Rache ist Blutwurst - Die Deutsche-Islam-Konferenz-Connection

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Rache ist Blutwurst - Die Deutsche-Islam-Konferenz-Connection

01. December 2018 - 01:31
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Zwei Tage Deutsche Islam Konferenz und was haben wir gelernt? Fordere als Muslime in Deutschland nie die in der Verfassung verankerten Rechte ein. Sonst wirst du von einem nachgezogenem Nahostler als jemand dargestellt, der Sonderrechte genießen will.

BILD über die Islamkonferenz: Islam-Kritiker fürchten um ihr Leben

Kommentar  - Zwei Tage Deutsche Islam Konferenz (DIK) und was haben wir gelernt? Fordere als Muslime in Deutschland nie die in der Verfassung verankerten Rechte ein. Sonst wirst du von einem nachgezogenem Nahostler als jemand dargestellt, der Sonderrechte genießen will. Was noch wichtiger ist: unsere sogenannten Vertreter der islamischen Verbände haben nicht die Absicht, die verfassungsgemäßen Rechte wie die Körperschaft einzufordern. Sie halten uns Muslime nur hin, zusammen mit der Bundesregierung und den Landesregierungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Aber kommen wir zum Kern der DIK. Sie sagen "Dialog" und "Diskurs", aber meinen "halt die Gosch". Sie sagen "deutscher Islam" und "liberaler Islam", meinen aber, dass du "rückständig" bist. Wenn sie „Sonderrechte“ rufen, meinen sie, dass du "unfähig" bist, die Verfassung oder die Grundrechte zu verstehen.

Die Hintergrundstrahlung, die uns Muslime auch in den kommenden Islamkonferenzen nicht erspart bleiben wird, deren Quellen saßen mitten unter den Gästen der diesjährigen DIK. Deren Endprodukte landeten fast in den Mägen von Muslimen und muslimischen Vertretern, die meinten, mit solchen Tagungen auch nur einen Schritt vorwärts zu kommen.

"Deutscher Islam" oder "liberal" bis "säkularer" Islam, dass sind doch Wortklaubereien. Sie meinen nur - und bringen das auch unverhohlen in Medienlandschaften zum Ausdruck - dass das Islamverständnis von Ali und Mehmet rückständig und inkompatibel mit Deutschland ist. Damit beugen oder missinterpretieren sie zwar ihre eigene Rechts- und Verfassungsordnung, aber dass ist auch nicht so wichtig für sie. Für sie ist es nur wichtig, dich und mich zu markieren, dann auszugrenzen, dann zu kriminalisieren und vielleicht im Endstadium mit dir auch anderweitiges anzustellen.

Lieber Hamed Abdel-Samad. Sie sind für drei Tage von Facebook wegen einer Ihrer Beiträge gesperrt worden. Sie kritisieren das deutlich medienwirksam und bekommen dafür von den verschiedensten Seiten Unterstützung.Sie sind inzwischen dabei, dir das Recht zu nehmen, in Dialog zu treten oder einen Diskurs anzustoßen. Stattdessen schließen sie dich aus, sperren dich aus sozialen Netzwerken aus, blockieren dich in Facebook und Twitter, erheben aber den Anspruch die Meinungsfreiheit hochzuhalten. Als ob das nicht reicht, werfen sie dir noch hinter der Blockadehaltung vor, sie angegriffen, sie genötigt, verletzt, ihnen nach dem Leben getrachtet zu haben. Komisch nur, dass diesen Herrschaften selbst seit ihren Vorwürfen und Wehklagen, noch nie etwas passiert ist. Und wenn was passiert, dann ist das Geprälle umso deutlicher, z.B. dann, wenn sie selbst das Opfer einer kurzzeitigen Sperre durch Facebook werden. Diese ständige Wiederholung der vermeintlichen eigenen Bedrohungslage oder der Beschneidung in der Meinungsfreiheit wird in Bild, Ton, Büchern, TV-Sendungen rauf und runter rezitiert. Kein Wunder, dass die Deutungshoheit die Plurarität verdrängt hat, ob in den Medienlandschaften oder in der Politik.

Weil das ausgesprochen gut gelingt, sprechen sie konsequenterweise nur noch mit "Merkel muss weg", "die Überfremdung setzt ein" oder "Masseneinwanderung stoppen"-Rufern. Sonst hört ja kaum einer mehr diesen VIP-Opfern richtig zu, außer den gefühlten 80 Millionen Experten. In sozialen Netzwerken grölen und jauchzen sie, während die "Islam-Experten" in ihren Büchern und Vorträgen von einem Supergau nach der anderen warnen, die allen in Europa aufgrund des Islams bevorstehe - wenn man ihnen nicht zuvor Einhalt gebietet.

