Bremer Fatih Moschee wiederholt Ziel von Islamfeindlichkeit

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Bremer Fatih Moschee wiederholt Ziel von Islamfeindlichkeit

04. März 2018 - 15:34
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Fremdenfeindliche und politische Parolen: Die Fatih-Moschee in Gröpelingen ist in der Nacht zu Sonntag von Unbekannten erneut beschmiert worden. Es ist nicht der erste Anschlag dieser Art.

IGMG-Fatih-Moschee in Bremen-Gröpelingen

Bremen / TP - Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag islamfeindliche Parolen auf die Fassade der IGMG-Fatih-Moschee in Bremen-Gröpelingen geschmiert. Mitglieder der Gemeinde entdeckten am Sonntagvormittag auf dem Weg zum Morgengebet fremdenfeindliche Schmierereien an der Gebäudefassade und in einem Raum der derzeit umgebaut wird. 

Ein Verantwortlicher der Fatih-Moschee, Vahit Bilmez, bezeichnete den Anschlag als "hässliche Tat", die politisch motiviert sei und mit einem stark zunehmenden islamfeindlichen Rassismus zusammenhänge. Er forderte die Bundesregierung auf, antimuslimisch oder islamfeindlich motivierte Straftaten konsequent zu verfolgen. Es sei nicht die erste Tat dieser Art und die Gemeindemitglieder würden sich allmählich über die Häufigkeit der Taten sorgen machen. 

"Unsere Gemeinde ist tief besorgt. Unsere Moschee wurde zum zweiten Mal in nur sechs Monaten Ziel eines islamfeindlichen Angriffes. Das macht uns alle fassungslos: Die Gemeindemitglieder, die Kinder und Schülerinnen und Schüler, die am Wochenende ihre Kinder zum Islamunterricht zur Moschee kommen und unsere Nachbarn“, sagte der Vorsitzende der Fatih Moschee Bremen, Zekai Gümüs. Bilmez zufolge handele es sich nicht um die erste Aktion dieser Art. In der Vergangenheit habe schon mal ein Schweinekopf auf dem Parkplatz gelegen, auch Schweinefüße habe man schon gefunden. Außerdem sei die Moschee schon einmal mit roter Farbe beschmiert worden.

Die Hetze, eingehende Drohbriefe, die tätlichen Übergriffe, allein 2017 gab es in Deutschland mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen in Deutschland. Tatsächlich dürfte die Zahl noch höher sein, schätzt der Zentralrat der Muslime, denn die meisten Gemeinden wollen nicht, dass die Täter aufgrund der polizeilichen Anzeige erneut zuschlagen.

Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime ZdM erklärte nach bekanntwerden einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken gegenüber der Osnabrücker Zeitung: "Es gibt ein großes Dunkelfeld, weil die Behörden, also Polizei und Staatsanwaltschaften, noch nicht dafür sensibilisiert sind und deshalb viele Fälle in der Statistik nicht auftauchen.“

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