Türkische Staatsanwaltschaft will US-Sonderbeauftragten festnehmen

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Türkische Staatsanwaltschaft will US-Sonderbeauftragten festnehmen

06. Dezember 2017 - 15:25
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Die Generalstaatsanwaltschaft in Izmir fordert die Verhaftung des US-amerikanischen Sonderbeauftragten für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett H. McGurk. Das bestätigen türkische Medienberichte. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft McGurk vor,  gegen die türkische territoriale Einheit vorzugehen sowie die türkische Verfassung auszuhebeln. 

Die Generalstaatsanwaltschaft in Izmir fordert die Verhaftung des US-amerikanischen Sonderbeauftragter für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett H. McGurk.

Izmir / TP - Die türkische Generalstaatsanwaltschaft in Izmir hat am Mittwoch einen Haftantrag an die nationale Generalstaatsanwaltschaft in Ankara zugestellt, in der die Verhaftung des US-amerikanischen Sonderbeauftragten für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett H. McGurk, gefordert wird. Das berichten türkische Medien unter Berufung auf ein Dokument, das derzeit kursiert. Daraus ist ersichtlich, dass eine Zivilorganisation aus Izmir eine Anzeige gegen McGurk gestellt hat.

Aus dem offiziellen Schreiben der Generalstaatsanwaltschaft in Izmir geht hervor, dass die TAY-DER in Izmir (eine zivile Plattform die sich zum Ziel gesetzt hat, Verbrechen der FETÖ aufzudecken und zu dokumentieren) die Strafanzeige gegen den US-amerikanischen Diplomaten und jetzigen Sonderbeauftragten für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett H. McGurk, gestellt hat. Die Generalstaatsanwaltschaft in Izmir, die die Anzeige aufgenommen hat, fordert nun von der nationalen Generalstaatsanwaltschaft in Ankara einen Haftbefehl gegen McGurk auszustellen, die es ermöglicht, den "Verdächtigen" im syrischen oder irakischen Grenzgebiet zur Türkei festzunehmen.

In dem Dokument wird ausserdem gefordert, der türkischen 2. Armee den Haftbefehl zuzustellen, damit die grenznahen Streitkräfte McGurk in Nordsyrien oder im Nordirak festnehmen und der türkischen Justiz überstellen können. Begründet wird der Haftantrag damit, dass der US-amerikanische Sonderbeauftragte als Vermittler zwischen der Terrororganisation YPG, ihrem politischen Arm PYD und der US-Administration dient und somit Waffenlieferungen absegnet und zulässt, die gegen die türkische territoriale Einheit und Verfassung eingesetzt werden.

Seit einigen Monaten eskaliert der Streit zwischen Ankara und Washington. Ankara wirft Washington vor, die im Grenzgebiet zur Türkei operierenden YPG-Einheiten u.a. mit schweren Waffen wie Panzerabwehrraketen, gepanzerten Fahrzeugen und Mörsern auszustatten. Die scharfen Interessensgegensätze zwischen den USA und der Türkei in Syrien waren in den vergangenen Monaten immer deutlicher zutage getreten. Während Washington den syrischen Ableger der Terrororganisation PKK, die YPG, als wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz IS betrachtet, sieht Ankara die YPG als syrische Unterorganisation der Terrororganisation PKK.

Ankara hat Washington mehrfach davor gewarnt, der YPG Waffen zu liefern. Die USA könnten keine Garantien geben, dass die Waffen nicht gegen die Türkei eingesetzt werden. Der türkische Generalstab berichtet immer wieder über beschlagnahmte Waffen, u.a. aus US-Beständen, die in der Türkei bei Operationen gegen die PKK in die Hände fallen. Erst kürzlich erklärte ein Überläufer, der Sprecher der "Demokratische Kräfte Syriens" Talal Silo, in der die YPG den Ton angibt, dass die Terrororganisation PKK die Waffen über Mittelsmänner von den USA anfordert. Die USA würden diese Waffenlieferungen dabei weder kontrollieren, noch überwachen. McGurk ist seit Oktober 2015 in Syrien und im Irak tätig, um die US-geführte Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat (IS) zu koordinieren.

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Bild von Aslan

ÇOOOK Güzel!!!

 

Der Typ gehört auf die Terroristenliste und vorerst in die Zelle neben Özçalan