Türkei-Istanbul: Bombenanschlag auf Polizei

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Türkei-Istanbul: Bombenanschlag auf Polizei

01. März 2012 - 00:03
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In der Nähe des Verbandes der MÜSIAD und des AKP-Provinzverbandes in Istanbul detonierte eine ferngezündete Bombe. Dabei wurden 16 Personen leicht verletzt

Die Bombenexplosion im Stadtteil Sütlüce in Istanbul schreckte nicht nur die Teilnehmer einer Konferenz der MÜSIAD (Unabhängiger Industrieller und Unternehmerverband) auf, auch das Personal des AKP-Provinzverbandes in der Nähe ging zuerst von einem Erdbeben aus. Die ersten Augenzeugen die am Ort waren erklärten, ein Polizeibus der Stadt mit 20 bis 25 Polizisten sei betroffen gewesen. Es handle sich wahrscheinlich um einen Bombenanschlag.

Nach einem Bericht der Internethaber sagte MÜSIAD-Vorsitzender Ömer Cihad Vartan aus, er habe die Erschütterung und den lauten Knall bemerkt und sei zuerst von einem kleineren Erdbeben ausgegangen. Danach habe er auf der Straße vor dem Gebäude der MÜSIAD den Polizeibus bemerkt, der seitlich beschädigt worden sei. Erst dann habe man begriffen, dass es sich wohl um einen Bombenanschlag handelt. Vartan verurteilte die Tat und sagte, mit solchen Mitteln habe man bisher nichts erreicht und man werde auch in Zukunft damit nichts erreichen. Ob der Anschlag auf die MÜSIAD oder der AKP galt, antwortete Vartan, er gehe von einem gezielten Anschlag auf die Polizei aus. Zu dieser Zeit fahre der Polizeibus immer, da scheinbar ein Schichtwechsel stattfinde. Die MÜSIAD habe keine Drohungen erhalten und er gehe auch nicht davon aus, dass die Provinzzentrale das Ziel des Anschlags gewesen sei.

Bei dem Bombenanschlag um kurz vor 9 heute früh wurden ein Polizeibus und umliegende geparkte Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen, als der Bus an einem geparkten Moped vorbeifuhr. Zuvor sei das Moped noch von einem Bauarbeiter zur Seite gestellt worden sein, weil es die Einfahrt zu einem Grundstück teilweise behindert habe. Der Bauarbeiter und ein weiterer Kollege seien auch verletzt worden sein, als sie in der Nähe ihrer Arbeit nach gingen. Ein Dritter habe sich zu der Zeit hinter der Tür des Gebäudes aufgehalten, weshalb er keine Verletzungen davon trug. In dem Polizeibus befanden sich nach Informationen des Polizeipräsidiums von Istanbul 21 Polizisten. 14 seien bei der Detonation leicht verletzt worden sein. Es handle sich überwiegend um Schnitt- und Schürfverletzungen.

Der Provinzgouverneur erklärte in diesem Zusammenhang, man gehe zur Zeit von einer ferngezündeten Bombe aus. Es handle sich womöglich um Plastiksprengstoff. Bei der Explosion sollen 16 Personen leicht verletzt worden sein. Ihr Zustand sei stabil. Weitere Angaben wollte Hüseyin Avni Mutlu nicht machen.

In einer Presseerklärung sagte Ministerpräsident Erdogan nach einer Sitzung in der türkischen Zentralbank, er verurteile die Tat aufs schärfste. Niemand werde mit solchen Mitteln die Türkei daran hindern, ihren Weg zu gehen. Erdogan wünschte den Betroffenen schnellste Genesung und zeigte sich zuversichtlich, dass die Täter alsbald gefasst werden.

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