Türkei und Russland wollen sich durch Attentat nicht beirren lassen

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Türkei und Russland wollen sich durch Attentat nicht beirren lassen

Dezember 19, 2016 - 23:41
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Die Regierungen in der Türkei und Russland wollen nach dem Attentat auf den russischen Botschafter Andrej Karlow weiterhin an ihrer Zusammenarbeit festhalten. Das geht aus den Statements von Präsident Erdogan und seinem Amtskollegen Putin hervor, die zeitgleich erklärten, dass das Attentat als eine Provokation bewertet werde.

Türkei und Russland wollen sich durch Attentat nicht beirren lassen

Ankara / TP - Nach dem Attentat auf den russischen Botschafter der Türkei in Ankara, Andrej Karlow, erklärten der türkische Präsident Erdogan und der russische Präsident Putin, dass das Attentat die Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten sollte. Putin erklärte fast zeitgleich mit Erdogan in einem Presseinterview, man werte das als eine Provokation, um die Zusammenarbeit mit der Türkei in der Syrien-Frage zu torpedieren. 

Das Moskauer Aussenministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die russische Regierung den Anschlag als Terrorakt werte. Noch am heutigen Montag solle der Vorfall vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werden, teilte das Aussenministerium mit. Das Präsidialamt in Moskau erklärte, Präsident Putin lasse sich über die Ereignisse ständig unterrichten und habe sich auch vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan darüber unterrichten lassen.

Putin erklärte des Weiteren, dass das Attentat die Terrorismusbekämpfung stärken werde. Man werde es nicht zulassen, dass die Friedensbemühungen zu Syrien gemeinsam mit der iranischen Republik und der Türkei sabotiert wird. Der russische Präsident sagte, er stehe dem Botschafter sehr nahe, seit er beim letzten Türkei-Besuch von Karlow stets begleitet und bei seinen Gesprächen mit der türkischen Regierung unterstützt worden sei.

Über das Attentat sagte der türkische Präsident Erdogan, die türkisch-russischen Beziehungen seien stark genug, um dieser Provokation nicht zu erliegen. Das Attentat sei ein weiterer Beweis dafür, dass die bilateralen Beziehungen vor allem in der Syrien-Frage manchen ein Dorn im Auge sind. Beide Länder würden daher auf solche verabscheungswürdigen Taten mit Entschiedenheit begegnen.

In der Türkei löste die Ermordung des russischen Botschafters tiefe Empörung aus. Das türkische Parlament verurteilte den feigen Anschlag auf "einen beliebten ausländischen Staatsvertreter", erklärte der Parlamentspräsident Ismail Kahraman. In der russischen Duma erklärten die Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses sowie des Kommissionsausschusses Leonid Slutsky sowie Franz Klinzewitsch, dass das Attentat die Beziehungen zur Türkei nicht belasten werde. Im Schatten dieses Attentates werden man das Dreiertreffen mit der Türkei und dem Iran wie geplant anberaumen und wichtige Ergebnisse erzielen, sagte unter anderem Slutsky dem russischen Nachrichtensender Rossija 24.

Unterdessen teilte der türkische Innenminister Soylu mit, dass der Attentäter, ein 22-jähriger Bereitsschaftspolizist, seit zweianhalb Jahren in Ankara im Dienst war und erst vor anderthalb Monaten den Wohnort von Aydin auf Ankara umgeschrieben habe. 

Das Attentat soll laut Soylu um 19:05 Uhr Ortszeit stattgefunden haben, um 19:53 Uhr habe das Krankenhaus den Tod des russischen Botschafters festgestellt. In Aydin sollen der Vater, die Mutter sowie die Schwester des Attentäters vorläufig festgenommen worden sein, um ihre Aussagen aufzunehmen. Ein Bereitschaftspolizist, der zusammen mit dem Attentäter eine Wohnung in Ankara gemietet haben soll, ist ebenfalls festgenommen worden sein, teilte der türkischen Innenminister mit. 

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