Istanbul: Attacke auf junge Frau mit Kopftuch

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Istanbul: Attacke auf junge Frau mit Kopftuch

01. Oktober 2017 - 04:26
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Eine am vergangenem Freitag belästigte und danach zu Boden geschlagene Frau mit Kopftuch, soll die gleiche Resonanz bei jenen hervorrufen, die für eine junge Frau mit kurzer Hose auf die Barrikaden gingen.

Istanbul: Attacke auf junge Frau mit Kopftuch

Istanbul / TP - Man sieht in einer Videoaufzeichnung eines Geschäftes in Istanbul, die auf die Straße gerichtet ist, wie ein junger großgewachsener Mann auf einem Gehweg entlang schreitet. Gleichzeitig kommt eine junge Frau mit Kopftuch dem Mann entgegen, es kommt zu einem leichten Rempler, dann dreht sich die Frau um, der Mann läuft noch einige Schritte weiter, dreht um und schlägt die Frau noch aus dem Lauf heraus brutal zu Boden. Die Szene ereignete sich am vergangenem Freitag in der Provinz Istanbul in der Kreisstadt Çatalca. Obwohl der Vorfall ziemlich schnell in sozialen Medien geteilt wurde, scheinen einige Medien, Parteien, Organisationen oder Gruppen keinen Anstoß daran zu finden, es groß und breit in die Öffentlichkeit zu tragen; so zumindest nun der Vorwurf in sozialen Medien wie Twitter oder Facebook.

Gibt es keine Gleichberechtigung zwischen einer Frau die kurze Hosen trägt und einer Kopftuchträgerin, wenn sie Gewalt von Männern erleben? Das werfen jedenfalls in sozialen Medien immer mehr Menschen vor. Wieso wird ein Angriff auf Ayşegül Terzi in einem Bus anders behandelt, weil sie eine kurze Hose trägt, als eine Kopftuchträgerin, die auf einem Gehweg blutig geschlagen wird, heißt es dabei vermehrt.

Der Vorfall bezieht sich auf die junge Studentin Ayşegül Terzi, die am 12. September in Istanbul während einer Fahrt im Linienbus von einem Mann erst verbal angegangen, dann zu Boden gestoßen wurde. Der Vorfall führte zu einer großen Anteilnahme, nicht zuletzt durch die schnelle Berichterstattung der Medien, vor allem säkularer oder liberal bis linksgerichteter Medien. Kurze Zeit später beteiligten sich auch Frauenorganisationen, die Anwaltskammer sowie die Republikanische Oppositionspartei CHP an Kampagnen, um die türkische Regierung zurecht auf die Zustände hinzuweisen. 

Nutzer von sozialen Medien zeigten ihre Solidarität auf Twitter und Facebook unter dem Hashtag (lass uns die Stimme heben für Ayşegül Terzi), Frauenvereine organisierten Demonstrationen zusammen mit der Frauenorganisation der CHP für ihr Recht, in dem öffentlichen Raum so zu existieren, wie sie es möchten, ob mit kurzer Hose oder Kopftuch und die Oppositionspartei CHP und HDP erklärten übereinstimmend, dass die AKP für die Zustände mitverantwortlich sei. Außerdem forderten sie, dass die Justiz alle Verantwortlichen zur Verantwortung zieht, inklusive dem Busfahrer, weil er den Täter nicht bei der Polizei gemeldet habe. Durch die große Anteilnahme der Öffentlichkeit konnte der Täter Abdullah Çakıroğlu eine Woche später festgenommen werden.

Doch jetzt nach zwei Tagen, nach dem die Kopftuchträgerin in der Istanbuler Kreisstadt Çatalca zu Boden geschlagen wurde, steht die selbe Solidarität noch immer aus. Zumindest werfen nun die konservativen und nationalistischen Kreise in sozialen Netzwerken jenen vor, die Ayşegül Terzi nur wenige Stunden nach dem Bus-Vorfall solidarisch zur Seite standen und gegenüber der Kopftuchträgerin noch immer nicht reagieren. 

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Bild von Nemesis269

..."verspricht" dem "Helden" wahrscheinlich das "Gewisse"... ihr wisst schon. Eine Kopftuchtragende halt nicht. Schade dass sowas in meiner Gegenwart nicht passiert, dass einer eine Kopftuchtragenden Schwester schlägt, der wäre mit dem Abdruck meines Stiefels ins Gesicht wieder abgerückt, und  den Typen aus dem Video würde ich zum "Stammkunden" der örtlichen Orthopädieklinik, machen, wenn er sowas in meiner Gegenwart gemacht hätte,versprochen. Eine Kopftuchtragende Schwester ist in meinen Augen mehr wert als eine die so knappes Hößchen an hat, so dass man fast ihre Genitalien sieht. Für so eine ist mir herzlich egal. So jetzt könnt ihr mich hassen.