EU-Phantomdebatte um Phosphat in Döner-Fleisch

Lesezeit
6 Minuten
Gelesen zu

EU-Phantomdebatte um Phosphat in Döner-Fleisch

30. November 2017 - 16:02
Kategorie:
1 Kommentare

Das EU-Parlament debattiert derzeit über eine Gesetzesänderung, die den Döner-Produzenten den Schweiß auf die Stirn treiben wird. Wird es den Döner den wir bisher kannten, nicht mehr geben?

EU-Phantomdebatte um Phosphat in Döner-Fleisch

Brüssel / TP - In Brüssel debattiert derzeit das EU-Parlament über Reglementierung des Phosphat-Gehalts in Döner-Fleisch. Phosphat wird verwendet, um Fleisch-, Fisch-, Backwaren und Frischkonserven zu stabilisieren, zu konservieren oder Milchprodukte zu verdicken. Sie stecken in Dönefleisch, aber ebenso in Schmelzkäse, Cola, Pudding oder Babybrei. Haben die EU-Sozialdemokraten und Grünen eine Phantomdebatte eröffnet?

Lebensmittelzusatz Phosphat ist in tiefgefrorenen Döner ebenso vorhanden, wie in allen anderen Produkten der Lebensmittelindustrie. Laut dem Einwand der Sozialdemokraten und Grünen im EU-Parlament ist aufgrund der erwartenden Gesundheitsgefahr insbesondere bei Döner-Produkten eine Regelung zwingend erforderlich, da das Döner-Fleisch bzw. Döner-Spieß nicht kennzeichnungspflichtig ist und Endverbraucher über die mutmaßlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht informiert werden. 

Es sei, so laut einer Erklärung der Sozialdemokraten im EU-Parlament "S&D" irreführend, da auch das Döner-Fleisch zum Preis von Fleisch verkauft werde, obwohl auch Wasser mitverkauft wird. Damit deuten die Sozialdemokraten darauf hin, dass die Produzenten Wasser mit Phosphat an das Döner-Fleisch binden und so mehr Gewinn erwirtschaften und dabei Gesundheitsschäden in Kauf nehmen. Daher sei es erforderlich, die Genehmigung auf den Prüfstand zu bringen, heißt es in einem Einwand des Umweltausschusses des EU-Parlaments.

Seit Jahrzehnten benutzten Döner-Produzenten Phosphat, um den Döner-Fleisch zu stabilisieren. Es trocknet beim garen nicht aus, das Fleisch ist länger haltbar und bleibt saftig. Ohne den Einsatz von Zusatzstoff Phosphat, der in der gesamten Lebensmittelindustrie als Allzweckmittel eingesetzt wird, geht es nach Ansicht der Produzenten nicht und ein Ersatzstoff ist nicht in Sicht. Bis zum 14. Dezember will die EU darüber entscheiden, ob die Praxis so beibehalten werden darf oder nicht, obwohl noch eine behördliche Analyse und das Ergebnis der europäischen Lebensmittelsicherheit EFSA aussteht , die erst Ende 2018 vorliegen soll.

Konkret geht es um eine EU-Gesetzeslücke, bei der Phosphat-Einsatz für Tiefkühlprodukte wie Döner nicht geregelt ist. Es ist weder erlaubt noch verboten, weshalb auch die Menge und Einsatz von Phosphat nicht reguliert ist. Laut der Lebensmittelüberwachungsbehörde EFSA ist die Einnahme von bis zu 4200 mg. Phosphat unbedenklich. Eine Portion Döner-Fleisch enthält also nur ein Bruchteil dessen, knapp 134 mg..

Vor allem wegen der geringen Menge an Phosphat in Döner-Fleisch versteht der Bundesverband der Döner- und Drehspießhersteller in Deutschland den Einwand der Sozialdemokraten und Grünen im EU-Parlament gar nicht. Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands, erklärte der "Bild" gegenüber, dass das Verbot das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der EU bedeuten würde. Schließlich sei man über den plötzlichen Sinneswandel überrascht, obwohl die Dönerindustrie den Einsatz von Zusatzstoffen so gering wie möglich halte.

