Die Halbgötter Europas in der Zwickmühle

Lesezeit
6 Minuten
Gelesen zu

Die Halbgötter Europas in der Zwickmühle

05. November 2017 - 21:41
Kategorie:
0 Kommentare

Die Halbgötter Europas, sie haben hoch gepokert und stecken nun umso tiefer in einem Dilemma. Als Sie glaubten, das Böse da draußen identifiziert zu haben, wuchs jenseits von Vernunft und Moral das Böse in ihnen selbst.

Die Halbgötter Europas in der Zwickmühle

Kommentar / TP - Gut ist gut und Böse ist böse, aus einem einfachen Grund: weil uns Halbgötter in Europa glaubhaft machen wollen, weshalb Gut gut ist und Böse als böse gebrandmarkt werden muss. Derzeit stecken die Halbgötter im Dilemma. Ihre Schablone, womit sie zwischen Gut und Böse unterscheiden vermochten und mit der sie Diktaturen, zerfallende Demokratien, Unrechtstaaten oder gefährliche Gemeinschaften feststellen konnten, sie wird jetzt zu einer Gefahr für das eigene göttliche Establishment.

Bestes Beispiel: Belgien hat einem Katalanen politisches Asyl gewährt, dem in Spanien bis zu 30 Jahre Haft drohen. Spanien selbst hat einen internationalen Haftbefehl erlassen. Das ging sogar schneller als im Fall des deutsch-türkischen Autors Dogan Akhanli, gegen den seit einiger Zeit die Türkei ermittelt wird. Dennoch fand sich Spanien im Recht, Akhanli nicht in die Türkei auszuliefern, stattdessen freizulassen. Denn, laut medialer und politischer Aussagen aus Europa, ist die Türkei ein Unrechtstaat, der die politische Opposition verfolgt und hierzu auch Interpol missbraucht. Da passt ein Katalane, der in Spanien zum Aufruf zum Widerstand gegen die Staatsmacht, zur Sezession beigetragen haben und dafür hart bestraft werden soll, überhaupt gar nicht in das gegenwärtige Konzept.

Dabei darf man nicht vergessen, dass die Katalanen seit dem vergangenem Jahrhundert keine Bombenanschläge verübt, ihre politischen Gegner nicht ausgeschaltet haben und sich auch bislang nicht zu Gewalt verleiten ließen. Anders also als die PKK, die in Belgien nicht als Terrororganisation eingestuft wird, sogar nach richterlicher Überzeugung sich im Konflikt mit der Türkei befinden und daher nicht so eingestuft werden kann. Konkret bedeutet das, dass die PKK als militante, extremistische und gewalttätige Organisation den Ruf einer Befreiungsbewegung, einer "Arbeiterpartei" genießt, die Katalanen jedoch als friedliche Volksbewegung innerhalb Europas unerwünscht, ja sogar kriminell eingestuft werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Halbgötter sich nicht dazu aufraffen können, Spanien Missbrauch des Interpols zu politischen Zwecken vorzuwerfen, wie man es sonst gerne z.B. der Türkei vorwirft, wenn es um Moral, Menschenrechte oder Humanismus geht. Stattdessen werden die Führer der Katalanen sogar medial wie politisch im Stich gelassen, man erklärt sie fast schon für Vogelfrei. Das ist das Dilemma, in der die Halbgötter Europas derzeit stecken. Ihre selbstgesteckten Ziele von Moral und Vernunft, Recht und Freiheit geraten immer mehr zur Farce und ihnen bleibt nichts anderes übrig, wenn sie denn Europa erhalten wollen, bei den Katalanen wegzuschauen, sie und ihr Handeln sogar als kriminell zu bezeichnen.

Derzeit versuchen weitere Halbgötter, Europa in Gut und Böse aufzuteilen. Unter Mitwirkung von ausgewiesenen Islamkritikern wie Seyran Ates oder Efgani Dönmez versucht man derzeit eine Bürgerinitiative aufzustellen, die Brüssel dazu bewegen soll, "Extremismus" jetzt zu stoppen. Angeblich schaue die EU tatenlos zu, wie der Extremismus expandiere. Selbstverständlich geht es dabei um das leidige Thema Islam und nicht wie vorgegeben, um Extremismus allein, denn die Bürgerinitiativträger sind selbst allesamt ausgewiesene Islamkritiker. Diese Petition unter dem Motto "Stop Extremism" fordert eine Blacklist, in der Organisationen bis hin zu Persönlichkeiten nach Vorgaben der Petition als Böse zu klassifizieren sind. Allein schon die Petition selbst sorgt dafür, festzustellen, wer zu den Befürwortern, also Guten, und wer zu den Bösen, also jenen die nicht unterzeichnet haben, gehören. Jeder Datenschutzbeauftragte in Europa müsste eigentlich vor Ärger darüber rotieren, denn die Unterzeichner müssen sich quasi ausweisen, entblößen, um die Europäische Bürgerinitiative (EBI) zu unterstützen.

