Tell Ain Dara durch türkische Offensive zerstört

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Tell Ain Dara durch türkische Offensive zerstört

29. Januar 2018 - 22:01
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FAKE: 
Sirwan - @RojhelatiS - 27. Jan. 2018 Twitter
Firat News Agency - @anfenglish - 29. Jan. 2018 Twitter
Evrensel Gazetesi - @evrenselgzt - 28. Jan. 2018 Twitter
Turkey Unhold - @TurkeyUntold - 27.Jan 2018 Twitter

Laut nationalen und internationalen Medienberichten soll die antike Tempelstadt Tell Ain Dara im Süden der nordsyrischen Stadt Afrin durch eine Luftoffensive der türkischen Luftwaffe zerstört bzw. beschädigt worden sein. Auch die regimetreue syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, dass bei der türkischen Operation "Olivenzweig" die Tempelanlage zerstört worden sein soll. 

Bislang ist nur gesichert, dass die erste Meldung über die mutmaßliche Zerstörung der Tempelanlage Tell Ain Dara, rund vier Kilometer südlich der Bezirksstadt Afrin, durch die PKK-nahe Hawar News Agency (ANHA) am 27. Januar vor 17 Uhr erfolgte. Hierzu ist auch ein Youtube-Video zu sehen. Demnach soll die Tempelanlage bereits am 20 Januar von den türkischen "Invasoren" durch Bombardements größtenteils zerstört worden sein. Um 19:25 Uhr meldet die MedyaHaber über den mutmaßlichen Vorgang und beruft sich dabei auf die ANHA selbst.

Inzwischen wird der Bericht von zahlreichen nationalen wie internationalen Medien übernommen, wobei man meist von "offenbar" spricht. Verfolgt man jedoch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) oder die Internetseite über den syrischen Bürgerkrieg, die aktuelle Meldungen auf einer interaktiven Karte darstellt, ist weder am 20. Januar, noch davor oder danach eine Meldung hinterlegt, die darauf hindeuten könnte, dass die türkische Luftwaffe oder die türkische Artillerie die Tempelanlage bzw. die im Umland liegenden Stellungen oder Straßen beschossen hat. Es gibt im Umkreis von mehreren Kilometern um die Tempelanlage nahe des Dorfes Ain Darah keinen Eintrag in der interaktiven Karte der syria.liveuamap oder anderweitiger Diensteanbieter.

Bislang hat sich die türkische Regierung oder der türkische Generalstab hierzu nicht geäussert, weshalb eine abschließende Beurteilung nicht vorgenommen werden kann. 

Update: Der türkische Generalstab hat hierzu eine Stellungnahme veröffentlicht, in der die Vorwürfe dementiert werden.

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