Factcheck: Ismail Küpeli: Weltfrauentag verboten

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Factcheck: Ismail Küpeli: Weltfrauentag verboten

09. März 2018 - 00:41
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FAKE: 
Twitter-Beitrag von Tagesschau zum internationalen Weltfrauentag in Istanbul
Twitter-Beitrag von Ismail Küpeli zum internationalen Weltfrauentag
Twitter-Beitrag von IMesale Tolu zum internationalen Weltfrauentag

In Izmir und Istanbul gingen Zehntausende Menschen am Donnerstag zum internationalen Wetfrauentag auf die Straßen, der am 8. März begangen wird. 

Der Weltfrauentag entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Die Vereinten Nationen erkoren ihn später als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden aus.

Laut einem Twitter-Beitrag vom 8. März 2018 vom Politikwissenschaftler Ismail Küpeli, gingen trotz einem Verbot aller öffentlichen Veranstaltung am 8. März in der westtürkischen Metropole Izmir, Frauen auf die Straßen.

Das stimmt insofern nicht. Am 2. März 2018 berichtet die linksgerichtete Online-Zeitung "Evrensel" mit einem irreführenden Titel, dass der Gouverneur von Izmir eine Kundgebung zum Weltfrauentag verboten und dies mit dem Ausnahmezustand begründet hat. Tatsächlich bezieht sich das Verbot auf Kundgebungen am 5. März, was erst im ausführlichen Teil der Berichte ersichtlich wird. In Istanbul und Ankara wurden nach einem Bericht der Sputnik News am 3. März sowie Gazete Karinca am 7. März, die darüber neutral berichten, die jeweiligen Kundgebungen zum 5. März verboten, die von Frauenplattformen angemeldet wurden. 

Nach dem Bericht der Sputnik News, Evrensel sowie Gazete Karinca wurden die Kundgebungen zum 8. März, also dem Tag an der der internationale Weltfrauentag eigentlich gefeiert wird, von den Gouverneuren in Izmir, Istanbul, Ankara und Antalya entgegen der anderslautenden Berichte und Titelschlagzeilen zugelassen. In Adana wurde ein Marsch am 8. März durch die Stadt laut Evrensel verboten, jedoch eine Kundgebung auf dem offenen Theaterplatz zugelassen. In Diyarbakir hatte die Provinzverwaltung laut Evrensel zunächst eine 10-tägige Kundgebung verboten, jedoch nach Gesprächen mit einer Plattform namens Dicle-Amed Frauen (DAKP) zugelassen.

Am 5. März war u.a. in Ankara trotz eines Verbots die Frauenplattform zur Kundgebung zusammen gekommen, die von der Polizei jedoch aufgelöst wurde.

Der Beitrag von Ismail Küpeli in Twitter, wonach "alle öffentlichen Veranstaltungen zum #InternationalerFrauentag verboten" wurden, stimmt insofern nicht. Das Verbot richtete sich auf den Zeitraum davor, also zum 5. März, das ein Sonntag war. Der internationalen Weltfrauentag findet aber jedes Jahr am 8. März selbst statt. 

Ebenso stimmt auch der Twitter-Beitrag der "Journalistin" Mesale Tolu, "Zehntausende Frauen gehen trotz Ausnahmezustand in Istanbul auf die Straße" so nicht. Der Ausnahmezustand impliziert nicht automatisch, dass Kundgebungen von vornheiren verboten sind. Kundgebungen in der Öffentlichkeiten müssen wie in Europa polizeilich angemeldet werden, ob im Ausnahmezustand oder nicht. Mesale Tolu beweist es selbst in einem weiteren Twitter-Beitrag, bei der sie an einem Protest vor dem Justizgebäude in Istanbul teilgenommen habe.

Und nein liebes Tagesschau-Team des öffentlich-rechtlichen TV-Senders ARD, Istanbul ist nicht die Hauptstadt der Türkei und auch ohne Ausnahmezustand kann eine Kundgebung verboten werden, auch in Deutschland. Hier der Twitter-Beitrag:

Trotz des Ausnahmezustands sind in der türkischen Hauptstdt #Istanbul mehrere Tausende Menschen für Frauenrechte und gegen männliche Gewalt auf die Straße gegangen. #Weltfrauentag2018

FACT: 
Evrensel - Diyarbakır’da 8 Mart yasağına itiraz kabul edildi
Evrensel - Adana Valiliğinden 8 Mart yürüyüşüne yasak, mitinge izin
Sputnik News Türcke - Kadınlar, İstanbul ve İzmir’deki 8 Mart engellerini kaldırdı
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