"Initiative säkularer Islam" als Speerspitze der Konterrevolution

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"Initiative säkularer Islam" als Speerspitze der Konterrevolution

03. Dezember 2018 - 00:49
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Wie eine kunterbunte Mischung aus sogenannten Islam- und Migrationskritikern, Prominenten und prominent werden oder bleiben wollenden Dauernörgler eine vermeintliche Konterrevolution des "Islams" als "politische Initative" mit der Deutschen Islamkonferenz (DIK) lostreten wollen.

Twitter-Beitrag Wachirawut - @WWachirawut

Kommentar - Hamed Abdel-Samad, Ahmad Mansour, Cem Özdemir, Ali Ertan Toprak, Seyran Ates, Lale Akgün, Ralph Ghadban, Necla Kelek, Bassam Tibi und Susanne Schröder, so heißt die Sperrspitze einer Konterrevolution, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den "Islam" politisch zu säkularisieren. Säkularisieren bedeutet für diese Clique, sich zwar für eine Verbesserung der bürgerlichen Teilhabe von "Muslimen" einzusetzen, aber gleichzeitig zu betonen, dass man "Sonderrechte" oder die Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht akzeptieren werde. Dazu gehöre etwa, dass der öffentliche Raum für religiöse Normen nicht zur Verfügung zu stehen habe.

Selten so einen Bullshit, das auf ein 17 Zoll Display konzentriert veröffentlicht wurde, gelesen. An und für sich ist die ganze Erklärung der sogenannten "Initiative säkularer Islam" ein Widerspruch in sich. Wenn man die Teilhabe der Muslime verbessern will, rotzt man nicht alle Tage die Gefahr einer nach "Islamisierung" müffelnden Kritik in die Menge und hofft, dass die Mehrheitsgesellschaft seinen Frieden mit den Muslimen im Land findet und teilhaben lässt.

Fest steht doch, und das bereits seit 2009, dass die meisten Muslime im Land sowieso ein äußerst lockeres Verständnis zum Glauben haben. In einer Studie der von der Deutschen Islam Konferenz (DIK) in Auftrag gegeben wurde, heißt es, dass nur 34 Prozent der Muslime täglich beten (ob einmal- oder fünf-Mal am Tag, das geht nicht hervor), 15 Prozent beten ein paar Mal im Jahr und rund 20 Prozent wohl nie. Wissenschaftler sprechen gar von einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von "Kulturmuslimen" im Land, die sich eher spirituell als religiös betätigen. 

Einer emnid-Umfrage von 2016 zufolge, die von der Universität Münster unter Türkischstämmigen in Deutschland durchgeführt wurde, wird die Beobachtung in der Studie der DIK von 2009 bestätigt. Der religiöse Islam ist in Deutschland im Rückzug, stattdessen der spirituelle Islam im Anmarsch, und das seit Jahren.

Insofern haben die zehn selbsternannten Konterrevolutionären den Zug längst verpasst, die sogenannte "Revolution" ist bereits im Gange und nicht wie man behauptet oder mittlerweile sogar offen herausbrüllt, die "Islamisierung" schreite voran. 

Ob Hamed Abdel-Samad seine "Pappenheimer" kennt und deshalb aus der Magengrube heraus Gift versprüht oder Ahmad Mansour angesichts der Deutschen Islam Konferenz "Sonderrechte" wittert, die die Muslime einfordern wollen, dass alles spielt doch keine Rolle mehr. Sie haben nicht nur den Zeitpunkt verpasst, nein, sie haben jenen Kulturmuslimen sogar seit Jahren Steine in den Weg geworfen, und das nicht zu wenig. Da fragt man sich, wozu diese zehn Konterrevolutionären denn noch taugen? Vielleicht sollten sie anfangen Pins und T-Shirts a´la Che Guevara zu drucken, um damit noch etwas für die zukünftige Rente oder Gehalt aufzubessern?

Abdel-Samad kann z.B. seine ägyptischen "Pappenheimer" ausforschen. Für oder über die türkischen Muslime sprechen, zumal das zwei grundlegend andere religiöse wie spirituelle Richtungen sind, braucht er nicht, ist schlicht nicht sein Steckenpferd. Wenn Abdel-Samad über jemanden herziehen will, soll er sie in Zukunft auch beim Namen nennen - so auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir - und nicht in einem Kauderwelsch um den heißen Brei reden. Abdel-Samad kann z.B. "Ägypter" sagen, wenn er eine "Islamisierung" erahnt und Cem Özdemir kann z.B. konkret sagen: "ja, die Osmanen Germania wird von Erdogan gesteuert" oder "der türkische Geheimdienst MIT steuert die Osmanen Germania". Traut sich Özdemir, dass auch öffentlich zu tun?

