wie „Hass gegen die kurdischstämmige Bevölkerung in der Türkei“, sei es auch in Satire verpackt, seien gegen einen Repräsentanten des türkischen Volkes nicht vertretbar. Und besonders nicht durch staatlich beeinflusste öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland.
Quelle: dtz

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