Türkischer Kampfpanzer ohne österreichische Hilfe

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Türkischer Kampfpanzer ohne österreichische Hilfe

18. Januar 2017 - 01:28
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Der türkische Mischkonzern Tümosan hat einen Vertrag mit dem österreichischen Motorenhersteller AVL List aufgekündigt. Der türkische Staatssekretär des Verteidigungsministeriums spricht von unannehmbaren Hürden und Einmischung in innere Angelegenheiten.

Türkischer Kampfpanzer ohne österreichische Hilfe

Ankara / TP - Der türkische Mischkonzern Tümosan, der vom Verteidigungsministerium für die Entwicklung und Herstellung des Antriebssystems für den türkischen Kampfpanzer Altay beauftragt worden ist, hat einen vertrag mit dem österreichischen Motorenhersteller AVL List nach nur 3 Monaten aufgekündigt. 

Wie türkische Medien berichten, soll das österreichische Wirtschaftsministerium im Rahmen ihrer Exportgenehmigungsverfahren hohe Hürden sowie Auflagen für den technischen Beratervertrag aufgestellt haben. Das türkische Verteidigungsministerium habe daraufhin von einer weiteren Beteiligung der österreichischen Firma Abstand genommen. Die Tümosan soll aufgrund einer 90 Tage-Klausel den Vertrag daher aufgekündigt haben. 

Bei dem Vertrag gehe es um die gemeinsame Entwicklung eines Hybridmotors für den Kampfpanzer Altay MBT sowie Prüf- und Messstände für den Antriebsstrang. Derzeit werden fünf Prototypen des Altay-Panzers getestet. Der 65 Tonnen schwere und 7,3 Meter lange Kampfpanzer soll mit einer neuen Motorisierung schneller und effizienter laufen, wofür die österreichische Firma in Frage kam. 

Im April 2007 bekam der Rüstungskonzern Otokar, ein Tochterunternehmen der Koç Holding, den Auftrag zur Herstellung des türkischen Kampfpanzers Altay MBT. Dieser soll ausschließlich in der Türkei durch die Firmen Otokar, ASELSAN, MKEK und Roketsan in Lizenz gefertigt werden und die knapp 1.700 vorhandenen M48, M60 und die rund 400 Leopard 1 Panzer ersetzen. 

Für den Antriebsstrang wurde die Firma Tümosan beauftragt. Sie soll einen stärkeren Antrieb entwickeln und produzieren. Zur Zeit stehen den fünf Prototypen MTU-Friedrichshafen Antriebsmotoren zur Verfügung, deren Leistung jedoch bei den ersten Testläufen als zu gering eingestuft wurde, weshalb für die nächsten 3 bis 4 Lose der Serienproduktion die Tümosan-Motoren zum Zuge kommen sollen.

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Es sind 2 Kommentare vorhanden

Bild von Aslan

...respektive EU legen offensichtlich wenig Wert auf die Freundschaft der Türkei als solches und auch nicht auf die Zusammenarbeit im Rahmen der Bündnisse.

Ich kann die Entscheidung des türkischen Verteidigungsministeriums gut nachvollziehen und denke sie ist nur konsequent und sollte womöglich Schritt für Schritt auf die gesamten militärischen Interaktionen mit den deutschsprachigen Nationen nach Möglichkeit ausgeweitet werden. Wer die österreichischen Medien der jüngsten Zeit und die politischen als auch gesellschaftlichen Signale prüft, kann fest stellen, dass eine unverschämte und unbegründete Feindseligkeit durch diese kommuniziert wird, ähnliches gilt für Deutschland. Scheinbar vermengen sich kurdische und andere anti-türkische Einflüsse auf eine Art, die jegliche Glaub- und Vertrauenswürdigkeit Deutschlands und Österreichs zweifelhaft machen.

Alternativen sind vorhanden, außerdem besser kein deal als ein schlechter deal.

Die Versuche der Einflussnahme und Einmischungen in türkische nationale und Sicherheitsinteressen darf in keinster Weise hingenommen und zugelassen werden. Die bisherigen Einflusssphären gilt es weitestgehend zu beseitigen. Der Putschversuch letzten Jahres und die einhergehenden terroristischen Bedrohungen innerhalb der Türkei seitens Extremisten, von denen die kurdischen auch gerade in Deutschland und Österreich, respektive EU, eine offenkundige Unterstützung erhalten, haben aufgezeigt, dass die Gesamtsituation äußerst ernst zu nehmen ist.

Darüberhinaus sind die Entwicklungen um die Türkei herum auch nicht gerade beruhigend und hierzu nehmen auch Deutschland und Österreich Einfluss, welcher die Interessen der Türkei kaum berücksichtigt.

Warum sollte die Türkei gerade im sensiblen militärischen Bereich mit Staaten weiterhin kooperieren, die offenscihltlich eine Politik betreiben, die sich kaum als freundschaftlich bewerten lassen kann?

Bild von Nemesis269

...nichts mehr hinzuzufügen. Ausser dass man nur so am Rande erwähnen kann, dass sich die EU, vor allem Österreich, ihren abgelaufenen und minderwertigen Elektro-Schrott, sonstwohin schieben kann. Altay ist komplett auf der Augenhöhe des südkoreanischen K2 Black Panter und somit dem deutschen Leopard A2  der 7 Generation sowie dem Challenger 2 und Abrams 2 der nächsten Generation um Welten überlegen. Man kann das für überzogen halten aber es gibt einschlägig im Netz veröffentlichte Tests, die mein Geschriebenes bestätigen. Selbst der russische Armata der neuesten Generation hätte mit dem Altay auf dem Schlachtfeld, ernorme Schwierigkeiten. Das Ding ist eine rollende Bestie auf Ketten.