Syrische Opposition von UN in Genf enttäuscht

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Syrische Opposition von UN in Genf enttäuscht

April 19, 2016 - 02:38
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Im Schatten schwerer Luftangriffe des syrischen Regimes in Homs sowie Aleppo und einer angekündigten Gegenoffensive der Rebellenmilizen, sollte in Genf die Friedensgespräche beginnen. Das syrische Oppositionsbündnis sieht in den Bemühungen aber keinen Sinn mehr.

Genf/TP - Das syrische Oppositionsbündnis (HNC), die an den Friedensgesprächen teilnehmen wollte, will anscheinend daran vorerst nicht teilnehmen. Kritik wird auch an dem UN-Vermittler Staffan de Mistura selbst geübt, der die Friedensgespräche zwischen Regime und Opposition anführen sollte. Laut dem Koordinator des Oppositionsbündnisses, Riad Hidschab, halten die Belagerungen, Bombenangriffe gegen Zivilisten in mehreren syrischen Städten nachwievor an. Das syrische Regime und ihre Verbündeten würden die Waffenruhe ununterbrochen verletzen, teilte Riad Hidschab in Twitter mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte vor Beginn der Friedensgespräche von einer Eskalation der Kämpfe im Westen des Landes berichtet. Das syrische Regime fliege schwere Luftangriffe auf die Stadt Homs. In den vergangenen Tagen stand Aleppo unter schwerem Beschuss. Die Rebellenmilizen kündigten an, einen Gegenoffensive zu starten.

Im Nordosten des Landes meldet die Beobachtungstelle Zwangsrekrutierungen von jungen Männern durch die kurdische Miliz YPG, dem bewaffneten Arm der Partei des Demokratischen Union (PYD), die im Nordosten Syriens eine einseitige Autonomie ausgerufen hat. Laut Meldungen sollen allein am 14. April über 100 junge Männer von der Miliz an mehreren Kontrollpunkten der Stadt Qamishli willkürlich für die YPG zwangsrekrutiert worden sein. Die genaue Zahl der an diesem Tag rekrutierten Männer ist nicht bekannt, dürfte aber laut Augenzeugen bei mindestens einhundert liegen.

Kurdische Menschenrechtsorganisationen melden seit längerem Übergriffe der YPG und PYD gegen kurdische Oppositionelle und kurdische Medien, die nicht die Linie der PYD vertreten. Erst am 11. April soll ein Journalist der Yetiki Media von vier Männern auf offener Straße zusammen geschlagen worden sein. Nach dem Angriff habe man ihm ein Flugblatt gezeigt, in der die Mitglieder der Oppositionsbündnisse als Verräter aufgelistet wurden. Die Yetiki Media macht die PYD für den Angriff verantwortlich.

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