ZDF und Erdogan - Das Misstrauen gegenüber den Medien

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ZDF und Erdogan - Das Misstrauen gegenüber den Medien

15. Dezember 2016 - 21:51
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Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) stand des öfteren in der Kritik. Seit vergangenem Dienstag steht das ZDF wegen der TV-Dokumentationssendung "Mensch Erdogan!" erneut in der Kritik. Auch diesmal wirft man dem Öffentlich-Rechtlichen vor, Propaganda zu betreiben. Es ist nicht das erste Mal, dass dem ZDF vorgeworfen wird, unausgewogen zu berichten.

ZDF und Erdogan - Das Misstrauen gegenüber den Medien

Mainz / TP - Der türkische Präsident Erdogan ist in Europa zum Medienspektakel schlechthin geworden. Nicht nur in der Politik, vor allem in den Medien ist Erdogan als Quotengarant ziemlich beliebt. Doch mit der letzten TV-Dokumentationssendung des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) in ZDFzeit "Mensch Erdogan: Die Geheimnisse des türkischen Präsidenten!" wird deutlich, dass die Aufklärung, die neutrale Berichterstattung überhaupt nicht beabsichtigt war. Vielmehr sollte die Dokumentation dafür Sorge tragen, dass dem türkischen Staatspräsident in Freudscher Manier, Wahnhaftigkeit, Skrupellosigkeit, Selbstüberzeugung und Machthungrigkeit attestiert wird.

Diese Einschätzung teilen immer mehr Türken und Türkischstämmige in Deutschland und zeigen unter dem Hashtag #WeLoveErdoğan ihren Unmut. Sie vermuten nicht nur eine Methode dahinter, sondern knallharte Staatspropaganda, wie sie der ARD und ZDF desöfteren in anderen Themen vorgeworfen wurde. Gründungsgrund der beiden Öffentlich-Rechtlichen ist ja gerade ihre Staatsferne, was durch einen Urteil des Bundesverfassungsgericht zum ZDF noch einmal deutlich wurde, wohl aber nach dieser TV-Sendung als Mythos beschrieben werden kann.

Journalistisch fragwürdig erachtet man vor allem die unterschwelligen Botschaften in der TV-Dokumentation, in der Erdogan bereits in seiner Jugend gewalttätig und islamistisch nach gezeichnet wird. Diese Reize werden dabei fortgesetzt, so u.a. mit einer Einblendung von zwei Türkinnen, die Erdogan als "Oberbefehlshaber" bezeichnen, dann mit Mutmaßungen über sein angeblich angehäuftes Vermögen, über sein Geheimnis des Putschversuchs und über wahnhafte Vorstellungen, weshalb die Speißen geprüft, im Palast alles gesichert, sogar ein Bunker vorhanden ist. Das ganze hat einen bestimmten Grund: Erdogan soll verklärt werden.

Dabei merkt das ZDF-Team nicht einmal mehr, dass die Bemerkungen der zahlreichen deutschen und ausländischen "Experten"  in der TV-Doku dann doch nur Mutmaßungen sind, denn der türkische Journalist Umut Yertutan gibt während einer Interview-Sequenz an, selbst nichts über Erdogan zu Wissen, auch nach mehr als 15 Jahren nicht. Wieso sollten ausländische Journalisten besser informiert sein? Nutzt der ZDF dies aus, um uns gezielt zu manipulieren, ist die übereinstimmende Meinung in der türkischen Community.

Das vermutet jetzt auch Fatih Zingal, der in der TV-Doku selbst gerade einmal 6 Sekunden dran kam. Zingal erklärte, er sei für die TV-Doku 45 Minuten lang interviewt worden, doch lediglich 6 Sekunden seien daraus entnommen worden, die dem ZDF wohl in die Szenerie gepasst hätten. Wieso eigentlich, wenn alle anderen kritischen Stimmen mehrfach in langen Sequenzen zur Aussprache kommen? Das wird auch durch die personelle Zusammensetzung der Interviewten deutlich. Die kritischen Stimmen demonieren nicht nur die TV-Doku, sie kommen mehrfach zur Aussprache und das in deutlich längeren Einblendungen. Zingal und drei weitere türkische Stimmen kommen in der TV-Sendung gerade einmal 59 Sekunden von 45 Minuten dran und nur dann, wenn sie etwas neutrales zu berichten haben, während alle anderen, also kritischen Stimmen, die TV-Dokumentation überwältigend dominieren, von einem Szenario in die andere übergehen und dabei ein Bild eines "Diktators" nachzeichnen.

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Bild von Aslan

Das zdf ist ein gutes Beispiel für die Etablierung anti-türkischer Aktivisten und Netzwerke in Deutschland.

Wikipedia dokumentiert: Ali Ertan Toprak (*1969 in Ankara, Türkei) ist ein deutscher Politiker kurdischer Herkunft und...Seit Mitte 2016 ist Ali Ertan Toprak als "Vertreter der Migranten" Mitglied im ZDF-Fernsehrat...

Ali Ertan Toprak ist übrigens "Chef" der kurdischen Gemeinde Deutschland, die den mittlerweile inhaftierten Terrorsympathisanten S. Demirtas als "Präsidentschaftskandidat" für ein angebliches kurdisches Territorium propagiert hat.