Phosphat wird als Zusatzstoff in Fleischerzeugnissen verwendet. Es dient hauptsächlich zur Verbesserung der Wasserbindigkeit. Nach der Schlachtung nimmt die natürliche Wasserbindigkeit des Fleisches ab, indem das muskeleigene Phosphat ATP abgebaut wird. Der nachträgliche Zusatz von Phosphaten zusammen mit Salz stellt die Wasserbindigkeit wieder her. Dabei kommt es zu Wechselwirkungen von Salz und Phosphat mit Muskelproteinen, indem diese quellen und so Wasser aufnehmen können.

Phosphate werden u.a. für die Brühwurstherstellung und in Kochpökelwaren eingesetzt. Phosphat ist dafür verantwortlich, dass z. B. Würstchen beim Abbeißen knacken oder Margarine bzw. Schmelzkäse erst hergestellt werden können. Ohne Phosphate gebe es diese Produkte nicht. In den allermeisten Fällen sieht der Konsument nicht, ob und wie viel Phosphat in einem Produkt enthalten ist, denn die Gesamtmenge an Phosphat ist nur in den seltensten Fällen auf der Verpackung angegeben - zudem meist in Form der unverständlichen E-Nummern - bislang gibt es 15 unterschiedliche E-Nummern für Phosphat. Kaum ein Endverbraucher ist also tatsächlich in der Lage zu beurteilen, was er am Tag so an Phosphat aufgenommen hat, auch weil das Phosphat selbst unter einem anderen Namen aufgezählt wird oder die Mengenangaben im Kleingedruckten kaum zu idendifizieren sind.

Was kaum einer daher weiß: 100 g. Emmentaler enthalten z.B. 636 mg. Phosphat. Camenbert enthält knapp 540 mg., Frischkäse enthält ebensoviel Phosphat wie Döner, gekochter Schinken oder Zwiebach, rund 130 mg. und Haferflocken sogar mehr als doppelt soviel, ca. 391 mg..

Der menschliche Körper braucht zwar Phosphat von Natur aus für viele Stoffwechselvorgänge und ist ein zentrales Element bei Muskelbewegungen, bildet die mineralische Grundsubstanz von Zähnen und Knochen. Doch künstlich zugesetzte Phosphate sind meist frei löslich und werden daher fast vollständig aufgenommen. Mit dem zunehmenden Verzehr von Fast Food und anderen hochgradig verarbeiteten Fertiglebensmitteln wird der Körper mit Phosphaten geradezu überschwemmt. Probleme verursachen aber absurderweise auch Leichkost wie Haferflocken, die für die gesunde Ernährung stehen. Problematisch ist also nicht das Phosphat selbst, sondern die Kennzeichnungspflicht an sich, in der klar hervorgeht, wieviel Phosphat in einem Produkt drin steckt. Bislang hat sich die EU über diese Problematik wenig Gedanken gemacht, weil es die gesamte Lebensmittelindustrie betrifft.

Bislang muss der Zusatz von Phosphaten in der Zutatenliste zwar angegeben werden, wenn Phosphate im Endprodukt einen technischen Zweck erfüllen. Die Angabe kann jedoch entfallen, wenn Phosphat in einem Vorprodukt oder einer Zutat enthalten ist, aber im Endprodukt keine Funktion mehr erfüllt, so zum Beispiel bei Salami oder Käse auf einer Pizza. Selbst wenn der Belag Phosphatzusätze enthält, muss der Phosphateinsatz auf der Verpackung der Pizza nicht mehr angegeben werden. Auf loser Ware, zum Beispiel beim Metzger, kann auch lediglich ein Hinweisschild "enthält Phosphat" angebracht sein. Doch mit all diesen Angaben kann der Verbraucher kaum etwas anfangen, denn die tatsächlich zugesetzte Phosphat-Menge geht aus den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben leider nicht hervor. Die Angaben auf den Verpackungen sind also nicht immer vollständig. 

