Die Deutschen Werte: demütigen, bedrohen und diffamieren

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Die Deutschen Werte: demütigen, bedrohen und diffamieren

16. Mai 2018 - 16:39
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Özil und Gündogan hatten dem türkischen Präsidenten Erdogan bei einem Termin in London Trikots ihrer Vereine überreicht. Die deutschsprachige Öffentlichkeit will uns jetzt weismachen, sie stünde für Demokratie, Grundrechte und Offenheit. Und wer daran auch nur ansatzweise zweifelt, bekommt die ganze Wut des lynchenden Boulevards zu spüren. Aber selbsternannte Demokraten und Hüter "der Werte" dürfen das halt.

Die Deutschen Werte: demütigen, bedrohen und diffamieren

Kommentar - Özil und Gündogan hatten dem türkischen Präsidenten Erdogan bei einem Termin in London Trikots ihrer Vereine überreicht. Die deutschsprachige Öffentlichkeit will uns jetzt weismachen, sie stünde für Demokratie, Grundrechte und Offenheit. Und wer daran auch nur ansatzweise zweifelt, bekommt die ganze Wut des lynchenden Boulevards zu spüren. Aber selbsternannte Demokraten und Hüter "der Werte" dürfen das halt.

Da darf man mit undemokratischen, ja fast schon tyrannischen Methoden selbst absolute Spitzensportler des deutschen Fußballs öffentlich demütigen, bedrohen und diffamieren. Alles im Namen von Werten, die irgendwelche Halunken aus Politik und Medien anführen, um mal so richtig Türken-Bashing betreiben zu dürfen. Aber weil sie sich selbst im Dienste höherer Werte wähnen, spüren sie den rassistischen Kern ihrer Motivation nicht.

Die Aussichten sind ja düster, wenn man bedenkt, dass selbst erfolgreiche, berühmte Türkischstämmige bei Anlass behandelt werden, als wären sie irgendwelche Kleinkriminelle, denen man erst noch das rechte Benehmen beibringen müsse. Dieser ganze "Skandal" rund um die Trikots von Özil und Gündogan sagt tatsächlich viel mehr über den Stand der deutschen Demokratie und Öffentlichkeit aus als über den Stand der Integration.

Und gerade weil in dieser Lynch-"Debatte" Dinge wie Integration und Vorbildfunktion erwähnt worden sind, will ich etwas anmerken. Jungen Migranten kann man keine Vorbilder verordnen und schon gar nicht, wenn man dann diese Vorbilder beim kleinsten Missfallen vollkommen bloßstellt. So ist und bleibt für viele türkischstämmige Migranten die Türkei "nahe". Politiker - ob nun in der Türkei oder bei uns - kommen und gehen, aber die Türkei bleibt ein positives Bezugssystem.

Wenn also Haus- und Hof-Türken (insbesondere aus dem Parteienspektrum) der Meinung sind, man müsse sich ganz und gar anpassen und assimilieren oder sich eben nur auf die richtige Weise um die türkische Politik sorgen, so sind sie dermaßen unglaubwürdig, dass sie als Vorbilder für junge Migranten einfach nicht taugen. Da können sie noch so toben, aber an Leute wie Özil und Gündogan werden sie auch mithilfe des rassistischen Boulevards nicht heran kommen.

Ruşen Timur Aksak

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Es sind 2 Kommentare vorhanden

Bild von Aslan

Zwei angesehene und erfolgreiche türkische Fussball-Profis in UK...das juckt den Heinz und Kunz.

Da trieft der Senf von der guten Schweinswurst...

Man kann das auch beurteilen...manche fanden die Fotos und Selfies von Merkel mit (syrischen) Flüchtlingen süß und andere wohl arrogant...ist wohl so?

Viele haben in Deutschland verständlicherweise auch Angst vor Türken, die nicht in internationalen Terrororganisation aktiv sind und zu Abertausenden Asyl in Deutschland erhielten und nicht bekennende Anhänger der PKK/YPG sind...oder so?

 

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das ganze zeigt eigentlich nur, dass deutschland immer noch die tradition der diffamierung und denunziation aus dem dritten reich und der ddr treu geblieben ist. so etwas gibt es wirklich nur in deutschland. 

dass die deutschen kein problem damit haben, dass man sich mit einem massenmörder wie bush oder blair oder auch obama trifft zeigt doch die ganze heuchelei. sie sind einfach nur wütend, dass die türken sich nicht assimilieren und ihren eigenen kopf haben. 

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