Istanbul: "Eiserne Kirche" eingeweiht

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Istanbul: "Eiserne Kirche" eingeweiht

07. Januar 2018 - 20:50
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Die als "Eiserne Kirche" bekannte bulgarisch-orthodoxe Sankt Stefan Kirche im Stadtviertel Fener in Istanbul wurde nach rund neun Jahren Restaurationsarbeiten am zweiten Tag des orthodoxen Weihnachtsfests feierlich wiedereröffnet.

Istanbul: "Eiserne Kirche" eingeweiht

Istanbul / TP - Die als "Eiserne Kirche" bekannte bulgarisch-orthodoxe Sankt-Stefan Kirche im Stadtviertel Fener in Istanbul wurde nach rund neun Jahren Restaurationsarbeiten am Tag nach dem orthodoxen Weihnachtsfest wiedereröffnet. Zuletzt besuchten und bestaunten bis zu 3.000 Menschen die Kirche, bevor 2005 die Kirche für Restaurationsarbeiten ihre Pforten schloß.

Der tragende Rahmen der Kirche, der aus Stahl besteht, die Außenhaut aus gusseisernen Platten, die miteinander vernietet, verschweißt und durch Bolzen miteinander verbunden sind, war am Ufer des Goldenen Horns über ein Jahrhundert den Wetterbedingungen ausgesetzt. In Zusammenarbeit mit der bulgarischen Regierung entschied sich die türkische Regierung, 2005 die Kirche zu restaurieren.

Am Sonntag, dem zweiten Tag des orthodoxen Weihnachtsfest, wurde die Kirche vom türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim, Staatspräsidenten Erdogan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boyko Borisov gemeinsam wiedereröffnet. Zahlreiche Gäste sowie religiöse Würdenträger begleiteten die feierliche Wiedereröffnung der Kirche, deren Restaurationsarbeiten erst vor kurzem beendet worden waren. 

Die Restaurierung der Eisernen Kirche kostete den türkischen Staat rund 15 Millionen TL, weitere 1 Millionen TL steuerte die bulgarische Regierung bei. Der Vorsitzende der bulgarisch-orthodoxen Kirchenstiftung, Vasil Liaze, erklärte gegenüber türkischen Medien, derart gebaute Kirchen gebe es weltweit nur drei, eine in Argentinien, eine weitere in Österreich und die dritte am Goldenen Horn in Istanbul. Nur die in Istanbul stehe noch, die anderen zwei Eisen-Kirchen seien zerfallen, so Liaze weiter. 

Die am Ufer des Goldenen Horns gelegene dreischiffige Basilika, das hauptsächlich aus Gusseisen besteht und im Jahre 1898 eingeweiht wurde, ist eine bulgarisch-orthodoxe Kirche, deren Grundstein nach dem Brand der alten Holzkirche mit Erlaubnis des Sultans 1892 gelegt wurde. Bereits vor 14 Jahren hatte die Stadt Istanbul sowie das Kultusministerium mit Sofortmaßnahmen das absacken der Kirche in den Bosporus gestoppt, in dem sie mehrere Millionen Kubikmeter Beton und Bruchstein als Umfassung ins Erdreich einbrachte.

Während des Osmanischen Reich, hatte der damals beauftragte armenische Architekt Hovsep Aznavor sich angesichts des schwachen Untergrunds am Goldenen Horn für einen leichten Bau ganz aus Stahl und Eisen und gegen eine Stahlbetonkonstruktion entschieden. Nach einer internationalen Ausschreibung wurden die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen, zwischen 1893 und 1896 von Rudolph Philipp Waagner (nunmehr Waagner-Biro) in Wien gefertigt und über die Donau und das Schwarze Meer nach Istanbul verschifft. Der Baugrund wurde dabei mit tropischen Holzstämmen aus Brasilien gefestigt. Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit wurde die neue Kirche am 8. September 1898 von Josef I. dem heiligen Stephanus geweiht. Kurz darauf wurde die alte Holzkirche abgerissen.

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