Türkische Hıdırellez in UNESCO-Kulturerbe aufgenommen

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Türkische Hıdırellez in UNESCO-Kulturerbe aufgenommen

09. Dezember 2017 - 02:45
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Das türkische Frühlingsfest "Hıdırellez" wurde in die UNESCO-Liste des immateriellen kulturellen Erbes aufgenommen. 

Türkische Hıdırellez in UNESCO-Kulturerbe aufgenommen

Seoul / TP - Das türkische und auch im Balkan, darunter Mazedonien und Bosnien-Herzegowina bekannte Frühlingsfest "Hıdırellez" wurde während der 12. Tagung des zwischenstaatlichen Ausschusses der UNESCO in Südkorea, in die UNESCO-Liste des immateriellen kulturellen Erbes aufgenommen.

Der UNESCO-Ausschuss hatte in Südkorea am Freitag unter den nominierten immateriellen Kulturerben abgestimmt und "Hıdırellez" in die ständige Liste aufgenommen. Bei der Liste mit schützenswerten immanteriellen Kulturerben handelt es sich um kulturelle Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden.

"Hıdırellez" geht auf ein legendäres Treffen zwischen der unsterblichen mythologischen Gestalt des Hızır und dem alttestamentarischen Elias (Ilyas) zurück. Die Bezeichnung Hıdırellez wurde aus den Namen Hızır/Hıdır und Ilyas gebildet. Im türkischen Volkskalender gilt der Hızır-Tag (Rūz-i Hızır) am 6. Mai, der dem 23. April des alten julianischen Kalenders entspricht, als Anfang der Sommerzeit, die sich von diesem Tag bis zum 6. November, dem sogenannten Kasım-Tag, erstreckt. Hıdırellez wird in der Türkei, in Turkvölkern, aber auch in Mazedonien gefeiert. Man zelebriert den Frühlingsbeginn und es gilt als religiöser Feiertag der Aleviten. Durdevan ist die christliche Entsprechung dieses Frühlingsfestes, welches im Balkangebiet beheimatet ist, vorwiegend in Regionen, in denen Ende des 16. Jahrhunderts die Osmanen herrschten.

Aleviten glauben daran, dass die Heiligen Brüder Hızır und Ilyas als Propheten gelebt und das so genannte „Wasser zur Unsterblichkeit“ getrunken haben, um den Suchern und Wanderern auf dem mystischen Pfad zu helfen. Nach diesem Glauben kommt Hızır auf Land und Ilyas auf dem Meer zur Hilfe. Sie würden denjenigen helfen und sie retten, die in Not geraten sind und „von ganzen Herzen“ um Hilfe rufen. Sie bringen den Menschen Glück und Wohlstand. Nach einer Erzählung soll Hızır das erste Mal von Gefährten Noahs zur Hilfe gerufen worden sein und das mit Menschen voll beladene Schiff bei der Seekatastrophe geschützt haben. Nachdem das Schiff die Drei Tage – Katastrophe überstanden haben soll, sollen die Geretteten drei Tage lang gefastet haben, um Hızır ihre Dankbarkeit zu beweisen.

Die Zeremonien für Hıdırellez werden vorwiegend in Dörfern oder Städten statt in Metropolen überwiegend und aufwändig vorbereitet. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten sind mit den Themen wie Reinigung des Hauses und der Kleidung, Kleidung, Putz und Essen-Trinken und Einkaufen für das Fest verbunden. Die Innenräume der Häuser und die Außenanlagen als Gärten sollen sauber sein, denn Hızır soll an diesem Tag die Häuser besuchen. Fast überall sind Kleidung und andere Kleidung und Nahrungsmittel-Getränke übliche Bestandteile von Hıdırlez-Zeremonien. Alle Vorbereitungen im Zusammenhang mit den Zeremonien sind für die jungen Männer oder Frauen von besonderer Bedeutung, da Hıdırellez als die geeignetste Gelegenheit für die Jugend betrachtet wird, die bereit ist, in Zukunft zu heiraten, um eine passende Übereinstimmung zu finden.

Hıdırellez-Zeremonien werden auf dem Land in der Nähe von Städten, Dörfern oder Dörfern abgehalten, in denen im Allgemeinen Bäche, Seen oder andere Wasserquellen existieren. Mit großer Mehrheit gibt es Gräber oder Schreine, die an Orten, die auf Hügeln liegen, besichtigt werden können. Aufgrund der besonderen Merkmale werden die Hıdırlıks besonders für Hıdırellez-Zeremonien ausgewählt.

Von der Türkei nominierte immaterielle kulturelle Erben wurden bislang folgende von der UNESCO anerkannt:

  • 2003/2008 – Die Kunst der Meddah-Epenerzähler, lustige Geschichten in theatralischer Form mit Gesangseinlagen
  • 2005/2008 – Die Semâ-Zeremonie des Mevlevi-Ordens
  • 2009 – Das Karagöztheater
  • 2009 – Die Tradition der Âşıklık-Volksbarden
  • 2009 – Das Neujahrs- und Frühlingsfest Newroz, Nowrouz, Nooruz, Navruz, Nauroz, Nevruz (gemeinsam mit Aserbaidschan, Indien, Irak, Iran, Kirgisistan, Pakistan, Syrien und Usbekistan) 
  • 2010 – Der Öl-Ringkampf Kırkpınar
  • 2010 – Die Semah-Zeremonie der Aleviten
  • 2010 – Die traditionellen Sohbet-Zusammenkünfte, Treffen von Männern, bei denen gesungen, gespielt und getanzt wird
  • 2011 – Die zeremonielle Keşkek-Tradition
  • 2012 – Das Mesir Macunu-Fest
  • 2013 – Die türkische Kaffeekultur
  • 2014 – Die Ebru-Kunst der Marmorierung
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