Damit das auch glaubhaft wird, spricht man ständig von kriminellen Muselmanen, die zwar vorgeben diskutieren zu wollen, aber im Grunde ihnen an den Kragen wollen - was man auch ständig medial in Szene setzt. Auf der DIK war es nur noch eine Frage der Art und Weise, wie man das auszuschlachten gedenkt. Und man wurde nicht enttäuscht: "Islam-Kritiker fürchten um ihr Leben" titelte die BILD auch zeitgleich mit Beginn der Konferenz.

Wie auch immer man das aufnimmt, ob lächelnd oder wütend, manche dieser Islam-Kritiker lassen ihre Masken schneller fallen, als ihnen lieb ist. Kelek sprach bereits vor Jahren von einem Islam, der "ein Menschenbild" mit betonter "Triebhaftigkeit" konstruiere. In der Politik fasst man sie seither nur noch mit der Kneifzange an. Ahmad Mansour faselt während der Konferenz etwas von Sonderrechten der Muslime, wobei er gekonnt auslässt, um welche besonderen Rechte es sich dabei handelt - zumindest hat er so den Generalverdacht erneut erhärtet, den das rechtslastige Publikum sowieso von Muslimen hatte, die nicht irgend ein Aufruf, Petition, Initiative oder Memorandum irgendwelcher sogenannter "Islam-Experten" eidesstattlich mitgetragen haben. Dieser Herr hat die deutsche Meinungsfreiheit mit Löffeln gefressen, aber von den anderen Grundgesetzpunkten hat er offenbar keinen Schimmer.

Man darf diese Personenkreise und diese "Experten" dennoch nicht als Rassisten oder Nazis beschimpfen, denn sofort gesellen sich Politiker und erheben schützend ihre Hand oder überhäufen sie mit Preisen. Und je mehr Preise sie einheimsen und je mehr sie Beifall erhalten, desto extremer wird ihr sogenannter "Kampf", desto freimütiger werden ihre kuriosen Vorwürfe und Behauptungen.

Schließlich ist man auch kein Opfer dieser dauernörgelnden Nervensägen mehr, sondern auch noch Täter, wenn man sich verbal verteidigen will. Die haben ja als Patrioten des Abendlandes auch das Recht, als waschechte Inquisitoren die Muslime entweder zu Conversos zu überreden oder sie eben mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln im Lichte des Rechtsstaats und der öffentlichen Ordnung zu verfolgen.

Unter öffentlicher Ordnung versuchte man während der DIK in raffinierter Art mit Blutwurst verarbeitete Häppchen unter die Muselmanen zu bringen - wohlgemerkt, im Berliner Regierungsbezirk in den letzten zwei Jahrzehnten ein einzigartiger Vorfall, während eines Empfangs oder eines Banketts, Blutwurst zu servieren. Manche bemerkten es, andere vermutlich nicht - denn als solches waren die Häppchen nicht ausgezeichnet und der Service war wohl auch nicht sehr auskunfts- oder redefreudig.

Volker Beck TwitterDafür ist der grüne Großinquisitor Volker Beck redefreudiger und fordert den protokollarischen Fauxpas ad Acta zu legen, nach dem das Presseamt das als Fehler deklariert und sich lapidar entschuldigt hat. Eine Bankrotterklärung des Bundesinnenministeriums, zumal jede Aldi- oder Lidl-Filiale es überraschend gut hinbekommt, mit kleinen Tiersymbolen ihr Fleischsortiment sichtbar und unverwechselbar zu kennzeichnen.

Apropos Generalverdacht: wenn man einen Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens Ditib ZSU GmbH mit der DITIB-Köln in Zusammenhang bringen will, dann ist das so wie den evangelischen Klerus mit der Johanniter-Unfall-Hilfe gleichzusetzen. Und was sagt der sogenannte Ditib-Mitarbeiter?

"Die Freude dieses Mannes über den Erfolg seiner Parteifreunde in den von ihm genannten Vereinen ist vielsagend. Der "Populist in Persona" stigmatisierte in den letzten Jahren nicht nur die Kritiker der israelischen Politik als Antisemiten, mehr noch, mit Leidenschaft gar, griff er die muslimischen Verbände und die Muslime, die ihm nicht genehm sind, immer wieder an. 
Würde mich nicht wundern, wenn er bald zum Islam mit Anführungszeichen findet!"

Wie schon Anfangs gesagt, war die Hintergrundstrahlung, die uns Muslime auch in der Islamkonferenz erreichte, zwar nicht so toxisch wie außerhalb der Manege, aber in diesem Zirkus hatte man das ungute Gefühl, im Kreis an der Nase vorgeführt zu werden, während heiße Cowboy-Girls ihre langen Beine zur Geltung bringen und die Zuschauer am Bildschirm einen Blick in den Schritt zu erhaschen versuchen. Für Kost und Logis sorgte Horst Seehofer im Beisein seiner zehn Narren, die ihn umgarnten, an ihm zappelten und das Wohlwollen zu ergattern versuchten.