Wollen Abdel-Samad, Özdemir oder Mansour oder wie sie auch alle heißen mögen, ernst genommen werden, müssen sie Klartext reden und z.B. die kritisierten "islamischen" Verbände beim Namen nennen, wenn man sie durch den Dreck zieht. Denn nur dann können sich die Angesprochenen auch entsprechend verteidigen oder aber auch nur in Kenntnis nehmen. 

Wenn diese sogenannten "Experten" und "Politiker" immer nur pauschal eine bestimmte Gruppe einer Gesellschaft kritisieren, jedoch nicht konsequent sind, die Vorwürfe und Behauptungen auch mit konkreten Quellen und Belegen zu untermauern, dann sind das auch keine "Experten" sondern waschechte Populisten.

Abdel-Samad oder Mansour sind so zwei populistische Gestalten, die zwar vorgeben, die europäische Meinungsfreiheit als Dogma zu betrachten, aber auch nur solange, wie es ihnen passt oder nützlich ist. Wehe dem, der da auch nur eine Satire oder eine Meinung gegen die Kollektivbrüder schreibt. Sodann verwandeln sie sich regelrecht zu Furieren und mobilisieren ihre sozialisierten Internetzombies, um sie auf diesen "Kritiker" oder "Satiriker" aufzuhetzen. Selbstverständlich kriegen sie dabei auch noch prominente Helfer, die den Kapos in Gulags im nichts nachstehen. 

Ich kenne nun "meine" säkularen Pappenheimer, diese zwei Trolle, die einerseits immer Recht haben wollen-können, aber nicht damit klarkommen, im Unrecht zu sein, und selbst dann, wenn es nur eine kleine Kritik gegen sie ist, sie kommen irgendwie nicht zurecht damit. Das liegt nicht an der Sozialisation in Deutschland, nein, das liegt an ihrer ägyptischen oder palästinensischen Sozialisation, die mit dem Islam zunächst einmal nichts zu tun hat. Das können die zwei nicht einfach so Mal abstreifen, schon gar nicht, wenn man mal selbstbekennender "Islamist" war. 

Ich kannte einen Mann, Gott habe ihn selig, der in nur drei Jahrzehnten von Muslimen zu einem "säkularen Muslimen", dann zu einem "Islamisten" und wieder zu einem Muslimen zurückgefunden hat. Er hatte nur das Bedürfnis, sich und seine Familie irgendwie durch den Tag zubringen, am besten sogar für die Familie vorzusorgen. Er meinte wohl, er könne in einer Gemeinschaft nicht nur Halt vor dem sozialen Abstieg finden, sondern auch finanzielle Zuwendungen erhalten, vielleicht sogar in dieser Gemeinschaft aufsteigen und Anerkennung genießen. Nichts von alle dem traf ein, weshalb er im Laufe seines Lebens mehrmals ideologisch- wie religiöse Wandlungen an den Tag legte. 

Wenn ich diesen Mann nun auf meine zwei Pappenheimer ummünze, haben letztere durch die Integrations- und Migrationsindustrie den Jackpot gezogen, werden so schnell keine Wandlung mehr an den Tag legen. Wieso sollten sie auch? Wer hätte noch vor Jahre gedacht, dass der Sozialabbau oder die Dieselaffäre am ehesten geschluckt werden, wenn es mit Rassismus garniert wird. In einigen Jahren, wenn der Sozial- oder Rechtsstaat nur noch in Erinnerungen existiert, werden die Verantwortlichen von heute in Aufsichtsräten deutscher, US-amerikanischer, russischer oder europäischer Konzerne sitzen und man wird weiterhin nur die üblichen Schuldigen zwischen Hamburg und München haben, um die eigene Verantwortung abzuwälzen.

Meine Papenheimer, die hier seit ihrer Geburt leben oder früh zugezogen sind und alle Hochs und Tiefs in diesem Land miterlebt haben, kennen diesen Rassismus in und auswendig. Ob sie nun von deutschen Politikern oder hinzugezogenen "Experten" wie Abdel-Samad oder Mansour vorgetragen werden, dass ist völlig egal. Also, auf ein neues und weitere 40 Jahre, hoffentlich!

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