Wieso nun die Sozialdemokraten und Grünen ausgerechnet mit Döner beginnen, obwohl alle anderen Lebensmittelbranchen ebenso betroffen sind, ist bislang nicht ersichtlich. Es scheint, dass die EU hier eine Phantomdebatte angestoßen hat, die an und für sich auch keine Mehrheit im EU-Parlament finden wird, um einen Verbot für Phosphateinsatz in Döner zu erwirken.

weitere Informationen zum Artikel
Bewertung: 5 (1 Stimmen)
Netzfund: 

Es ist 1 Kommentar vorhanden

Bild von Nemesis269

....dann ist es sehr „glaubwürdig“. Es geht nicht um den Döner und darin enthaltene Phosphate, es geht darum, die türkischen Dönerhersteller und Verkäufer um ihre Existenz zu bringen. Ich meine, wie lange gibt es den Döner? 50-60 Jahren? Und erst kürzlich wollen die Linke und die Grünen „festgestellt“ haben, der Döner erhalte Phosphate. Selbst von unabhängigen Forschern und Laboristitutionen, wird eine Unbedenklichkeit bis zu 4300mg Einnahme, bestätigt. Aber hey, es geht hier nicht um irgendwas, es geht um den Döner der einen türkischen „Herstellungshintergrund“ hat. Na gut, Gyros aus purem Schweinefleisch ohne besagte Phosphate, stellt eine Toxische Keule dar, und mit Phosphaten müsste man den Gyros Stand für eine „kontaminierte Zone“ erklären, aber hey, es ist vom „gesegneten Schwein“ hergestellt, es wurde vor der Schlachtung getauft. Daher ist Döner „heidnisch“ und man könnte mit jedem Biss, „islamisiert“ werden, oder noch schlimmer , man „wird zu einem Türken“. Spass bei Seite, die Grünen und die Linken, würden jeden und alles unterstützen was nur die geringste Bindung zur Türkei hat. Man hat gesehen wie Gezi-Park „Proteste“ unterstützt haben, die alles andere als „Proteste“ waren, eher die Vorstufe des Bürgerkriegs. Man hat gesehen, wie sie sich in die Parlamentswahlen vom 16.04.2017 mit ihrer „Hayir“-Aktion, massivst in die innenpolitische Angelegenheiten der Türkei eingemischt haben, und, man hat gesehen wer permanent mit der PKK/YPG Flaggen mitten im deutschen Bundestag, wedelt mit der Rechtfertigung „PKK/YPG habe Christen und Yeziden gerettet“. All das kennt man zu gut. Ach die Frau Roth von den Grünen, den Herrn Kem Özdemeyer (heisst doch so oder?!), und die Kalorienfreundin von den Linken, die Frau Sevim Dagdelen darf man auch nicht unerwähnt lassen. Vor allem, dass die Frau Dagdelen, als bekennende Fetischistin der Kalorien, sich gegen die Phosphate im Döner ausgesprochen hat wunder mich echt jetzt, es sei den diese Phosphate sind mit „antidemokratischen, ja gar dikatorischen Elementen und Enzymen, angereichert“ , extra um die „Ungläubigen“ und die Türkeifeinde, rapide fett werden zu lassen. Das Dönerfleisch ist quasi mit „Halal Phosphaten“ angereichert mit dem „orientalischen Assassinen Touch“, das sobald es das Innenkörper der „Ungläubigen und der Demokraten“, erreicht hat, fährt es seine versteckte Klinge heraus und zack, hat man dir nichts mir nichts, plötzlich bis zu 30 Kilo mehr auf den Rippen. Da kann man sich drehen und wenden wie man will, an allem schuld ist der Döner und vor allem, die Türken, die diese „unhumane Biowaffe gegen die Ungläubigen“ entwickelt haben. Daher liebe EU, schnell beschliessen, den Döner aus der EU zu verbanen, und zeitgleich dazu die Europäer aufrufen, die „Europäische Werte“ zu bewahren. Aufruf zur Diätkost wie Biobratwurst mit Speckummantelung oder Eisbein-Light (ohne Sauerkraut), oder noch besser Jägerschnitzel mit Sose aber ohne Pilze, schliesslich will man ja nicht dick werden.

 

Man könnte diese Affen ohne Ende ins lächerliche ziehen. Für den Fall, dass sie das mit ihren lächerlichen Argumenten, die keine sind, doch das Dönerfleisch aus der EU verbanen, sollte die Türkei jedes Einzelne Artikel, dass aus der christlichen EU kommt, bereits an der Grenze abfangen und sofort den Rückticket ausstellen. Asien ist riesig und was Fleisch und andere Produkte kann man wunderbar auch von dort beziehen. Dazu braucht die Türkei, die heuchlerische EU nicht.