Wird die EBI Erfolg haben, kann man sicher sein, dass die Halbgötter selbst darüber befinden werden, wer Extremist ist, wer nicht und es ist wohl kaum von der Hand zu weisen, wer oder was dabei als erstes unter die Räder gerät: Die Freiheit bestimmter Gesellschaften in Europa. Das eigentliche Dilemma liegt darin, dass die Brüsseler dazu bewegt werden sollen, eigens Gesetze zu verabschieden, die Ates und Dönmez sowie andere vorbereitet haben. Dieses Gesetz soll dafür sorgen, dass der "Extremismus" gestoppt wird, wobei man sich schon fragt, ob denn die bestehenden Gesetze, wenn man sie denn anwenden würde, nicht schon völlig ausreichend sind. Sie sind es eigentlich, aber darum geht es ja auch nicht. Es geht darum, diesen Halbgöttern ein Instrument in die Hand zu geben, womit sie Bürger Europas in Gut und Böse unterteilen. Das europäische Volk soll das auch noch selbst absegnen, damit auch keiner auf die Idee kommt, die Halbgötter zur Verantwortung zu ziehen, wenn dieses Instrument außer Kontrolle gerät.

Dabei waren es die Halbgötter selbst, die Extremismus gefördert und etabliert haben. Rechtsextremismus wurde von Ates, Dönmez und Konsorten etabliert, in Form von Islamphobie. Mittlerweile richtet sich diese Islamphobie gegen die staatliche Autorität, sprich, die Extremisten greifen nicht nur die Muslime, den Islam, sondern den Staat an. Komisch nicht, die Halbgötter haben das nicht vorhersehen können, was sie anrichten, wenn sie "Kritik" austeilen und dabei jedes Wort von Ihnen unerschütterlich ist und fast schon wie ein Gesetz der Straße gehandelt wird.

So unerschütterlich ist das Ego der Halbgötter, dass man sich sogar medial dafür einspannen lässt, als Helden in die europäische Geschichte einzugehen. Bestes Beispiel: Die Freilassung des "Menschenrechtlers" Peter Steudtner, der angeblich auf Hinwirken von Altkanzler Gerhard Schröder von der türkischen Justiz freigelassen wurde. Das kann man zwar nicht beweisen, aber wenn man oft genug medial die Meinung vertritt, Schröder sei es gewesen, dann gilt ein Altmaier, der sich erst später dazu bekennen lässt, nur als Abstauber. Vielleicht stellt sich noch jemand auf das Podest und lässt sich medial instrumentalisieren und als Held aufbieten? Die Moral von der Geschichte ist, dass die türkische Justiz dazu nicht befragt wurde, ob denn die Geschichte stimmt. Nur am Rande konnte man wahrnehmen, dass der türkische Präsident sowie der Justizminister diese Mutmaßungen in Abrede stellten. Aber was tut man nicht, um das eigene Ego zu befriedigen.

Egoismus ist unter Halbgöttern ein extremes Problem. Da kündigen mehrere türkische Konzerne an, ein Elektromobil zu bauen, schon ernten diese Gelächter aus Deutschland. Dabei hat man sich weltweit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als es um die Sauberkeit der Autos ging und "Made in Germany" weltweit in die Schlagzeilen geriet. Aber es schimpft sich halt besser auf andere, als auf die eigenen Unzulänglichkeiten zu achten. Deshalb schafft man es auch nicht, ein Flughafen zu bauen oder eine Philharmonie auch auf Dauer in Betrieb zu halten. Wer sich ständig mit Problemen anderer beschäftigt, kann seinen eigenen Stall nicht sauber halten.

