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"Rabiater" Türke wehrt sich - Staatsanwaltschaft ermittelt

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"Rabiater" Türke wehrt sich - Staatsanwaltschaft ermittelt

April 05, 2017 - 22:19
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Ein Verkehrsunfall mit ca. 20.000 Euro Sachschaden, ein türkischstämmiger Beifahrer der von Polizeibeamten nach einer mutmaßlichen "Auseinandersetzung" wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt auf den Boden gedrückt wird und gegen ihn Ermittlungen aufgenommen werden, erhält eine sonderbare Wendung.

Polizeibeamte drücken den Beifahrer auf den Boden

Stuttgart / TP - Für den 35-jährigen Türken G. Ayman ging ein Verkehrunfall am 19. Februar erst einmal glimpflich aus. Wie durch ein Wunder stieg Ayman und der Fahrer sowie der Fahrer des anderen Fahrzeugs unverletzt aus. Lediglich die Beifahrerin im anderen Fahrzeug war verletzt, weshalb ein Krankenwagen zur Willy-Brandt-Straße (B14) in Stuttgart gerufen wurde. Währenddessen wurde der Unfallort abgesichert.

Davor kam es noch nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zu einer Tätlichkeit seitens des 35-Jährigen gegenüber einem 28 Jahre alten Polizeibeamten. Im Verlauf der Auseinandersetzung stürzten beide und der Beamte schlug mit dem Kopf auf dem Bordstein auf. Dieser erlitt hierbei zum Glück nur leichte Verletzungen und konnte das Krankenhaus wieder im Laufe des Vormittags verlassen. Gegen den 35-Jährigen werden nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte die Ermittlungen aufgenommen.

Pressemeldung der Stuttgarter Polizei am 19.02.2017

Die Pressemeldung der Polizei stellte am darauffolgenden Tag fest, dass der 35-jährige gegenüber den Polizeibeamten rabiat geworden und deshalb ein Beamter gestürzt sei. Es werde daher ein Ermittlungsverfahren gegen den Beifahrer eingeleitet. Auch die lokale Bild-Zeitung berichtete über den Vorfall unter dem Titel "2 Polizisten nehmen 1 Raucher fest". Doch die jetzt bekannt gewordenen Videoaufnahmen des Vorfalls, werfen einen Schatten auf die Beamten selbst.

Während der Behandlung der Verletzten begannen laut G. Aymann er und der Fahrer des anderen Fahrzeug eine Unterhaltung, zündeten sich Zigaretten an. In der Folge kam auch eine Polizeistreife, ein türkischstämmiger Polizist näherte sich den beiden, forderte die Unfallbeteiligten auf, ihre Zigarretten auszumachen, obwohl Ayman zufolge weitere Beteiligte ebenfalls Zigaretten an hatten. 

Ayman habe den Polizisten darauf aufmerksam gemacht, er sei nicht der einzige Raucher und wieso gerade er unter all jenen angesprochen und aufgefordert werde. Unvermittelt sollen dann zwei weitere Beamten G. Ayman am Hals gepackt und auf den Boden gedrückt haben, während er dabei mit Schlagstöcken und Faustschlägen traktiert worden sein soll.

Währenddessen habe Ayman den Beamten immer wieder zugerufen haben, dass er nicht mehr atmen könne, mit einem Auge nicht mehr sehe. Daraufhin wurde G. Ayman ins Krankenhaus gebracht, wo er nach eigenen Angaben schockiert feststellen musste, dass der behandelnde Notarzt ihn über den Werdegang seines tätlichen Angriffs auf die Polizisten befragt wurde. 

Nachdem in den Sozialen Netzwerken in den vergangenen Tagen der Vorfall verbreitet wurde, erreichten das Polizeipräsidium Stuttgart auch zahlreiche Nachrichten. Das Video mit den fraglichen Szenen der Auseinandersetzung ist laut einer jüngsten Pressemeldung bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart und dem Dezernat für Amtsdelikte bekannt geworden. Die Ermittlungen gegen die beteiligten Beamten sollen bereits unmittelbar nach dem Geschehen am 20. Februar eingeleitet worden sein. Mittlerweile sollen auch zwei beteiligte Beamte in den Innendienst versetzt  worden sein, die Ermittlungen würden andauern.

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