Garbis Zakaryan: Halbmond und Stern auf meinem Sarg

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Garbis Zakaryan: Halbmond und Stern auf meinem Sarg

14. November 2017 - 12:49
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Garbis Zakaryan, Spitzname Büyük Garbis, war der erste türkische Boxer, der für die Türkei in den Ring stieg. Weil der Box-Sport in der Türkei keine Popularität genießt wie in anderen Ländern, geriet das bis in die jüngste Zeit in Vergessenheit.

Garbis Zakaryan: Halbmond und Stern auf meinem Sarg

Istanbul / TP - Der heute 87-jährige Garbis Zakaryan war der erste professionelle türkische Boxer, der für die Türkei in den Ring stieg. 1949 trat der armenischstämmige Türke für sein Land erstmals in Spanien an, 1966 beendete er seine Karriere mit einer Serie von Erfolgen. Vielleicht war das mit ein Grund, weshalb Zakaryan nicht wie andere türkische Boxlegenden in Vergessenheit geriet. Heute sagt er, dass er für den Halbmond und Stern in den Ring stieg, nach seinem Ableben mit dieser Flagge auch beerdigt werden will. 

Auf seinem Höhepunkt als Boxer wurde der armenischstämmige Istanbuler, Meister des gesamten Nahen Ostens, womit er in der Türkei in die Annalen einging. Sein Spitzname "Büyük Garbis", was "Großer Garbis" bedeutet, spielte nicht auf seine Körpergröße an, denn der Boxer war mit 1.77m eher durchschnittlich groß, sondern auf das Herz des Boxers. Wenn er in den Ring stieg, war er unerschrocken, zeigte Biss gegenüber seinen Gegnern und blieb dennoch Fair bei seinen Kämpfen. 

Zakaryan ging zur armenischen Esayan-Schule, sein Vater konnte aufgrund des Gesundheitszustand nicht arbeiten, die Mutter führte sozusagen den gesamten Haushalt und verdiente mit Stricken den Lebensunterhalt. Nach der 5. Klasse ging Zakarya nicht mehr zur Schule, um die Mutter als Zeitungsverkäufer zu unterstützen. Mit 14 Jahren begann er zu Boxen, im Beyoğluspor-Club, einem der ältesten Sportclubs der Türkei. Aber erst 10 Jahre später konnte er erstmals in den Ring steigen - die Trainer verweigerten ihm aufgrund seines Untergewichts Amateur-Wettbewerbe. Seinen ersten professionellen Kampf bestritt Zakaryan dann vor 30.000 Zuschauern während eines Vorkampfs in Argentinien.

Zakaryan wurde Europameister und Nahostmeister. Er gewann u.a. gegen den Deutschen Profiboxer Karl Öchsle (1955) und gegen den Bitburger Lothar Kremer (1964). In Berlin trat er gegen Freddi Teichmann an, die nach Punkten unentschieden beendet wurde. In seiner Profikarriere bestritt er insgesamt 41 Kämpfe, davon entschied er 21 für sich und kassierte 7 Niederlagen.

Berüchtigt wurde Zakaryan gegenüber Gegnern vor allem wegen seiner Zielvorgabe, den Kampf in sieben Runden zu entscheiden. Als er jedoch 1964 Meister des gesamten Nahen Ostens wurde, brach er seine eigene Regel und führte den Kampf gegen seinen ägyptischen Gegner bis zur zwölften Runde fort. Zakaryan zufolge wollte er seinen Gegner nicht mit einem schweren Schlag derart verletzen, dass dieser dann mehrere Monate nicht mehr in den Ring steigen kann. "Ich dachte an seine Karriere und an seine Familie, versetzte ihm nicht den letzten entscheidenden Schlag." erzählt er gegenüber allen, die sich diesen Kampf in der Ausstellung der Türkischen Box-Föderation in Istanbul angesehen haben und ihn auf diesen Kampf ansprechen.

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