Auf Dauer kann man die vorgegaukelte Moral auch nicht aufrechterhalten, wie man es am Beispiel des ehemaligen Cumhuriyet-Journalisten Can Dündar erkennen kann, der von Europa zum Halbgott berufen wurde und zwischenzeitlich als "Europäischer Journalist des Jahres" gehandelt wird, den "Whistleblower-Preis 2017“ gewonnen sowie mehrere Preise abgesahnt hat. Jüngst holte er sich während einer Sitzung von niederländischen Parlamentariern einen Rüffel vom DENK-Parteivorsitzenden Tunahan Kuzu, der Can Dündar vorwarf, sich schlichtweg der Gerechtigkeit zu entziehen. Schließlich so Kuzu, werde man auch in den Niederlanden vor Gericht zitiert und müsse mit einer mehrjährigen Haftstrafe (15 Jahre) rechnen, wenn man staatliche Geheimnisse preisgebe. Dündar konnte dem wohl nicht mehr widersprechen und gab zu, etwas Ungesetzliches getan zu haben. Während also die Halbgötter Dündar oder Akhanli sich der Justiz entziehen, stellen sich andere. So der Katalane Carles Puigdemont, der sich den belgischen Behörden stellte, nach dem der europäische Haftbefehl der Spanier in Belgien einging. Vor der Justiz stehen somit nicht Journalisten, oder Menschenrechtler, sondern Personen, die für ihre Handlung oder Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Ob es nun einhundert oder zweihundert sind, steht nicht zur Debatte, aber wenn man ergänzend dazu den Beruf oder die Tätigkeit nennt, scheint die Gerechtigkeit am deutschen oder europäischen Pass zu genesen.

Wenn sich dann Halbgötter auch noch als Opfer darstellen, wird es noch kurioser. Während PKK-Terroristen aus dem Hinterhalt heraus Menschenjagd betreiben, weil sie angeblich den Faschismus bekämpfen, ziehen PKK-Sympathisanten in Europa beinahe im Delirium ihre Eisenstangen über die "faschistischen Bullen", weil die Polizei ihnen erneut angedroht hat, den Schnuller wegzunehmen. Die Vollpfosten können zwischen Recht und Unrecht nicht unterscheiden, weil sie nach eigener Überzeugung immer im Recht handeln. Ob es dabei einen Polizisten, einen Zivilisten oder Beamten trifft, ist uninteressant, denn es sind dann "Faschisten" und da gelten auch keine nationalen oder internationalen Regeln.

Genauso verhält es sich auch mit den übrigen Vollpfosten, u.a. der Antifa, die landesweit solchen PKK-Sympathisanten die Stange halten, eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es gibt genug Online-Portale die täglich Ereignisse festhalten, die in Zusammenhang mit "Widerstand" stehen. "Widerstand" bedeutet für diese Herrschaften, das Eigentum anderer zu beschädigen, sei es das Auto, das Haus oder die Gesundheit eines politischen Gegners. Dieser "politische Gegner" muss nur ein falsches Wort sagen, um ins Visier zu geraten. Während also diese "Widerständler" beinahe täglich Straftaten begehen und auch noch festhalten, wird den Türken Gewaltbereitschaft vorgehalten und anschließend sogar Gesetzesentwürfe vorgeschlagen. Angeblich sollen sie Islamkritiker, politische Gegner oder Persönlichkeiten mit Drohbriefen und Hasstriaden überziehen. Bislang ist jedenfalls kein Fall bekannt, bei dem jemand aufgrund einer Hass-E-Mail materiell oder physisch zu Schaden gekommen ist. Stattdessen werden Häuser von Politikern der AfD, SPD oder CDU, Landsmannschaften, Unternehmer, Gewerkschafter von Antifa, Linksextremisten, PKK-Sympathisanten angegriffen, mit Farbe beschmiert, ihre Autos abgefackelt. Das nennt sich dann "Widerstand". Gegen was eigentlich? Genau, gegen die Staatsgewalt. Sie respektieren sie nicht, so wie die Reichsbürger die BRD nicht anerkennen oder respektieren.

Das heißt also, dass die wahren Opfer - Tausende - sich nicht trauen medial in Erscheinung zu treten, lediglich die Sache der Justiz überlassen. Dagegen jammern Halbgötter wie Ates, Dönmez, Özdemir oder andere über Gewaltaufrufe gegen sie, auch wenn sie bislang nicht damit überzogen wurden. Das hat auch einen triftigen Grund: man will sich profilieren.

weitere Informationen zum Artikel