Institutionalisierter Rassismus

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Institutionalisierter Rassismus

02. Dezember 2018 - 00:16
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Der institutionalisierte Rassismus grassiert in Deutschland, seit Jahren. Auf der einen Seite wie auch immer geartete "Kritiker", die auf Missstände im Zusammenleben der Gesellschaft aufmerksam machen und dabei Schwarzmalerei betreiben. Auf der anderen Seite Menschen, die sich durch die "Kritik" verletzt fühlen und mittlerweile wie Furien reagieren. Aber wer hat was davon und wieso wird das nicht unterbunden? 

BILD über die Islamkonferenz: Islam-Kritiker fürchten um ihr Leben

Kommentar - Was ist Rassismus? Laut Wikipedia eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Und was ist eine Institution? Laut Wikipedia ein Begriff, der im Allgemeinen ein Ordnungssystem bezeichnet, in der das soziale Verhalten und -Handeln der Individuen geformt, gelenkt oder stabilisiert wird. Derzeit grassiert aber in Deutschland ein institutionalisierter Rassismus, der auch noch gefördert wird. Derzeit bekannteste Figur, die sich nun auch in Österreich etablieren will, heißt Seyran Ates.

Seit mehr als 12 Jahren kenne ich nun die Rechtsanwältin Seyran Ates aus TV- und Medienberichten. Einst wurde sie von einem Ehepartner einer Frau, die sich scheiden wollte, angegriffen. Seither tingelt die sogenannte "Islamkritikerin" und "Expertin" durch Talkshows, verfasst Bücher, berichtet in Gemeindehallen über ihr Erlebnis - als unerschrockene Verfechterin der Demokratie und Meinungsfreiheit, als Frauenrechtlerin und seit neuestem als selbsternannte "Imamin", wohl noch immer unter demselben Begleitschutz, die ihr damals zugeteilt wurde.

Mittlerweile müssten diese Beamten pensioniert, andere jüngeren Kollegen ihren Platz eingenommen haben. Sie und die jüngeren Kollegen hatten wohl in dieser Zeit keinen einzigen Einsatz, bei der sie ihre Befähigung unter Beweis hätten stellen können. Ich beneide die Beamten nicht, zumal sie wohl gelangweilt von einem Buffet zum anderen eilen und dabei mehr Fett ansetzen, als ihnen lieb ist.

In diesen mehr als 12 Jahren hat derweil die NSU gewütet und neun Migranten sowie einen Polizisten mit in den Tod gerissen, wobei der Tod der zwei Haupttäter unter mysteriösen Umständen eintrat und unter merkwürdigen Umständen bei Institutionen des Staates und der Länder Papiere geschreddert wurden. Aus den 12 Jahren, in denen Morde verübt, die Aufklärung verhindert, die Aufarbeitung mittig abgebrochen wurde, sind 120 Jahre geworfen. So lange werden die Akten über die NSU oder den V-Männern hinter 2 Meter dicken Stahlbetonwänden verschlossen werden.

In diesen mehr als 12 Jahren wurden etliche Moscheen angegriffen - genaue Zahlen gibt es nicht, weil die Dunkelziffer höher ist. Ich meine, der Angriff gegen ein Gebäude oder einer Einrichtung, die ideologisch gestartet wird und ein politisches Signal aussenden soll, ist an sich kein Problem, denn nach einem türkischen Sprichwort trauert man nicht dem Hab und Gut, sondern Menschen nach, die zu Schaden kamen. Bislang wurden etliche Moscheebesucher direkt angegriffen, man setzte Moscheen in Brand, die in Wohngebäuden untergebracht sind und in denen außer Muslimen auch biodeutsche Bürger in den Obergeschossen leben. So jüngst geschehen in Berlin-Reinickendorf oder im schwäbischen Laufen am Neckar. 

In diesen mehr als 12 Jahren wurden und werden weiterhin Flüchtlingsheime angegriffen, abgefackelt, Flüchtlinge wie Asylanten auf Straßen zu Tode gehetzt oder ermordet. Laut einer Überprüfung, die das Bundesinnenministerium veranlasste, gab es im Zeitraum von 1990 bis 2018 insgesamt 76 Tötungsdelikte mit 83 Todesopfern, die einen rechtsextremem Hintergrund haben.

