Grindel meint über Erdogan: „Er wird sich ärgern und das ist gut so"

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Grindel meint über Erdogan: „Er wird sich ärgern und das ist gut so"

20. Mai 2018 - 22:30
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DFB-Präsident Grindel über Erdogan: "Er wird sich ärgern und das ist gut so."

Arik Ünsal meint: "Hitler hat sich wenigstens selbst umgebracht."

Deniz Naki erklärt: "Was Özil und Gündogan da mit dem Trikot für Erdogan machen, geht gar nicht"

Deniz Naki nimmt am Sport- und Kulturfestival in London am 23. Mai 2016 teil

Kommentar - Es ist das eine, wenn man sich wegen Lappalien aufregt und in Schnappatmung gerät, eine andere, wenn man genau das selbe tut was man anderen vorwirft. Die Geste von Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die in London mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammenkamen, hat viele in Deutschland verärgert, darunter den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel selbst, den Boxer Ünsal Arik und den Fußballprofi Deniz Naki.

Grindel beschwerte sich ja als einer der ersten über die Fotostory von Özil und Gündogan, um dann bei der BILD100SPORT vorzugeben, Erdogan verärgern zu wollen, in dem man die zwei Spieler zur WM in Russland mitnimmt und Tore schießen lässt. Wenn man also Sport mit Politik vermischen will, lernt man es am besten bei Grindel selbst und sucht nicht im Ausland nach einem Idol.

Propagandisten gibt es ja in Hülle und Fülle, darunter auch den Boxer Ünsal Arik, der hierzulande als Gegner von Erdogan entdeckt wurde und seine Rolle in Deutschland bereitwilligt übernimmt - kein Wunder, bei der Popularität, die er erst durch sein Gekeife gegen Erdogan gewann. Das zeigt doch wohl eher, wer wessen Popularität auszunutzen weis und sich so ein gewissen Bekanntheitsgrad sichert.

Deshalb springt Arik über den gehaltenen Stock, dass ihm die Medien vorhalten, um so richtig aus der Magengrube heraus zu sagen was er denkt. "Die beiden sind Vorbilder für Jugendliche und diese sehen jetzt, dass die Stars wahrscheinlich wieder Erdogan wählen." Tja, lieber Arik, wenn man selbst als Vorbild fungieren will und beim Verfassungsreferendum Wahlkampf betreibt, darf man sich nicht wundern, wenn andere zumindest den aufrichtigen Mut aufbringen, sich werteneutral an der Seite des türkischen Präsidenten abzulichten, während die hiesigen Medien geradezu darauf warten, solche Lächerlichkeiten auszuschlachten, in der diese zwei Fußballprofis beheimatet sind. Wer hat wohl mehr Mut und Charakter bewiesen?

Und dann der Ex-St. Pauli und Ex-Amed SK Fußballprofi Deniz Naki, der nach seinem Wechsel in die Türkei so richtig politisch aufblühte und sich entsprechend aggressiv betätigte, dabei sogar Rückenwind aus Deutschland erhielt. Nicht umsonst erhielt er immer wieder vom türkischen Fußballverband sperren oder Geldstrafen, gerade weil er sich politisch verausgabte. Das brachte ihn nach Jahren sogar eine lebenslange Sperrzeit ein, weil er sich zum Konflikt im Südosten des Landes im Jahre 2015 außerhalb und im Stadion lautstark äußerte und in Europa für die Terrororganisation PKK hin und her tingelte.

Das was Naki da getan hatte, ging mal gar nicht, aber man ließ ihn lange Zeit in der Türkei dennoch gewähren, ohne das er dabei vom Präsidenten oder den Verbandsfunktionären vorgeführt worden wäre. Wenn man sich überlegt, wie Özil und Gündogan allein mit nur einem Bild zur Hetzjagd freigegeben, vom DFB bis hin zum Bundespräsidenten wie Schuljungen dafür vorgeladen, öffentlich wie medial in der Luft zerrissen werden, sollte Naki sich lieber zurückhalten und seinen Werdegang in der Türkei Revue passieren lassen. Und sorry Naki, aber was kümmert es einen Türken, was die ganze Welt angeblich wissen will? Wir Türken wissen allzugut, wofür du Propaganda und Wahlkampf betrieben hast; in der Türkei und in Europa.

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C

Dass Türken im ausländischen Fernsehen auftreten und sich permanent über die Türkei äussern ist glaube ich einmalig auf dieser Welt. Da muss man natürlich auch den Charakterzug der deutschen Politik in Betracht ziehen, der schon immer auf Propaganda und Denunziation gesetzt hat. Damals im deutschen Reich hatte man sich auch der Juden bedient, die gegen Juden gehetzt hatten. Es ist eine Charaktersache von beiden Seiten. 

Auf der anderen Seite hat es Erdogan geschafft, was kaum ein Staatsfeind hätte schaffen können. Indem er Menschen, die ihn nicht wählen oder seiner Lebensweise nicht folgen beleidigt verunglimpft und öffentlich als Zielobjekt dargestellt hat, die türkische Bevölkerung gespalten. 

Zu Naki und anderen PKK-Anhängern muss man glaube ich kein Wort verlieren. 

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