Türkei: Tobias Huch droht Klage durch Turkish Airlines

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Türkei: Tobias Huch droht Klage durch Turkish Airlines

Januar 06, 2017 - 18:43
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Die Turkish Airlines hat ihre Rechtsabteilung angewiesen, gegen Tobias Huch wegen Verleumdung eine Schadensersatzklage in Deutschland einzureichen. Huch hatte ein Bild des Modedesigners Barbaros Şansal mit blutender Nase sowie das Logo von Turkish Airlines geteilt.

Bild: Tobias Huch - Warum man als Demokrat nicht mit Turkish Airlines fliegen sollte? Deswegen!

Istanbul / TP - Es könnte eng werden, für den FDP-Politiker und Unternehmer Tobias Huch. Das Landgericht Koblenz hatte bereits gegen Huch wegen Steuerhinterziehung eine Bewährungsstrafe ausgesprochen und die GmbH, in der er Geschäftsführer war, hat Insolvenz angemeldet. Überdies, trotz einer Klage gegen einen Türken in Deutschland, der ihn unter anderem mit der Terrororganisation PKK in Verbindung brachte, darf Huch weiterhin als Sympathisant der PKK bezeichnet werden. Nun hat wohl auch die Turkish Airlines (THY) ihre Rechtsabteilung angewiesen, gegen Tobias Huch juristisch vorzugehen.

Tobias Huch, der stellvertretender Vorsitzender der Jungen Liberalen Rheinhessen-Vorderpfalz und Beisitzer im Landesvorstand der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz ist, überspitzt es gern, vor allem wenn es um die Türkei und die "Kurden" geht. Hier ist er im Internet als Netzaktivist ziemlich bekannt geworden. Doch die letzte Aktion Huch´s vom 4. Januar könnte ins Auge gehen. Es geht dabei um ein Bild, das Huch im sozialen Netzwerk Facebook teilte.

Der türkische Modedesigner Barbaros Şansal wünschte der Türkei in einem Video-Tweet während der Silvesternacht, sie möge doch in ihrer eigenen Scheiße ersticken. Es sollte eine Kritik an der Regierung und am Volk werden. Nach der Ankunft am Flughafen in Istanbul am 2. Januar, wurde Şansal trotz der Anwesenheit von Sicherheitskräften, von aufgebrachten Einzelpersonen attackiert und konnte sich geradeso in ein Fahrzeug flüchten. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Angreifer. In sozialen Netzwerken ist man sich uneinig darüber, ob das sein musste. Manche meinen, er hätte das längst verdient. Andere sind überzeugt, dass der Modedesigner nur auf Publicity aus war und dass die Justiz zuständig sei, so etwas zu verfolgen. Şansal wurde mittlerweile festgenommen. Gegen ihn droht ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung.

Huch griff dieses Thema auf, in dem er ein Bild des Modeedesigners Şansal mit dem Logo der türkischen Airline verzierte und als Überschrift "Warum man als Demokrat nicht mit Turkish Airlines fliegen sollte?" wählte. Das Bild des Modedesigners mit der blutenden Nase wurde aber am 27.12.2012 von Şansal selbst verbreitet, als er nach einem Angriff in Istanbul im Stadtbezirk Taksim in Ayaspaşa bei der Polizei erschien, um Anzeige gegen unbekannt zu erstatten.

Die Turkish Airlines hat nach türkischen Medienberichten zufolge ihre Rechtsabteilung angewiesen, rechtliche Schritte gegen den Beitrag in Facebook einzuleiten. Huch müsste aufgrund des Bekanntheitsgrades der Airline mit einer hohen Schadensersatzsumme rechnen, sollte die Klage in Deutschland eingereicht werden.

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