Aber Seyran Ates, die neu hinzugezogenen Nahost-Exilanten Ahmad Mansour und Hamed Abdel-Samad fürchten noch immer, von einem Todeskommando überrannt, geköpft, gevierteilt und den Schweinen als Fraß vorgeworfen zu werden. Zuletzt hatten sie sogar laut einer Boulevard-Presse 15 Personen als Begleitschutz um sich. Man hatte wohl statistisch errechnet, dass die Gefahr einer Attacke durch Sprengstoff-Kopftüchern und Vermesserten Türken sehr hoch ist. Gott bewahre uns davor, dass das jemals geschieht, sonst werden sie von anderen Kleingeistern ersetzt und das ganze Theater beginnt von vorne. 

Sterben tun diese Menschen nur, weil Ates - und das muss mal einfach gesagt werden - ihre Opferrolle perfekt beherrscht und seit 12 Jahren mit Begleitschutz unterwegs ist, während die Menschen die bislang wie Fliegen um Ates tot umfielen, keinen Schutz bekamen oder erwarten konnten. Wissen sie was der Berliner Senat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage in Zusammenhang mit Moscheeangriffen zuletzt antwortete? Man werde bei der derzeitigen Beurteilung der Gefährdungslage keine weiteren Maßnahmen treffen. Wohlgemerkt, nach dem schrecklichen Brandanschlag von Reinickendorf, der für die Bewohner des Mehrfamilienhauses glimpflich ausging. "Weitere"? Welche Maßnahmen hatte man den bereits? Etwa Pappmaschee vor die Moschee aufgestellt, die von Schülern der vierten Klasse unter dem Motto "Dein Freund und Helfer, der Polizist" bemalt wurden? Vielleicht hat man so eine Art Babyklappe in Moscheetüren installiert, wo man statt Babys halbe Schweineköpfe entsorgen kann?

Sterben tun diese Menschen weiterhin, weil eine Ates samt der ideologischen Kleingeister-Clique, Rechtsextremen und Rassisten Stoff zum Arbeiten in die Hand drückt, bis denen die Sicherungen im Hypothalamus durchbrennen. Klar, es gibt auch Menschen, die von Rassisten aus den Maghreb-Staaten, Kleinasien oder Naher Osten stammen, aber die sind im Vergleich dazu eher bescheiden und morden Gleichgesinnte viel lieber als Deutsche.

Sprich, ein sogenannter Anstieg der Kriminalität durch Zuwanderer oder Asylanten wie Flüchtlinge wird von eben diesen Kleingeistern ständig vorhergesagt, um damit u.a. auch die deutsche FIüchtlingspolitik zu verurteilen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zu diesem Thema eine Auswertung erstellt und das Ergebnis lautet: Im ersten Quartal 2018 waren zehn von elf Todesopfer einer Straftat, bei der mindestens ein Zuwanderer bzw. Flüchtling als tatverdächtig galt, ebenfalls Zuwanderer gewesen. Nur ein Opfer hatte demnach die deutsche Staatsangehörigkeit und nicht einmal hier ist sicher, ob dieser ein Migrationshintergrund hat. Wenn man es genauer beim Namen nennen will: die "Zuwanderer" schlachten sich vielmehr gegenseitig ab.

Dabei wollen die meisten Zuwanderer und Migranten lieber in Ruhe leben und ihren Gepflogenheiten nachgehen, ohne andere damit zu belästigen oder vor den Kopf zu stoßen. Was hätten sie auch davon, als nur mehr Ärger? Aber wie es der Herrgott so will, setzt man eine Ates und interessanterweise noch viele weitere rechtsdrehende Lactobazillen - soll ja gesund sein - auf uns an, um für Ärger zu sorgen. Apropos, Herrgott: also soweit müssen wir nun die Verantwortung nicht von uns abweisen. Es ist dieses Regelsystem in Deutschland, die diesen Ärger einplant und gezielt einsetzt, statt zu schlichten oder für Ordnung, Recht und Gesetz zu sorgen. Stattdessen schreiben und reden uns mittlerweile diese Kritiker vor, wie Gesetz und Recht verstanden werden, was abgeändert werden muss - die Rechtswissenschaftler sind auch schon überflüssig.

