"Reis" - Das Leben des Erdogan im Kino

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"Reis" - Das Leben des Erdogan im Kino

Oktober 06, 2016 - 18:04
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Bereits jetzt ist das Interesse an der Lebensgeschichte des gegenwärtigen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vom türkischen Filmregisseur Hüdaverdi Yavuz gewaltig. Ob es in den deutschen Kinos erscheinen wird, steht indes noch aus.

Istanbul / TP - "Reis" heißt die Biografie-Verfilmung des türkischen Filmregisseurs Hüdaverdi Yavuz über den Staatspräsidenten Erdogan, der am 14. November in den türkischen Kinos anlaufen wird. Bereits jetzt ist das Interesse daran sehr groß. In Deutschland trifft die Ankündigung sowie die jetzt veröffentlichten Trailer auf reges Interesse innerhalb der türkischen Community. 130 Millionen mal wurde der Trailer bereits im Internet seit dem 19. August angeklickt.

"Reis" bedeutet im türkischen soviel wie "Präsident", eine Anspielung auf die hohe Position und Anerkennung im Amt. Filmregisseur Hüdaverdi Yavuz erzählt in seiner Verfilmung über den Staatspräsidenten Erdogan und sein Leben. Die in fünf Episoden unterteilte Verfilmung beginnt mit dem Jahre 1933, behandelt die Kindheit und den Aufstieg zum Oberbürgermeister der Metropole Istanbul. 

Sommer 1965, "Reis" ist gerade 11 Jahre alt, als er auf die Ergebnisse der Prüfung zur Zulassung an einer der religiösen Hochschulen in Istanbul wartet. Während dieser Zeit verkauft Erdogan Simit, eine Art Bagel mit Sesam, an der Strandpromenade von Istanbul, türkische Knabbereien in den Kinos, um damit sein Taschengeld aufzubessern. Gleichzeitig spart er sich seit 4 Jahren auch das Geld, um ein rotes Fahrrad zu kaufen. 

Fußball interessiert ihn, entgegen seiner Freunde und Schulkameraden, zu der Zeit in diesem Alter nicht. Im Alter von 7 Jahren hatte ihm sein Vater versprochen, aus ihm einen Mann zu machen, weshalb er auf Fußball verzichtet hatte, stattdessen mit 4 Freunden eine Clique namens "Die Sgens-Bande" gründete. Diese "Bande" hilft armen und alten Menschen im alten Istanbuler Hafenviertel Kasımpaşa, dem Geburtsort Erdogans. Selbstverständlich ist nicht alles so friedlich im Leben des kleinen Erdogans, weshalb er und das Viertel in der er geboren und aufgewachsen ist, eine Prüfung nach der anderen überstehen müssen.

Der Zeitpunkt der Verfilmung und das Kinodebüt von "Reis" sind bewusst gewählt worden, sagt Hüdaverdi Yavuz. Das Interesse an Erdogan sei nicht nur in der Türkei, sondern auch im Ausland stetig gewachsen, teils falsch verstanden, teils sogar vergöttert. Er wolle mit der Verfilmung nicht nur das Leben des "Reis" erfassbar machen, sondern auch die Zustände in denen er aufgewachsen und Istanbul erlebt habe aufzeigen, die dazu geführt haben, weshalb er zum "Reis" wurde, sagt Yavuz. Erdogan wird dabei  vom TV-Serien und Filmschauspieler Reha Beyoğlu dargestellt, der u.a. in der TV-Serie "Kurtlar Vadisi" (Tal der Wölfe) eine Rolle gespielt hat, während die Mutter von Erdogan von der Schauspielerin Özlem Balcı dargestellt wird.

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