Russland knackt Handy vom Karlow-Attentäter

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Russland knackt Handy vom Karlow-Attentäter

Dezember 23, 2016 - 21:26
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Im Zusammenhang mit der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara, sollen russische Ermittler laut nachrichtendienstlichen Quellen das iPhone des Attentäters geknackt und auf sensible Daten gestoßen sein.

Russland knackt Handy vom Karlow-Attentäter

Ankara / TP - Ein 18-köpfiges Ermittlerteam aus Russland unterstützt und begleitet die Ermittlungsarbeiten der türkischen Sicherheitsbehörden in Zusammenhang mit der Ermordung des russischen Botschafters der Türkei, Andrej Karlow. Karlow war am vergangenem Samstag während einer Eröffnungsrede einer Kunstausstellung in Ankara durch einen türkischen Bereitsschaftspolizisten ermordet worden. Die türkischen Sicherheitskräfte hatten den Attentäter anschließend bei einem Schusswechsel getötet. Mit dabei hatte der Attentäter auch ein iPhone-Handy.

Wie jetzt bekannt wird, hatten russische Ermittler das Unternehmen Apple um Hilfe für die Umgehung der Sicherheitssperren des Handys vom Attentäter gebeten. Apple kam dem aber nicht nach. Apple hatte bereits zuvor der US-Bundespolizei FBI eine Abfuhr erteilt, das iPhone-Handy eines Attentäters zu entsperren, der mit einem Anschlag in San Bernardino 14 Menschen getötet hatte. Mittlerweile soll das FBI selbst die Code-Sperre umgangen haben, um auf Inhalte des Handys zuzugreifen.

Laut der russischen Meldung, die auch in türkischen Medien erwähnt wird, soll das Handy, die mutmaßlich mit einer 4-stufigen Sicherheitssperre gesichert gewesen sein soll, nun von russischen Experten geknackt, die sensiblen Daten bereits umfangreich ausgewertet worden sein. 

In der Meldung heißt es weiter, dass der Attentäter Mevlüt Mert Altıntaş auf dem Handy das in der Türkei als FETÖ-App bekannte verschlüsselte Messenger-App "ByLock" installiert und auch verwendet hat. Bei den Untersuchungen der App soll man auf Verbindungen zur FETÖ (Fethullahistische Terrororganisation) gestoßen sein. Die App "ByLock" wird immer wieder mit dem Gülen-Netzwerk in Zusammenhang gebracht. Türkische Sicherheitsbehörden überprüfen bei ihren Untersuchungen zum gescheiterten Putschversuch unter anderem die Handys aller Verdächtigen, um festzustellen, ob diese App installiert ist und welche Informationen vor, während und nach dem Putschversuch ausgetauscht wurden.

Des Weiteren heißt es, dass die russischen Ermittler anhand der Handy-Signatur sowie der Handy-Signale und in Zusammenarbeit mit der türkischen- und irakischen Telekommunikationsbehörde mehrere Monate zurück alle Bewegungen des Handys verfolgt haben. Demnach soll der Attentäter am 15. Juli 2016 nach Dienstende in Diyarbakir, sich in Richtung Irak aufgemacht und dort in Erbil mehr als 7 Stunden aufgehalten haben. 

In einem Zeitraum von rund 6 Stunden sei aber das Handy in Erbil abgeschaltet, danach wieder eingeschaltet worden. In dem Bericht wird erklärt, dass das Signal in der Nähe eines CIA-Auslandsbüros in Erbil im Regierungsviertel abgebrochen, das Handy in Erbil nach Stunden wieder Verbindung mit dem Netz aufgenommen habe. Laut türkischen Medien sollen auch alle Handy-Gesprächsverläufe des Attentäters von mehreren Monaten zurückverfolgt und ausgewertet worden sein. 

Weshalb der Bereitsschaftspolizei just an selben Tag, an dem auch der Putsch in der Türkei am Abend begann, ins 386km. entfernte Erbil reiste, ist bislang unbekannt. Bekannt ist nur, dass der Attentäter als Bereitsschaftspolizist bei seinem Dienstvorgesetzten in Diyarbakir für den 16. bis 17. Juli Urlaub beantragt, den Aufenthaltsort während dieser Zeit als Ankara angab und auch zugesprochen bekam. Die Adresse in Ankara ist auch die selbe Adresse, in dem der Attentäter nach seiner Versetzung nach Ankara, mit einen Kollegen bewohnte. Die Wohnung soll einem FETÖ-Verdächtigen gehören, der sich in Schweden aufhält und ehemals Journalist der Zaman-Gruppe war.

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