Der Rapporteur am 29. Dezember 2016

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Der Rapporteur am 29. Dezember 2016

Dezember 29, 2016 - 22:22
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Unser Rapporteur hat wieder ganz normale und wissenswertige Dinge aus der Türkei und Deutschland zusammengetragen, aber auch beeindruckendes, kurioses, lustiges, unglaubliches oder erstaunliches, ob aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Kultur.

Der ehemalige Direktor des staatlichen Rüstungsunternehmen (MKEK), Mustafa Tanriverdi, wird bei der fingierten Übergabe festgenommen

Der Haci Babas Dönergrill in Bestwig (NRW) verteilt seit nunmehr 18 Monaten an Hilfsbedürftige Essensportionen. Im März 2015 hatte der Inhaber des Schnellrestaurants als Antwort auf die steigende Islamophobie erst mit einem kleinen Zettel an der Fensterfront des Schnellimbisses Obdachtlose angesprochen. Sie könnten umsonst eine Portion Essen bekommen. Auch Geringverdiener und Familien mit niedrigen Einkommen oder Personen die in dem Moment kein Geld dabei haben, waren angesprochen. Seit diesem Tag hat der Inhaber ununterbrochen sich mit den Ärmsten des Landes solidarisiert.

Die Berliner Polizei hat den Autor einer Fake News - einer Falschmeldung - ermittelt. Der Mann hatte wenige Tage nach dem Anschlag am Breitscheidplatz auf Whatsapp vor einer Terrorzelle gewarnt, die Anschläge auf Berliner Einkaufszentren plane. Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung konnte der Urheber ermittelt werden, teilte die Behörde mit. Die falsche Nachricht hatte sich laut Polizei am Freitag vor Heiligabend "wie ein Lauffeuer" verbreitet und viele ohnehin vom Terroranschlag am 19. Dezember geschockte Menschen zusätzlich verunsichert. "Wir hatten eine Menge Arbeit auf unseren Social Media Kanälen, dieses sinnlose Gerücht wieder einzufangen", schrieben die Beamten bei Facebook.

Der prominente türkische Autor und regierungskritische Journalist Ahmet Şık ist in Istanbul festgenommen worden. Das berichteten sowohl Şık selbst auf seinem Twitter-Account als auch die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Şık schrieb auf Twitter: "Ich bin gerade festgenommen worden." Er werde anscheinend wegen einiger Tweets zur Staatsanwaltschaft gebracht. Anadolu listet die Tweets auf, um die es gehen soll. Der Vorwurf laute auf Verbreitung von "Terror-Propaganda".

Unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit hat in Istanbul der Prozess gegen die türkische Autorin Aslı Erdoğan und acht weitere Angeklagte wegen Terrorvorwürfen begonnen. Den Angeklagten wird unter anderem Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK vorgeworfen. Ihnen droht lebenslange Haft. Hintergrund ist die Tätigkeit der Angeklagten für die inzwischen geschlossene nationalistisch-kurdische Zeitung "Özgür Gündem". Die türkischen Behörden sehen das Blatt als Sprachrohr der PKK. Erdoğan hatte Kolumnen für die Zeitung geschrieben und war im August Rahmen einer Razzia gegen die Özgür Gündem festgenommen worden. Die Autorin und weitere drei der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.

Zu rund 13 Jahren Haft wurde der ehemalige Direktor des staatlichen Rüstungsunternehmen (MKEK), Mustafa Tanriverdi, verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, versucht zu haben, die Entwicklungspläne für das türkische Infanteriegewehr MPT-76 an ein US-Unternehmen zu veräussern. Im April 2016 wurde Mustafa Tanriverdi dann bei einer fingierten Übergabe verhaftet.

Die in Neuseeland von Türken gegründete Hackergruppe "Ay Yildiz Tim" meldet, den Server der nationalistisch-kurdische Nachrichtenportal JINHA erreicht und über 5.000 Video- und 6.000 Bildmaterial gesichert zu haben. Der Datenbestand soll an die türkischen Sicherheitsbehörden übergegeben worden.

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