Türkei wirft YPG vor, Rückkehr von Flüchtlingen zu behindern

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Türkei wirft YPG vor, Rückkehr von Flüchtlingen zu behindern

06. Mai 2018 - 11:37
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Nach dem die USA sich besorgt über die humanitäre Situation gezeigt haben und alle Konfliktparteien aufgefordert hat, die Rückkehr der Flüchtlinge in die nordsyrische Region Afrin zu gewährleisten, wirft die Türkei den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG vor, diese humanitäre Krise selbst zu verursachen.

Syrische Polizeikräfte bei der Arbeit in Afrin

Ankara / TP - Das türkische Außenministerium reagierte zügig auf die Vorhaltungen der Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Nauert. Darin forderte Nauert die Konfliktparteien auf, die Rückkehr der Flüchtlinge aus der nordsyrischen Region Afrin zu gewährleisten und die humanitäre Hilfe zu ermöglichen. 

Das US-Außenministerium hatte am Donnerstag ihre Besorgnis über die Region Afrin zum Ausdruck gebracht, woraufhin am Freitag der Sprecher des türkischen Außenministeriums Hami Aksoy erklärte, dass die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge nach Afrin vor allem durch die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG behindert werde. Die Terrororganisation versuche mit dieser perfiden Taktik Propaganda zu betreiben. Auf der anderen Seite habe die YPG bei ihrer heillosen Flucht aus Afrin zahlreiche Sprengfallen und Minen ausgelegt, die einen sicheren Verbleib der Zivilisten in ihren angestammten Gebiet stark gefährde. Die Türkei bemühe sich, diese Hinterlassenschaften zu räumen und die Sicherheit der Menschen vor Ort wie auch die der Rückkehrwilligen zu gewährleisten, so Aksoy weiter. 

Aksoy zeigte sich besorgt darüber, dass die USA als Verbündeter der Türkei nachwievor mit einer Terrororganisation zusammenarbeite. Im Gegensatz zu anderen Konfliktparteien arbeite die Türkei mit der UN zusammen und gewährleiste die humanitäre Hilfe in der Region.

Am Donnerstag hatte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Farhan Haq, in einer Pressesitzung in New York gefordert, die Rückkehr der Flüchtlinge nach Afrin nicht zu behindern, ohne dabei konkrete Namen zu nennen. Man rufe alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen sowie die Freizügigkeit der Flüchtlinge zu sichern. Ferner forderte Haq "mehrere" Parteien auf, die humanitäre Hilfe nicht zu behindern und einen sicheren, dauerhaften und ungehinderten Zugang sowie die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen. 

Haq zufolge leben in der Region Afrin derzeit rund 150.000 Menschen. Bisher würden noch 126.000 geflüchtete Zivilisten seit der Militäroperation in Afrin in den Region Tall Rifaat, Nubul oder al-Zahraa und andere Gebieten leben.

Unterdessen bekräftigte Staatspräsident Erdogan am Freitag die Entschlossenheit der Türkei, in Afrin so lange zu verbleiben, bis die Sicherheit der Region gewährleistet ist. In seiner Rede in Istanbul sagte Erdogan, "mit Entschlossenheit werden wir in Afrin bleiben, so lange wie die komplette Sicherheit widerhergestellt ist, dann gibt es vor uns noch Idlib, Tall Rifaat und Manbidsch." Erdogan bekräftigte erneut, dass die Türkei nicht daran interessiert sei, in dieser Region dauerhaft zu bleiben oder es sich einzuverleiben. Man habe die Operationen durchgeführt, weil Bündnispartner es unterlassen hätten. Deren Fahrlässigkeit, Nachlässigkeit und schwäche in ihren Entscheidungen hätte die Türkei in die Hand genommen und werde es bis zum Schluss auch durchführen, so Erdogan. Die selbe unentschlossene und zwiespältige Politik der Bündnispartner werde in Idlib, Tall Rifaat und Manbidsch fortgesetzt, mit der sich die Türkei demnächst auch befassen werde.

In Afrin selbst haben seit Freitag rund 650 Polizeikräfte ihren Dienst aufgenommen. Nach einer Ausbildung in der Türkei nahmen aufgewählte Syrer ihre Aufgabe wahr, in der Region die Sicherheit zu gewährleisten und Polizeiaufgaben zu übernehmen. Laut türkischen Medienberichten sollen diese in absehbarer Zeit auf über 5.000 Polizeikräfte gesteigert werden. Ausserdem soll in der Region die Gerichtsbarkeit wiederhergestellt werden. Hierzu würden türkische Beamte des Justizministeriums derzeit mit Juristen aus der Region Kontakt aufnehmen, um eine Gerichtsbarkeit aufzubauen.

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