Anti-IS-Koalitionskraft YPG beschießt türkische Grenzstädte

Lesezeit
3 Minuten
Gelesen zu

Anti-IS-Koalitionskraft YPG beschießt türkische Grenzstädte

03. Februar 2018 - 14:21
Kategorie:
3 Kommentare
Aufrufe

Bei Einschlägen von sechs Raketen sind am Freitag insgesamt sechszehn Menschen verletzt worden. Türkische Medien sprachen zunächst von einem Todesopfer, korrigierten aber die Zahl nach oben, als ein weiteres Opfer seinen schweren Verletzungen erlag. Damit ist die Zahl der Todesopfer von YPG-Raketenbeschuss auf sieben angewachsen. Die türkische Regierung hat erneut bekräftigt, die Terrororganisation YPG in Nordsyrien auszuschalten. Bis 1998 unterstützte das syrische Regime schon einmal die PKK, bis die türkische Regierung damals mit militärischer Intervention drohte. Damals lenkte Syrien ein, heute unterstützt das Regime die YPG wieder, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Seit Beginn der Operation werden türkische Grenzstädte vermehrt durch die YPG beschossen

Reyhanli / TP -  Am Freitag sind nach einer Reihe von Raketenbeschuss der Terrororganisation YPG aus dem Gebiet der nördlichen Region des Gouvernements Aleppo auf die türkischen Grenzstädte Kilis und Reyhanli insgesamt 16 Menschen verletzt, zwei Menschen getötet worden. Am Freitag berichteten türkische Medien unter Berufung auf die Provinzgouverneure, dass es ein Todesopfer gebe. Diese Zahl wurde jetzt nach oben korrigiert, nach dem ein weiteres Opfer aus Kilis seinen Verletzungen erlag.

Bereits am Donnerstag waren insgesamt drei Raketen auf die Grenzstädte abgefeuert worden, die zumeist in Wohngebiete einschlugen. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.

88 Raketen- und Mörserangriffe

Seit Beginn der militärischen Intervention der Türkei in Nordsyrien unter dem Operationsnamen "Olivenzweig" am 20. Januar, hat die vom Westen bisher als Anti-IS-Koalitionskraft bezeichnete und unterstützte Volksverteidigungseinheit YPG ihre Raketenangriffe auf türkische Grenzstädte wie Kilis und Reyhanli verstärkt. Seit dem 20.Januar sind bislang 88 Raketen oder Mörsergranaten auf türkische Siedlungen abgefeuert worden. 36 Häuser sowie Gebäude und 26 Fahrzeuge wurden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Eine rund 350 Jahre alte Moschee in Kilis wurde dabei stark beschädigt. Mehr als 85 Menschen sind bislang verletzt worden, sieben Menschen wurden getötet.

Grenze gesichert, aber gegen Raketen gibt es keinen Schutz

Kilis und Reyhanli sind zudem auch Flüchtlingsstädte an der Grenzregion zu Syrien. Auf mehr als 150.000 Einwohner ist die Stadt Kilis seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges angewachsen. Es leben dort bereits mehr Syrer als Türken. Nicht anders ist die Situation in Reyhanli, in der Provinz Hatay, nordwestlich Syriens. Auch hier gibt es wie in Kilis syrische Flüchtlinge die in der Stadt selbst leben oder in den Randbezirken in Flüchtlingscamps untergebracht sind. Entlang der türkisch-syrischen Grenze, vor allem in der von YPG besetzt gehaltenen Gebietes nördlich von Aleppo, fallen immer wieder auch Raketen auf die Grenzstadt Kırıkhan oder Hassa.

Anti-IS-Koalition oder Spielball von Assad, USA und Russland?

Die Türkei sieht in der YPG eine Terrororganisation, da sie ein Ableger der Terrororganisation PKK ist. Die Volksverteidigungseinheiten YPG ist der bewaffnete Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD). Die PYD wurde von der PKK 2003 in Syrien ausgerufen und gegründet. Die PKK wurde vom syrischen Regime lange Zeit unterstützt. Der verstorbene syrische Staatschef Hafiz al-Asad unterstützte die PKK in Syrien bis 1998, ehe er ein Abkommen mit der Türkei unterzeichnete, nach dem diese angedroht hatte, militärisch in Nordsyrien zu intervenieren.

Name geändert aber sonst blieb es bei der PKK

Um den lastenden Druck zu reagieren, begann die PKK nach dem Verbot der PKK-Strukturen in Syrien um 1999 und in den folgenden Jahren, Schwesterorganisationen im Iran, in der Türkei und in Syrien aufzubauen, zu denen auch die 2003 gegründete syrische PYD zählt. Die syrische Regierung erlaubte nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges, Salih Muslim als Führer der PKK in Syrien, der jahrelang in den irakischen Kandil-Bergen gelebt hatte, nach Syrien zurückzukehren. Diese Erlaubnis markiert den Beginn einer neuen Ära der Beziehung zwischen PKK und Syrien, die nach der Ausweisung Abdullah Öcalans aus Syrien im Jahr 1998 für 13 Jahre ausgesetzt gewesen war.

Syriens Strategie

Die syrische Führung erlaubte es der PYD als PKK-Ableger in der Folge, frei zu operieren, neue Kämpfer für ihren Kampf gegen die Türkei zu rekrutieren und eine pseudo-Regierungsposition in den kurdischen Regionen Syriens einzunehmen. Im Gegenzug nutzte die PYD ihren Einfluss unter syrischen Kurden, um deren Beteiligung am Aufstand gegen das syrische Regime zu verhindern. Seit Beginn des Krieges in Syrien gelang es der PYD mit Hilfe des Assad-Regimes und der PKK, eine stetig wachsende Kontrolle über ein ausgedehntes Territorium in Syrien zu erlangen, dass sich von 9% Fläche des syrischen Staates im Jahr 2012 auf 14% im Jahr 2016 ausdehnte und sich von - wenn auch nicht geschlossen vereinigt - Aleppo bis Qamischli erstreckte.

weitere Informationen zum Artikel
Bewertet: 
Bewertung: 3.7 (3 Stimmen)

Es sind 3 Kommentare vorhanden

O

Wenn die Türken kommen um andere zu ermorden sollen diese sicherlich noch still halten weil der hoheitliche Türke ja der unfehlbare und einzig wahre Herrscher dieser Welt ist und es eine Ehre darstellt von ihm erschossen zu werden. Wie krank und bescheuert seid ihr eigentlich. Also dürfen sie sich jetzt nicht wehren? Ihr habt diesen Feldzug begonnen. Das vergessen wir nicht.

Bild von Aslan

...sehr nette "Allierte"...warum wurden eigentlich die Patriotsysteme abgezogen (kurz vor dem gescheiterten Putsch) ?!

Nun feuern irgendwelche abgefuckten Terrortunten willkürlich westliche Raketen, also US- & EU-Waffen auf türkisches Staatsgebiet und ermorden willkürlich.

Wenn die Terrorsympathisanten in Deutschland irgendwann checken, dass der Westen sie von vorne bis hinten verarscht, dann gibt's vielleicht auch mal wieder 'nen Reichstagsbrand oder so?