Factcheck: Videoaufnahme über Massaker in Afrin

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Factcheck: Videoaufnahme über Massaker in Afrin

24. März 2018 - 23:27
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Botin Kurdistani | @kurdistannews24 am 24. März 2018 um 13:50 Uhr (MEZ)

In sozialen Netzwerken wird derzeit eine Videoaufnahme viral verbreitet, in der angeblich türkische Truppen sowie Kämpfer der Freien Syrischen Armee ein Massaker an syrischen Flüchtlingen in der Region Afrin verüben. 

Die Aufnahme wird als Beweis betrachtet, dass die türkischen Truppen und FSA-Kämpfer in der Stadt Afrin die rückkehrenden Einwohner massakrieren und auch ausserhalb der Stadt fortsetzen.

In Twitter teilte @kurdistannews24 am 24. März 2018 um 13:50 Uhr (MEZ) den Videobeitrag, der "heimlich" von einem "Aktivisten" aufgenommen worden sein soll. Es soll Folterungen, Massentötungen und Verhaftungen zeigen. Betrachtet man das Video näher, zeigt sich, dass das Video ein Flüchtlingskonvoi zeigt, zwischen denen Kämpfer der FSA wie auch türkische Panzer stehen. Offenbar wurde der Konvoi kurz zuvor attackiert. In den Reden zwischen den Kämpfern und Flüchtlingen ist zu hören, dass die Menschen weiterfahren sollen, der Angriff vorbei ist. 

Zuvor, am 24. März 2018 um 8:11 Uhr (MEZ) hatte jedoch in Twitter Elizabeth Tsurkov einen Beitrag geteilt, in der sie angab, dass ein Konvoi mit 400 Zivilisten bei der Rückkehr in die Stadt Afrin von YPG-Milizen angegriffen wurde, um die Rückkehr der Flüchtlinge zu verhinden. 

Demnach hatte die YPG an einem Kontrollpunkt zwischen Sorhane und Kīmār (rund 5km. südlich von Afrin) versucht, die rückkehrenden Flüchtlinge daran zu hindern, nach Afrin weiterzuziehen. In mehreren Deklarationen und Erklärungen versucht die YPG offenbar die Flüchtlinge davon abzuschrecken, nach Afrin zurückzukehren. Dabei werfen sie den türkischen Truppen und FSA-Kämpfern vor, Massaker an syrischen Flüchtlingen zu verüben. In weiteren Tweets werden Bilder gezeigt, wo Flüchtlinge daran gehindert werden, nach Afrin zurückzukehren, so unter anderem im Westen von Tall Rifaat.

Der Videobeitrag von @kurdistannews24 ist insofern falsch wiedergegeben. Es handelt sich um die Aufnahme nach einem Angriff der YPG auf den Konvoi.
 

Elizabeth Tsurkov | @Elizrael am 24. März 2018 um 8:11 Uhr (MEZ)
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