Erdogan überschreitet bewusst den Rubikon

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Erdogan überschreitet bewusst den Rubikon

Oktober 30, 2016 - 01:43
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Der türkische Präsident Erdogan zieht während einer Eröffnungsrede in Ankara nach Forderungen der zujubelnden Menge, die Wiedereinführung der Todesstrafe nicht nur in Erwägung. Erdogan sagte: "In kürze, macht euch keine Sorgen. So Gott will."

Erdogan überschreitet bewusst den Rubikon

Ankara / TP - Während der Eröffnungszeremonie des neuen Bahnhofs für Hochgeschwindigkeitsstrecken in Ankara sprach der türkische Präsident Erdogan über die Putschisten des 15. Juli, über die Terrororganisation PKK, den Syrien-Konflikt, die Irak-Krise und nach zurufen aus der Besuchermenge auch über die Todesstrafe.

Laut Erdogan werde die Regierung nicht nur die FETÖ/PDY (Fethullahistische Terrororganisation sowie Parallelstaat) bis ins Mark verfolgen, sondern auch der PKK mit dem Vorschlaghammer das Ende bereiten. Erdogan erklärte weiterhin, dass die heutige Türkei eine andere sei als vor Jahren.

Auch in Bezug zu den Nachbarn äusserte sich Erdogan wie folgt: "Haben wir Probleme in Syrien? So werden wir die Quelle aufsuchen und diese selbst beheben. Haben wir Probleme im Irak? So werden wir da eingreifen und in die richtige Bahn lenken. Kommen die Terrororganisationen nicht zur Räson, werden wir sie aufreiben. Hält die EU ihr Wort nicht? So werden wir unsere eigenen Wege verfolgen. Berücksichtigt das eine oder andere Staat uns nicht? So werden wir auch sie nicht mitberücksichtigen. Wieso? Weil die alte Türkei nicht existiert. Wir werden nicht wie früher hin und her schwankend die Interessen anderer wahren, sondern unser eigenes Ziel geradeaus verfolgen. Wollen wir Erfolge, so tun wir das wie ein Mann, sterben aber auch wie ein Mann. Es gibt von nun an keinen Mittelweg."

Während der Rede gab es immer wieder auch Zurufe aus der Menge, vor allem nach der Rede über den 15. Juli und dem gescheiterten Putschversuch. Erdogan sagte daraufhin: "In kürze, macht euch keine Sorgen. So Gott will. Unsere Regierung wird das dem Parlament vorlegen. Wenn sie dann bei mir ankommt, werde ich es absegnen. Warum? Was das Volks begehrt, das bekommt es. Die Souveränität liegt ausschließlich beim Volk, so ist die Frage auch beantwortet. Der Westen sagt dies, der Westen sagt das; tut uns Leid. Nicht was der Westen sagt zählt, sondern das was das Volk will ist wichtig."
 

Vollständige Rede des türkischen Präsidenten Erdogan

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