Festnahmen nach Terroranschlag in Istanbul

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Festnahmen nach Terroranschlag in Istanbul

Dezember 12, 2016 - 21:07
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Bei polizeilichen Razzien wurden 235 Personen festgenommen. Ihnen wird zur Last gelegt, über soziale Medien Terror-Propaganda betrieben zu haben. In Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Istanbul, bei der die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 44 angestiegen ist, wurden 13 Tatverdächtige festgenommen. Des Weiteren wurden 3 Personen festgenommen, denen schwerwiegende entwürdigende oder erniedrigende Äusserungen über die Todesopfer vorgeworfen wird. Staatspräsident Erdogan besuchte am Montag die Bereitschaftspolizei in Istanbul. Hier forderte Erdogan von den Beamten, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Der Schießbefehl soll angewendet werden, "wir werden hinter euch stehen, wenn ihr Terroristen daran hindert, ihr Werk zu vollenden", sagte Erdogan.

Festnahmen nach Terroranschlag in Istanbul

Istanbul / TP - In Zusammenhang mit dem Bombenanschlag im Istanbuler Stadtteil Besiktas, bei der am Samstag nach dem Fußballspiel zwischen Besiktas JK und Bursa Spor, bislang 44 Menschen ums Leben gekommen sind und mehr als 150 Verletzte zu beklagen sind, wurden 13 Tatverdächtige verhaftet. Sie stehen im dringenden Tatverdacht, den Selbstmordattentätern Unterschlupf und logistische Unterstützung zukommen lassen zu haben. 

Des Weiteren wurden bislang 3 Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, die Todesopfer des Bombenanschlags auf schwerwiegende, entwürdigende oder erniedrigende weise verhöhnt zu haben. Kurz nach dem Bombenanschlag hatten sich die Verhafteten in sozialen Medien abfällig über den Terroranschlag geäussert, dabei die Todesopfer als zu schützende Person in ihrer Totenehre bzw. Menschenwürde verletzt.

Am Montag gab das türkische Innenministerium die Festnahme von weiteren 235 Personen bekannt, denen Propaganda für eine oder mehrere Terrororganisationen nachgesagt werden. Die Operationen hierzu seien seit Sonntag angelaufen und am frühen Montagmorgen beendet worden, heißt es in der Erklärung.

Demnach wurde in Siirt eine Person festgenommen, dem vorgeworfen wir, organisatorisch für die Terrororganisation PKK tätig gewesen und als solcher aufgetreten zu sein. In Kayseri wurden 7, in Izmir 11, in Manisa der Kreisvorsitzende der nationalisch-kurdischen Partei HDP, Ahmet Ertas sowie in Salihli der Kreisvorsitzende Abdulkadir Murg zusammen mit 4 weiteren Personen verhaftet. 

In Hakkari nahm die Polizei 2 Personen, in Adana 20, in Gaziantep 36 Mitglieder der HDP sowie DBP (Demokratische Partei der Regionen), in Ankara 17 Personen, darunter der Landesvorsitzende der HDP, Ibrahim Binici verhaftet. In Mersin nahm die Polizei 64 fest, während in Sanliurfa 53 und in Istanbul wegen mutmaßlicher politischer Betätigung für die PKK 20 festgenommen wurden.

Unterdessen hat Staatspräsident Erdogan während eines Besuchs der Bereitschaftspolizei von Istanbul die Beamten für ihren unermüdlichen Einsatz gelobt. Ausserdem erklärte Erdogan, dass die Polizei aufgrund eines Notstandsgesetzes von der Schusswaffe Gebrauch machen können, vor allem dann, wenn Gefahr in Verzug sei. "Wir stehen als Staat hinter euch. Was der Staat euch legimitiert hat, kann und soll bei einer Terrorabwehr angewendet werden und wir werden hinter euch stehen", sagte Erdogan während der Rede.

Die Bereitsschaftspolizei war am Samstag vor der Vodafone-Arena das eigentliche Anschlagsziel der Selbstmordattentäter. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich einer der Selbstmordattentäter in einem Fahrzeug nahe eines Mannschafsbusses in die Luft gesprengt. Der zweite Selbstmordattentäter sollte dann hinzustoßen und sich inmitten einer Menge von Polizei- und Rettungskräften ebenfalls in die Luft sprengen. Der zweite Plan ging jedoch nicht auf, er wurde noch vor der Ankunft am Stadion von umsichtigen Beamten gestellt, der aber die im Rucksack eingepackte Bombe dennoch zünden konnte.

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