Türkei: CIA hat Vorwürfe mit IS-Ölgeschäft zurückgenommen

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Türkei: CIA hat Vorwürfe mit IS-Ölgeschäft zurückgenommen

Dezember 16, 2016 - 16:58
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Laut türkischen Medien hatte sich das us-amerikanische Nachrichtendienst CIA bereits Anfang 2015 inoffiziell beim türkischen Aussenministerium entschuldigt. Bei den Anschuldigungen ging es um die angeblichen Ölgeschäfte zwischen dem Islamischen Staat und offiziellen der Türkei. Die türkische Regierung bestritt die Vorwürfe stets und forderte zuletzt von US-Aussenminister John Kerry Beweise für die "Lügen".

Türkei: CIA hat Vorwürfe mit IS-Ölgeschäft zurückgenommen

Ankara / TP - Das türkische Aussenministerium hatte laut türkischen Medienberichten bereits Anfang 2015 ein inoffizielles Schreiben des us-amerikanischen Nachrichtendienstes CIA erhalten, worin man sich bei der türkischen Regierung für die Vorwürfe gegenüber der Türkei entschuldigt hat. Das berichten türkische Medien unter Berufung auf diplomatische Kreise. 

Die USA hatten Mitte 2014 mehrmals die türkische Regierung beschuldigt, Öl vom Islamischen Staat (IS) abgekauft zu haben. Die türkische Regierung hatte das stets dementiert und die Vorwürfe als unhaltbar zurückgewiesen. Zuletzt sprach US-Aussenminister John Kerry von mutmaßlichen Erdölgeschäften, bis hin zu Geschäftsverbindungen der Familie Erdogan.

Die ersten Vorwürfe wurden laut, als im Zuge einer US-Militäroperation 2015 der tunesische IS-Terrorist und mutmaßlicher Drahtzieher der Erdölverkäufe Abu Sayyaf im Irak getötet, angeblich mehrere Datenträger und Speicher beschlagnahmt wurden. Kurz darauf berichteten US- und europäische Medien unter Berufung auf Geheimdienste, dass die Türkei ganz dick im Erdöl-Geschäft mit dem Islamischen Staat sei und dazu beitrage, dass diese im Schnitt durch Ölverkäufe bis zu 10 Millionen US-Dollar einnehme. Die Vorwürrfe richteten sich auch gegen die Familie Erdogan, hier unter anderem gegen Bilal Erdogan. Bis zuletzt bestritt die Türkei den Handel vehement und forderte unter anderem durch den türkischen Aussenminister Cavusoglu Beweise für die "ungeheuerlichen" Vorwürfe. Die blieben bis zuletzt aus.

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Armee warf auch der russische Staatspräsident Putin der Türkei vor, von der IS Öl abzukaufen. Die Türkei hatte wiederum Russland und den syrischen Machthaber Assad beschuldigt, den Ölhandel in der Region zu kontrollieren, darunter auch Erdölfelder unter dem Machteinfluss der IS und über einflussreiche Unternehmer in den Weltmarkt zu bringen. Nach der Wiederannäherung zwischen Ankara und Moskau sind aber auch dieser Vorwurf nicht mehr erneuert worden.

Wie türkische Medien aktuell berichten, hatte das türkische Aussenministerium bereits Anfang 2015 vom us-amerikanischen Auslandsnachrichtendienst CIA ein inoffizielles Schreiben erhalten, worin man sich für die Vorwürfe, die bereits September 2014 während eines treffens des UN-Sicherheitsrates von John Kerry in den Raum geworfen wurden, entschuldigt habe. 

Die Türkei versucht seit Mitte 2014 verstärkt den Ölschmuggel über die Grenzen des Iraks und Syrien zu unterbinden, die durch Zwischenhändler in den freien Markt gelangen. Vor allem Transitrouten entlang der 900km. langen gemeinsamen Grenze mit Syrien sowie 250km. langen Grenzverlaufes zum Irak werden seitdem verstärkt kontrolliert, finden immer noch Razzien und Verhaftungen statt. 

Türkische Behörden gehen immer noch davon aus, dass der Schmuggel in kleinen Maßstäben erfolgt, minderwertiges raffiniertes Erdöl meist als Diesel vor allem in Grenzregionen in den Handel gelangt. Mit der Schließung der Grenze durch eine durchgehende Mauer bzw. Zaunanlage bis Anfang 2017 erhofft sich die türkische Regierung, dass die IS oder PKK nicht mehr ungehindert in das Land einsickern können oder der Handel mit Waren aller Art verhindert wird, darunter auch Öl aus den Krisenherden wie dem Irak oder Syrien.

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