Gericht sieht nur versuchte Körperverletzung an Can Dündar

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Gericht sieht nur versuchte Körperverletzung an Can Dündar

03. Oktober 2018 - 01:45
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Ein Istanbuler Gericht hat den bewaffneten Angreifer auf den ehemaligen Chefredakteur der Tageszeitung Cumhuriyet, Can Dündar, wegen versuchter Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz zu Geldstrafen verurteilt. 

Gericht sieht nur versuchte Körperverletzung an Can Dündar

Istanbul / TP - Ein Istanbuler Gericht hat den bewaffneten Angreifer auf den ehemaligen Chefredakteur der Tageszeitung Cumhuriyet, Can Dündar, wegen versuchter Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz zu Geldstrafen verurteilt. Das Gericht verhängte gleichzeitig eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten wegen fahrlässigen Umgang mit einer Waffe.

Vor zwei Jahren hatte der Angreifer Murat Şahin dem ehemaligen Chefredakteur der Oppositionszeitung Cumhuriyet vor dem Istanbuler Gerichtsgebäude aufgelauert, der in Anwesenheit seiner Frau und einer Journalistin auf dem Gelände eine Sitzungspause abwartete. Gezielt schoß der Angreifer mehrere Schüsse auf die Beine von Dündar, verletzte jedoch die Journalistin, die sich vor Dündar schützend stellte, leicht. Zivilbeamte der Polizei konnten den Angreifer sofort stellen.

Am Mittwoch entschied das Strafgericht in Istanbul, dass der Angreifer wegen versuchter Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 4500,- Türkische Lira verurteilt wird. Ferner verurteilte das Gericht den Angreifer wegen illegalem Waffenbesitz zu einer Zahlung von 500,- Türkischen Lira und wegen fahrlässigen Umgang mit einer Waffe zu 10 Monaten Haft. Bis zum Tatzeitpunkt am 6. Mai 2016 habe der Mann nach Ansicht des Gerichts sich nichts zu Schulden kommen lassen, was das Strafmaß begünstigt habe. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Strafmaß von mindestens 4 Jahren gefordert.

Im sozialen Netzwerk erklärte Can Dündar nach dem Urteil "Was ist die Strafe für das Abfeuern einer Waffe auf einen Journalisten in der Türkei? Freispruch." Das Urteil komme einer "Medaille" für den Attentäter gleich und sei eine Botschaft der Unterstützung für künftige Täter. Die Botschaft laute: "Zögert nicht. Der Staat steht hinter euch", schrieb Dündar in Twitter.

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