• DITIB Stadt Moschee in Kassel Nordstadt am Westring
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Kassel - Anschlag auf DITIB Stadt Moschee

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Kassel - Anschlag auf DITIB Stadt Moschee

03. Mai 2017 - 20:53
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Die Übergriffe und Anschläge auf Moscheen der DITIB ebben nicht ab. Jetzt haben Unbekannte die Stadt-Moschee in der Kasseler Nordstadt geschändet.

Die Übergriffe und Anschläge auf Moscheen der DITIB ebben nicht ab. Jetzt haben Unbekannte die Stadt-Moschee in der Kasseler Nordstadt geschändet.

Kassel / TP - Die Übergriffe und Anschläge auf Moscheen nehmen immer weiter zu. Nach den letzten zwei gemeldeten Anschlägen allein im vergangenem Monat, hat es diesmal die DITIB Stadt Moschee in Kassel getroffen. Unbekannte bewarfen und beschmierten die Moschee-Fassade mit Farbe, schlugen Fenster ein.

Der Vorsitzende der Kasseler Zentralmoschee im Westring, Seyfettin Eryörük, erklärte, dass die Tat vermutlich in der Nacht auf Dienstag verübt worden ist. Unbekannte Personen sollen die Fassade der Moschee mit Farbe beschmiert bzw. mit Farbbeuteln beworfen haben. Darüber hinaus hätten die Personen auch politische Parolen an die Fassade gemalt und die Fenster der Moschee eingeworfen. 

Eryörük, der am 6. April bei der Mahnwache für das neunte Todesopfer der NSU, Halit Yozgat, mitanwesend war, erklärte, dass in letzter Zeit die Übergriffe auf Muslime und Moscheen in Europa zugenommen hätten und er diese Angriffe sehr bedauere. Mit bedauern stellte Eryörük auch fest, dass die Presse sowie die Stadt ein gewisses Uninteresse an der Tat gezeigt hätten, was er besonders bedauere. Auch der Imam der Moschee, Musa Ak, brachte sein Bedauern über den Angriff zum Ausdruck.

Die Übergriffe und Anschläge auf Moscheen in Deutschland nehmen ständig zu. Waren es im Jahr 2015 noch 75 landesweit gemeldete Übergriffe, so waren es 2016 bereit 91 Übergriffe, die zumeist politisch motiviert waren. Die Dunkelziffer liegt wohl weitaus höher, da viele kleinen Moschee-Gemeinden kleinere Delikte wie Schweinsköpfe, Farbschmiereien und Sachbeschädigungen erst gar nicht an die große Glocke hängen wollen.

Nach dem Vandalismus in Wesseling, bei dem die Eingangstür beschädigt und mehrere Fensterscheiben der DITIB Moschee eingeschlagen wurden, und den Übergriffen der letzten Wochen auf die DITIB Moschee in Rottweil (Hakenkreuz und Schriftzug: You all will die!) und in Leipzig, stelle der aktuelle Brandanschlag auf die DITIB-Moschee in Weil am Rhein eine nächste Eskalationsstufe dar, erklärte der Verband DITIB in einer jüngsten Presseerklärung. Dem müsse dringend Einhalt geboten werden, so der Dachverband, der die Interessen von mehr als 900 Moschee-Gemeinden in Deutschland vertritt.

Die Angriffe aus verschiedensten rechten, linken oder PKK-terroristischen Richtungen mit verschiedensten Motivationen, führe bei Moscheegemeinden und türkeistämmigen Menschen aus Angst zu zunehmender Verunsicherung und Abschottung. Dass dabei „nur“ ein Sachschaden entstanden sei, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den meisten Gebäude die Imame mitsamt ihrer Familien wohnen. Täter solcher Angriffe würden wissentlich das Leben dieser Menschen aufs Spiel setzen, so der Dachverband DITIB weiter.

Es sei erschreckend, wie sich die Saat des DITIB-Bashings, des türkei- und muslimfeindlichen Klimas entflammt habe. Der Brandanschlag in Weil am Rhein belaste nicht nur die Moschee-Gemeinde, sondern er belaste das Sicherheitsempfinden des gesamten DITIB-Verbandes. Es belaste das Vertrauen in die öffentliche Sicherheit und – falls auch diese Ermittlungen im Sande verlaufen sollten – in die Sicherheitsorgane, so der Dachverband in der Presseerklärung.

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