Währenddessen versuchten die neu aussprießenden 10-oder-20-Mann-und Frau-Vereinigungen in ihrer kurzen Halbwertszeit irgendwie noch während der DIK sich von der besten Seite zu präsentieren, was ihnen gegönnt sei. Aber es bleibt nicht aus, dass die Halbwertszeit exponentiell abnimmt, je mehr sich diese Vereinigungen über andere Gemeinschaften oder deren Schwächen zu profilieren versuchen. Insbesondere das ist im islamischen Glauben und der Kultur nicht nur verpönt, sondern geradezu eines der schlimmsten Sünden. Der Verzehr von Schweinfleisch ist dagegen eine Bagatelle.

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Ulf Söderberg's picture

Moment mal:
Es gibt überhaupt keinen Satz in der deutschen Verfassung, der Religionsgemeinschaften ein Anspruch auf einen Körperschaftstitel
gewährt. Das ist schlecht recherchiert. Wenn es diesen gäbe, dann hätte diese Religionsgemeinschaft jederzeit die Möglichkeit diese
Frage vom Bundesverfassungsgericht klären zu lassen. Das Bundesverfassungsgericht ist die letzte Instanz die entscheiden darf wie
die Verfassung interpretiert werden muss. 

Abgesehen davon halte ich es für moralisch falsch. Genau so falsch, wie das die katholische und christliche Kirche
Steuergelder schmarotzt statt wie jeder Sportverein seine Kosten durch selbst erhobene Mitgliedsbeiträge zu decken.

Religion braucht keine Institution. Religionsfreiheit gewährt Individuen das Recht ihre Religion auszuüben ohne Repressalien fürchten zu müssen.
Die Religionsfreiheit ist eine Lehre aus dem 30 jährigen Krieg der damals einem Drittel der Europäer das Leben kostete.
Hochgerechnet auf heutige Bevölkerungszahlen wären das 250 Millionen Menschen die wegen eines religiösen Wahns ihr Leben verloren haben.

Eine Repressalie ist es außerdem nicht, KEIN Geld vom Steuerzahler für die Religionsausübung zu bekommen.

Als Atheist und Steuerzahler gehört für mich die Frage der Religion in den Bereich Magie. Ich sehe darin keine Staatsaufgabe.
Wir Atheisten fordern doch auch keine Körperschaft obgleich wir in Ostdeutschland 80% und in Westdeutschland 
etwas weniger als 50% der Bevölkerung ausmachen!? Was ist denn mit unseren "Verfassungsmäßigen Rechten"?

Ich wundere mich ohnehin, warum die deutsche Regierung eine Islamkonferenz einläd und dann muslimische Religionsgemeinschaften einläd.
Warum tun sich nicht die islamischen Religionsgemeinschaften zusammen und machen selbst eine Islamkonferenz und laden dazu dann die Bundesregierung ein?

Mir kommt es so vor als wollen sich die Muslime genau so schön in einer Opferrolle suhlen, wie es die jüdischen Gemeinschaften oft und gern tun.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Gerade als Atheist, habe ich einen scharfen Blick wo es um religiöse Diskriminierung geht und wo in Wirklichkeit um
Machtpolitik. Muslime die sich in Deutschland integriert haben, haben auch einen Anspruch darauf sich als Deutscher zu bezeichnen und
gleiche Rechte zu genießen wie jeder andere Deutsche. Muslime sind nicht nur Muslime sondern auch ganz normale Menschen.
Die Aufgabe der Islamkonferenz ist es auf diese und andere Diskriminierungen aufmerksam zu machen und diese zu kritisieren.
Wenn der Bundesinnenminister der Meinung ist, Blutwurst auftischen zu müssen, dann ist das aber keine religiöse Diskriminierung sondern
ein Ausdruck unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Das ist unangenehm muss aber durch jeden ausgehalten werden, der sich als integriert bezeichnen möchte.
 

Redaktion's picture

Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften können kraft Artikel 140 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts sein. Begründet wurde dieser Sonderstatus im sogenannten Weimarer Kirchenkompromiss von 1919, den das Grundgesetz als Verfassungsrecht übernommen hat. Art. 137 der Weimarer Verfassung (WRV) bestimmt die Trennung von Staat und Kirche. Religiösen Gemeinschaften wurde unter gewissen Voraussetzungen der Körperschaftsstatus zugebilligt, sie können also den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts erhalten. In Art. 137 Abs. 5 WRV heißt es: „Die Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten.“ Eine Aussage zur Idee dieser Normen: Der Staat „begünstigt Religionsgemeinschaften, denen er unter bestimmten Voraussetzungen Körperschaftsrechte verleiht, und kooperiert mit ihnen. Sie unterstützen ihrerseits den Staat im Sinne der Bildung und Erhaltung eines Wertekanons, indem sie friedens-, rechts- und wertefördernd auftreten und ihrerseits das staatliche Gewalt- und Strafmonopol anerkennen. Diese Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften äußert sich etwa in der Steuerbefreiung von Spenden, dem Erteilen von Religionsunterricht oder speziellen Regelungen im Arbeits- und Sozialrecht“.