Nach Tweet: Türkischer Modedesigner vermöbelt

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Nach Tweet: Türkischer Modedesigner vermöbelt

02. Januar 2017 - 22:41
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Der türkische Modedesigner Barbaros Şansal wünschte der Türkei während der Silvesternacht, sie möge in ihrer eigenen Scheiße ersticken. Nach der Ankunft in der Türkei bezog Şansal von einer aufgebrachten Menschenmenge eine Tracht Prügel und konnte sich geradeso in ein Fahrzeug flüchten. In sozialen Netzwerken ist man sich uneinig darüber, ob das sein musste. Manche meinen, er hätte das längst verdient. Andere sind überzeugt, dass der Modedesigner nur auf Publicity aus war und dass die Justiz zuständig sei, so etwas zu verfolgen.

Türkischer Modedesigner vermöbelt

Istanbul / TP - Der Tweet des türkischen Modedesigners Barbaros Şansal hat in der Türkei für erheblichen Zündstoff gesorgt. Schon zuvor machte der Modedesigner auf sich aufmerksam, in dem er den transsexuellen Sänger Bülent Ersoy verbal attackierte und von einem LGBT-Verein rausgeschmissen wurde.

Nach dem Video-Tweet hatte die türkisch-zypriotische Regierung entschieden, dass der Modedesigner das Land verlässt. Bereits während seiner Abschiebung über den Flughafen Lefkose aus Nordzypern, kam es aufgrund von Streitigkeiten zwischen Barbaros Şansal sowie weiteren Passagieren zu einer Verzögerung des Starts nach Istanbul. Was Şansal noch bevorstand, hatte er wohl vor seiner Videobotschaft über das soziale Netzwerk Twitter nicht geahnt.

Als das Passagierflugzeug der Turkish Airlines in Istanbul landete, hatte sich bereits eine kleine Menschentraube um das Flugzeug gebildet. Sicherheitskräfte wie Polizisten versuchten die Gangway zu bewachen, während die Passagiere ausstiegen, darunter auch Şansal. Aber ehe er den Fuß auf türkischen Boden setzen konnte, griffen einige von den Passagieren wie auch aus der Menschenansammlung den Modedesigner an, der nur noch die Flucht nach vorne antrat aber nicht weit kommen konnte. Trotz der Polizisten, Sicherheitskräfte des Flughafens und Lotsen, bezog Barbaros Şansal eine Tracht Prügel, zwischendrin die Rufe der aufgebrachten Menge.

Im sozialen Netzwerk Twitter, hatte Şansal aus der Türkischen Republik Nordzypern heraus eine Videobotschaft zur Jahreswende gesendet und darin die Zustände in der Türkei sowie das Volk kritisiert. Şansal verurteilte dabei die Verhaftung von Journalisten, die Korruption sowie Kindesmissbrauchsfälle und die Türken die den Silvester trotz alledem feiern würden. Er selbe werde, so in der Videobotschaft, nun in Nordzypern an der Hotelbar alles alkoholische austrinken und danach auch in Südzypern weitertrinken. Zum Schluss erklärte Şansal, dass die Türkei in ihrer eigenen Scheiße ersticken solle.

In der Türkei hatten nach dem Tweet mehrere Tausend Menschen Anzeige gegen Şansal erstattet. Şansal wurde in Lefkose am Ercan-Flughafen mit Drogen ertappt und zu einer Gefängnisstrafe von 1 Monat verurteilt.

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