Bremen: Prozessauftakt beginnt mit Schlägerei

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Bremen: Prozessauftakt beginnt mit Schlägerei

06. Juli 2017 - 15:39
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Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen wurde vor dem Landgericht Bremen ein freier Journalist und Zeuge während des Prozessauftakts zum Mord an einem 15-jährigen Syrer von mehreren Personen zusammengeschlagen. Der Zeuge erhebt nun den Vorwurf, dass die Personen aus dem Umfeld der Hauptangeklagten stammen.

Martin Lejeune - Bremen: Prozessauftakt beginnt mit Schlägerei

Bremen / TP - Der Prozessauftakt gegen drei Angeklagten wegen Mordes an einem 15-jährigen Syrer, der in der Silversternacht 2016/1017 von einem Jugendlichen und zwei Erwachsenen nach einer Hetzjagd totgeprügelt wurde, endete für einen freien Journalisten im Krankenhaus. Angehörige, Freunde oder Sympathisanten der Hauptangeklagten sollen den Zeugen und freien Journalisten Martin Lejeune krankenhausreif geschlagen haben.

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begann der Mordprozess gegen die 16, 24 und 35 Jahre alten Angeklagten vor dem Landgericht in Bremen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 16-jährigen Deutsch-Armenier, den 24 und 35 Jahre alten kurdischstämmigen türkischen Staatsangehörigen vor, in der Silvesternacht 2016/2017 den 15-jährigen Syrer so schwer misshandelt zu haben, dass er wenige Tage später im Krankenhaus an seinen Verletzungen starb.

Beim Prozessauftakt war auch der freie Journalist Martin Lejeune anwesend, der als Zeuge auftreten sollte. Vor Prozessbeginn soll Lejeune von den Richtern gebeten worden sein, bis zum Aufrufen den Saal zu verlassen. Martin Lejeune erklärt nun in einem Video, er sei vor dem Eingang des Landgerichts von mehreren Personen attackiert worden. Während einer ihn gehalten habe, sollen andere auf ihn eingeschlagen haben. Als er dabei zu Boden gestürzt sei, sollen sie ihn am Boden auf den Kopf getreten haben.

Schlimmeres soll jedoch von herbeieilenden Passanten verhindert worden sein, erklärte die Polizei, während der Zeuge erklärt, die Polizei habe den Vorfall nicht ernst genommen, auch nicht weiter verfolgt. Derzeit liegt Lejeune mit Prellungen und Blutergüssen im Gesicht im Krankenhaus.

Lejeune hatte nach bekanntwerden des Vorfalls in der Silvesternacht Kontakt mit den Angehörigen des syrischen Opfers aufgenommen und so dazu beigetragen, dass der Fall publik wurde. Laut Zeugenaussagen wurde der Junge Syrer der als Flüchtling registriert war, gegen 00.20 Uhr in der Silvesternacht 2016/2017 in der Straße Lüssumer Heide in Bremen-Blumenthal aus einer größeren Personengruppe heraus bedrängt. Mehrere junge Männer sollen dabei auf den 15-jährigen Jugendlichen eingeschlagen haben. Dabei erlitt der Junge so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Nur wenige Tage später verstarb der Junge an seinen schweren Verletzungen. Laut der Verwandschaft des Jungen stammt die Familie aus den besetzten Golanhöhen und flüchtete 2015 über die Türkei nach Deutschland.

Die Polizei wollte zunächst aus Rücksicht auf den Ermittlungsstand den Fall nicht publik machen, reagierte aber offenbar auf die zunehmenden Reaktionen in sozialen Netzwerken und gab dann eine Presseerklärung ab. Über das Motiv ist bislang nichts bekannt, es wird aber nicht ausgeschlossen, dass es einen politisch-ideologischen Hintergrund hat.

Bislang schweigen die drei Angeklagten, darunter die jezidisch-kurdischstämmigen Verdächtigen. Sicher ist nur, dass die mutmaßlichen Tatverdächtigen aus dem PKK-Milleu stammen und dass die PKK in Bremen stark präsent und politisch sehr aktiv ist. In sozialen Netzwerken tauchten Bilder von zumindest einem Angeklagten auf, der mit Waffen und dem Symbol der PKK prahlt.

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Bild von Aslan

...lieber Herr Lejeune.

Ich hoffe sehr, dass es Ihnen mittlerweile körperlich und seelisch wieder gut geht und möchte ausdrücken, dass ich es sehr bedauerlich und erschütternd finde, was Ihnen angetan wurde.

Nachdem ich von diesem tragischen Vorfall erfuhr, bin ich in das Klinikum Bremen-MItte gefahren, um mich nach Ihnen zu erkundigen. Mir wurde mitgeteilt, dass Sie sich wohl entschlossen hatten nicht stationär dort zu bleiben.

Das war sehr klug von Ihnen, denn ich kann aus persönlicher, leidvoller Erfahrung bestätigen, dass diese PKK-Schergen und Handlanger auch bei einem Patienten im Krankenhaus keine Skrupel haben und dort auch willige Kollaborateure vorfinden.

Weiterhin viel Erfolg und alles Gute...falls Sie mal wieder in Bremen zu tun haben werden, dann lassen sie es doch auch ruhig die örtlichen türkischen Vereine wissen, die auch von der türkischen Regierung verifiziert sind.

Mit besten Grüßen