Deshalb haben Ates und Konsorten die Deutungshoheit über Themen, die angeblich uns alle betreffen. Oder wie erklärt man es einem Zugewanderten bzw. Migranten, warum die "Kritiker" TV, Rundfunk, Schrift und Internet, Medien und Tagungen beherrschen und die Deutungsmacht besitzen? Man kann das nicht erklären. Zudem, ihre "Experten" werden irgendwo geparkt und versauern, schreien aber nicht "Meinungsfreiheit wird beschnitten" oder "dass darf man doch mal sagen dürfen". Es ist doch offensichtlich, dass die wirklichen Experten, die Theologen, Sozial-, Politikwissenschaftler, quasi die Forschung und Wissenschaft an sich überhaupt nicht zum Zuge kommen soll, um dem Unsinn, der da verbreitet wird, Einhalt zu gebieten. Stattdessen werfen die sogenannten "Islam" und "Migrations" -Experten ihre gedruckten Hasstiraden wie warme Semmeln in den Handel, wie namhafte Automobilmarken beinahe jeden Monat Faceliftings vorstellen.

Aber es geht auch einfacher, relaxter, wenn man das reale Leben betrachtet. Nicht jeder Migrant ist eine Gefahr an sich und nicht jeder Biodeutsche ist ein Rassist. Wenn man in sozialen Netzwerken mal etwas von der Hype runterkommt und sich gegenseitig Erlebnisse schildert, die diese Schauergeschichten verdrängen, dann sieht die reale Welt ganz anders aus. Da draußen in der weiten Welt, da ist vieles nicht in Ordnung, da fallen Menschen einfach tot um, weil sie am falschen Ort zur falschen Zeit auf die Welt gekommen sind. Sie hatten nicht einmal die Möglichkeit, sich zu erklären oder "Stopp" zu sagen. 

Hier in Deutschland, mitten im europäischen Schoß, debattieren wir stattdessen über eine Religion, die ein Glaube von hiesigen Muslimen ist und von einer Generation zur anderen weitergereicht wurde: mittlerweile schon in der vierten Generation. Niemand hatte damals vor, diesen Glauben anderen aufzuzwingen oder die eigene Kultur zum Nachteil der hiesigen auszuleben. Das ist nachwievor so, wenn man denn auch jedem das gewähren lässt, das ihm guttut, so lange das nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Im Kern haben wir alle, die Migranten, die Zuwanderer und vor allem die Deutschen nur dieses eine gemeinsame Grundgesetz, die für alle gilt.

"Sonderrechte", wie der Nahost-Veteran und ehemalige "Islamist" in der Deutschen Islamkonferenz tönte, haben wir nicht, aber die Schlagwörter waren gefallen und auch der Grünen-Politiker Özdemir nahm es mehr oder weniger in den Mund. Das ist mittlerweile so perfide, so abstoßend, dass das kaum noch zu verstehen ist.

Für mich ist das alles nicht mehr nachvollziehbar. Es ist nicht nachvollziehbar, warum man diesen sogenannten "Experten" ein Podium bietet und vor allem, warum dieses Regelsystem nicht eingreift, um den sozialen Frieden zu erhalten. Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden und leben können. Anscheinend geht es in Deutschland mittlerweile allen so gut, dass sie sich über jede Kleinigkeit aufregen und nie richtig zuhören. Diese Wohlstandsgesellschaft lässt sich viel lieber über Nepper, Schlepper, Bauernfänger informieren, anstatt sich miteinander in einer zivilisierten Art auszutauschen. Über welche Probleme diskutiert unsere Wohlstandsgesellschaft eigentlich? Über die Blutwurst, den Islam oder Migranten die Sonderrechte haben! Die meisten kamen mit manchen Themen gar nicht mal in Berührung oder hatten mehr oder weniger nur irgendetwas aufgeschnappt. Aber das reicht, um den gesellschaftlichen sozialen Frieden nachhaltig zu vergiften.

Wenn wir mehr miteinander sprechen, in einem respektablen Ton, sehr wohl auch mal kritisch, und dann auch die Ates und Konsorten mal links liegen lassen, dann bin ich mir sicher, dass die Unterhaltung viel entspannter wird und jeder sich neu einordnen kann. In diesem Sinne und mit einer kleinen Notiz eines "Biodeutschen", der im sozialen Netzwerk sich mit mir ausgetauscht hat:

...sicherlich, aber wer heizt das immer wieder an. In meiner Schulzeit haben wir uns in der Literatur mit Nathan dem Weisen intensiv befasst. Ob Christ, Moslem, Jude, Quäker oder was es sonst noch alles gibt, ist doch alles egal. Wichtig ist, dass wir uns gegenüber unseren Mitmenschen ganz einfach freundlich verhalten und sie respektieren und dies gilt für jeden Menschen auf dieser Welt. Die Religionskriege haben in der Weltgeschichte immer nur Unheil angerichtet.

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